Special

Veröffentlicht am 20.11.2003 | von Michael Boldhaus

James Bond, Teil 3


CD

Veröffentlicht am 20.11.2003 | von Michael Boldhaus

Live and Let Die

Live and Let Die Michael Boldhaus
Bewertung

Live and Let Die, The Man with the Golden Gun, The Spy Who Loved Me

Der neue Bond, Roger Moore, gab sein Leinwand-Debüt als Geheimagent Ihrer Majestät in Live and Let Die • Leben und sterben lassen (1973). Auch musikalisch wehte ein anderer Wind. Infolge der Arbeit an einem Musical stand John Barry nicht zur Verfügung. Und so trat Ex-Beatles-Produzent George Martin auf den Plan. Er zeichnete für den Score verantwortlich und komponierte auch den Titelsong, den Ex-Beatle Paul McCartney zusammen mit seiner Band Wings interpretierte. Insgesamt hat sich Martin deutlich hörbar an den barryschen Orchesterstandards orientiert und macht auch recht geschickt Gebrauch von einer wichtigen Zutat einer typischen Bond-Musik: dem Bond-Thema von Monty Norman. Und neben seinem Song-Thema verwendet er noch ein speziell komponiertes, eine Art eigenes James-Bond-Thema, um den Score zu gestalten. Alles in allem eine gekonnt arrangierte Sache, bei der natürlich stilistisch die 70er Jahre deutlich hörbar sind.

Titel: Live and Let Die (Leben und sterben lassen)
Erschienen: 2003

Laufzeit: 56:30 Minuten

Medium: CD
Label: EMI-Capitol
Kennung: 72435-41421-2-3

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 20.11.2003 | von Michael Boldhaus

The Man with the Golden Gun

The Man with the Golden Gun Michael Boldhaus
Bewertung

Bei The Man with the Golden Gun • Der Mann mit dem goldenen Colt (1974) war John Barry wieder mit von der Partie, musste sich aber sputen: nur drei Wochen Zeit standen zur Ausarbeitung der Musik zur Verfügung. Sein Score enthält ein ordentliches Song-Thema (auch wenn dies offenbar viele Fans anders empfinden), das zwar von LULU eher blass vorgetragen wird, sich aber als üppig romantische Melodie in einem Score ansprechend widerspiegelt, der sehr hübsche Klangexotik für die asiatischen Schauplätze enthält. Barry setzt reizvoll ein ungarisches Hackbrett, das Cymbalom, ein, das mit dem übrigen exotischen Kolorit überraschend gut harmoniert. Für das groteske Spiegelkabinett des Schurken Scaramanga verwendet er ansprechende Pianola- und Dixieland-Jazz-Einlagen und steuert außerdem noch ein humoriges Thema für Scaramangas Diener, den Liliputaner Schnick-Schnack, bei.

Alles in allem zählt dieser Barry-Bond-Score sicher nicht zu den stärksten im Barry-Bond-Kanon, enthält aber gegenüber dem LP-Schnitt zumindest noch einige weitere sehr schöne asiatisch eingefärbte Musikstücke. Leider konnte aus Zeitmangel keine verlängerte Edition der Musik in Angriff genommen werden, etwas, das in nicht allzu ferner Zukunft nachgeholt werden mag (2½ bis 3 S).

Titel: The Man with the Golden Gun (Der Mann mit dem goldenen Colt)
Erschienen: 2003

Laufzeit: 43:08 Minuten

Medium: CD
Label: EMI-Capitol
Kennung: 72435-41424-2-0

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 20.11.2003 | von Michael Boldhaus

The Spy Who Loved Me

The Spy Who Loved Me Michael Boldhaus
Bewertung

Bei The Spy Who Loved Me • Der Spion, der mich liebte (1977) war John Barry aus steuerrechtlichen Gründen nicht geneigt, einen Vertonungsauftrag auf britischem Boden auszuführen. So wurde der Komponist und Song-Schreiber Marvin Hamlisch engagiert, der 1974 für The Way We Were und die hübschen aber nicht großartigen Adaptionen zur Gaunerkomödie The Sting • Der Clou sogar Oscars einheimsen konnte. Seine Komposition ist der bis dahin klar am stärksten mit Pop- und (ganz besonders mit typischen 70er Jahre) Disco-Sounds angereicherte Bond-Score. Sinfonische Züge sind eher schwach ausgeprägt und auch Bond-Barry-Anklänge finden sich eher in den Blechbläserattacken in Action-Momenten. Das Bond-Thema Monty Normans erklingt hier in einem eigenen, etwas flachbrüstigen Arrangement und hat deutlich weniger Biss als das Original. Dafür klingen die Streicher in den romantischen Momenten sogar nach Mantovani. Hamlisch wurde für diese passable Musik (etwa 2½ S) sogar für den Oscar nominiert (!), verlor aber (Gott sei’s gedankt) gegen John Williams’ Star Wars.

Titel: The Spy Who Loved Me (Der Spion, der mich liebte)
Erschienen: 2003

Laufzeit: 36:20 Minuten

Medium: CD
Label: EMI-Capitol
Kennung: 72435-41469-2-3

Komponist(en):

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CD

Veröffentlicht am 20.11.2003 | von Michael Boldhaus

Moonraker

Moonraker Michael Boldhaus
Bewertung

Moonraker, For Your Eyes Only, Octopussy

Da die Musikaufnahmen zu Moonraker • Moonraker – Streng geheim (1979) in Paris erfolgten, konnte John Barry wieder mit dabei sein. Und erstmals seit Diamonds Are Forever ist die markant-unverwechselbare Stimme von Shirley Bassey wieder als Interpretin des Titelsongs zu hören. Eher geringfügig spürbar sind hier noch die kräftigen Pop-Disco-Beigaben des vorangegangenen Hamlisch-Scores. Im Übrigen kann man hier wohl vom besten Barry-Bond seit Diamonds Are Forever sprechen.

Moonraker reflektiert nicht nur als Film etwas den Erfolg der seinerzeit brandaktuellen Space-Opera Star Wars, auch musikalisch setzt Barry gerade in recht breit auskomponierten Weltraumsequenzen (mit Chor) auf Üppigkeit und epische Weite im Klangraum – wobei gar ein Hauch von The Last Valley mitschwingt. Und das hauseigene (Barry-)Bond-Thema wird (vor allem im Film) ebenfalls hübsch eingesetzt. Leider standen hier die Original-Studiobänder nicht zur Verfügung; es resultiert daher leider nur der bekannte LP/CD-Albumschnitt: immerhin in technisch aufgefrischter, sehr guter Klangqualität (3½ S).

Moonraker ist daher zurzeit eine besonders schmerzliche Lücke in der Anthologie definitiver Bond-Musikalben, ein prekärer Fall also. Das Aufspüren der Tapes sollte der Geheimagent Ihrer Majestät am besten höchstpersönlich und baldmöglichst übernehmen …

Titel: Moonraker (Moonraker - Streng geheim)
Erschienen: 2003

Laufzeit: 30:50 Minuten

Medium: CD
Label: EMI-Capitol
Kennung: 72435-41425-2-9

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 20.11.2003 | von Michael Boldhaus

For Your Eyes Only

For Your Eyes Only Michael Boldhaus
Bewertung

For Your Eyes Only • In tödlicher Mission (1981) ist wieder ein Nicht-Barry-Bond-Score der Reihe, dieses Mal von Bill Conti, der manchem Leser durch Rocky und The Right Stuff geläufig sein dürfte. Conti geht konzeptionell ähnlich vor wie Hamlisch bei The Spy Who Loved Me.

Dementsprechend sind die Pop-Elemente auch hier wieder besonders stark betont, und auch nicht von allzu glücklicher Hand eingefügt findet sich viel Synthetisches. Die Schwächen zeigen sich in Action-Cues wie „Runaway“, die recht dünn und kraftlos wirken, was auch durch das blasse selfmade-Arrangement des berühmten Norman-Bond-Themas nicht gerade verbessert wird. Eine Musik, die zwischenzeitlich m. E. doch etwas altbacken wirkt.

Hübsch, geradezu zum Pop-Klassiker geworden ist der Titelsong, den hier Sheena Easton interpretiert; er ist im Score weitgehend in angenehmer Barry-Tradition hübsch eingebunden. Und ein paar ebenfalls nette Cues mit griechischem und südamerikanischem Flair gibt es auch. Insgesamt sicher keine „große“ Bond-Musik, sondern eine, die durch ihre starken Popanteile für manchen Verehrer der Barry-Scores etwas gewöhnungsbedürftig sein dürfte – was ein wenig auch für The Spy Who Loved Me gilt. Das vorliegende Album ist (neben neuer Abmischung) um rund 22 Minuten verlängert worden, was ihm nicht zum Nachteil gereicht (bis 2½ S).

Titel: For Your Eyes Only (In tödlicher Mission)
Erschienen: 2003

Laufzeit: 58:56 Minuten

Medium: CD
Label: EMI-Capitol
Kennung: 72435-41449-2-9

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 20.11.2003 | von Michael Boldhaus

Octopussy

Octopussy Michael Boldhaus
Bewertung

Bei Octopussy (1983) hat wiederum John Barry das Ruder übernommen, präsentiert allerdings einen der blasseren Scores aus seiner Feder. Zwar bekommt der Hörer hier wieder mehr die gewohnten Barry-Standards (wenn auch softer als in den Ur-Bond-60ern) zu hören, aber alles wirkt doch etwas ausgelaugt und vermag kaum zu fesseln. Das gilt nicht gleichermaßen für den Song „All Time High“, der allerdings zu Beginn und am Ende in exakt gleicher Version präsentiert wird (2½ S).

Titel: Octopussy
Erschienen: 2003

Laufzeit: 36:06 Minuten

Medium: CD
Label: EMI-Capitol
Kennung: 72435-41450-2-5

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 20.11.2003 | von Michael Boldhaus

A View to a Kill

A View to a Kill Michael Boldhaus
Bewertung

A View to a Kill, The Living Daylights, Goldeneye

A View to a Kill • Im Angesicht des Todes (1985) ist nicht nur der erste Barry-Bond-Score (nach From Russia with Love), bei dem der Song nicht (zumindest nicht unmittelbar) ebenfalls vom Komponisten stammt. Hier wurde zum ersten Mal gezielt eine Pop-Band mit der Komposition beauftragt. John Taylor, Chef von Duran Duran und seine Mannen erhielten allerdings von John Barry bei der Ausführung ihrer musikalischen Ideen derart viel Unterstützung – immerhin outeten sich die jungen Leute als Fans und profunde Kenner der Barry-Bond-Scores -, dass man wohl von co-komponiert sprechen darf.

Die Nr. 10 in Barrys Bond-Reihe zeigt sich als typische späte, recht softe Barry-Filmmusik der 80er Jahre. Eine, die sich zudem stärker am Pop-Sound der Zeit orientiert (z. B. heulende E-Gitarren) als noch die Bond-Scores der 70er. A View to a Kill war der letzte Bond-Film mit Roger Moore und der erste Barry-Bond-Score, bei dem Nic Raine orchestrierte (siehe auch die Silva-Bond-Kompilationen „The James Bond Collection“ und „Bond: Back in Action“).

Titel: A View to a Kill (Im Angesicht des Todes)
Erschienen: 2003

Laufzeit: 38:23 Minuten

Medium: CD
Label: EMI-Capitol
Kennung: 72435-41448-2-0

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 20.11.2003 | von Michael Boldhaus

The Living Daylights

The Living Daylights Michael Boldhaus
Bewertung

The Living Daylights • Der Hauch des Todes (1987) zeigt nicht nur James Bond ein neues Gesicht, das von Timothy Dalton, es ist auch die zumindest bislang letzte Barry-Bond-Vertonung geblieben. Barry hat sich hier am weitesten vom ursprünglichen Bond-Klangkonzept der 60er Jahre entfernt, gibt sich – in der breiten Raum einnehmenden technoorientierten Rhythmik (diverse Synthesizer-Effekte inklusive) – moderner als bislang. Die verschiedenen Pop-Songs stammen auch hier nicht mehr vom Altmeister, himself, sondern sind von fremden Händen beigesteuert. In den romantischen Momenten des Films spiegeln sie sich auf recht nette Weise. Auch die Action-Sequenzen sind durchaus ordentlich geraten, auch wenn ihnen im Vergleich zu den frühen Bond-Musiken doch eine Portion Biss fehlt. Letzteres ist allerdings etwas, was insbesondere jüngere Freunde der Bond-Musiken nicht unbedingt auf Anhieb unterschreiben dürften. Hier mag die vertrauter wirkende Pop-Kulisse (zumindest anfänglich) manch einem eher zusagen, als die stärker jazzorientierte Machart der frühen Bond-Scores.

Das Album zu The Living Daylights ist in Schnitt und Aufmachung identisch mit der bereits 1998 von Rykodisc Records um rund 25 Minuten verlängerten Fassung.

Titel: The Living Daylights (Der Hauch des Todes)
Erschienen: 2003

Laufzeit: 65:17 Minuten

Medium: CD
Label: EMI-Capitol
Kennung: 72435-41451-2-4

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 20.11.2003 | von Michael Boldhaus

Golden Eye

Golden Eye Michael Boldhaus
Bewertung

Der „Ring“ der Bond-Reissues sämtlicher unter dem EMI-Dach verfügbarer James-Bond-Film-Musiken schließt sich mit Goldeneye (1995). Es war der erste Bond-Film nach immerhin rund sechs Jahren (License to Kill, 1989) und Pierce Brosnan gab sein Leinwanddebüt als 007. Dieses Mal wollten die Produzenten offenbar weitgehend einen musikalischen Neuanfang und setzten auf den Franzosen Eric Serra. Dieser greift zwar auch auf das klassische James-Bond-Thema Monty Normans zurück, integriert dieses aber in eine für ihn typische Klangmixtur aus orchestral und synthetisch ausgeführten Teilen. Über weite Strecken beherrschen metallisch-kühle und technisch anmutende synthie-poppige Rhythmen und collageartige Klangeffekte das Gebotene. Die weitgehend orchestralen Passagen sind traditioneller, ordentlich anhörbar, bleiben aber zugleich recht unverbindlich und blass.

Serras Komposition erinnert an seine Klangschöpfungen zu Luc Bessons Nikita und Das fünfte Element. Zum Besten des in Teilen recht gewöhnungsbedürftigen Scores gehört der von Bono and The Edge stammende Titelsong, markant interpretiert von Tina Turner. Und Maestro Serra persönlich interpretiert das finale „The Experience of Love“. Alles in allem ist Goldeneye zwar passabel, darf aber wohl als musikalischer Tiefpunkt der Serie gelten (1½ – 2 S).

Lesen Sie hierzu auch die James-Bond-Specials I und II.

Titel: Golden Eye
Erschienen: 2003

Laufzeit: 54:30 Minuten

Medium: CD
Label: EMI-Capitol
Kennung: 72435-41423-2-1

Komponist(en):

Schlagworte:


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