Prokofieff: Romeo und Julia

Geschrieben von:
Michael Boldhaus
Veröffentlicht am:
19. Dezember 2003
Abgelegt unter:
Klassik

Prokofieff-Ballette: „Romeo & Julia“ und „Cinderella“

Sergej Prokofieffs wichtige stilistische Vorbildfunktion für die Musiken von (nicht allein) John Williams ist nur ein Grund, sich mit Prokofieff zu beschäftigen. Die beiden hier vorgestellten „späten“ Ballettmusiken des markanten russischen Komponisten sollten in der Klassik-Kollektion keines Filmmusikfreundes fehlen. Sowohl die vielen einprägsamen, breit angelegten Melodiebögen, die sorgfältig auskomponierten Stimmungen, als auch die charakteristischen (russischen) Rhythmen und vielfältigen Klangeffekte dieser Musik sind es wert, gehört zu werden. Von beiden Balletten ist das zu „Romeo & Julia“ zwar das bekanntere, was aber „Cinderella“ keinesfalls zum Aschenputtel degradiert. Auch wenn also manchem der Auszug aus „Romeo & Julia“ in der Fernsehwerbung für den Duft „Egoiste“ besonders vertraut sein dürfte, auch „Cinderella“ erweist sich beim eingehenden Hören als vergleichbar schöne und wertvolle Komposition.

Vladimir Ashkenazy ist ein exzellenter Sachwalter für diese Art von Musik, und sowohl das Cleveland Orchestra („Cinderella“) als auch das Royal Philharmonic Orchestra („Romeo & Julia“) bieten die besten Voraussetzungen für eine adäquate, schwungvoll-dynamische Interpretation. Dass ebenso wenig die Tontechnik zu beanstanden ist, sei nur angemerkt. Beide Doppel-CD-Alben sind mit einem informativen Begleitheft versehen und auch spielzeitmäßig sehr gut bestückt. „Cinderella“ bietet dementsprechend noch als klangschöne Zugabe rund 40 Minuten von Alexander Glasunow, das aparte, im Ausdruck Peter Tschaikowsky nahe stehende Ballett „Die Jahreszeiten“.

Komponist*in:
Prokofjew, Sergej

Erschienen:
2003
Gesamtspielzeit:
141:28 Minuten
Sampler:
Decca
Kennung:
436 078-2 (2-CD-Set)
Zusatzinformationen:
RPO, V. Ashkenazy

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