Debussy: Pelléas et Mélisande-Suite

Geschrieben von:
Michael Boldhaus
Veröffentlicht am:
19. Dezember 2003
Abgelegt unter:
Klassik

Debussy: Pelléas et Mélisande-Suite

Musik aus der Werkstatt des Begründers des musikalischen Impressionismus, Claude Debussy, bieten die Berliner Philharmoniker unter Claudio Abbado. Seltener zu Hörendes ist mit der von Erich Leinsdorf zusammengestellten Orchester-Suite aus der Oper „Pelléas und Mélisande“ vertreten. Claudio Abbado hat Leinsdorfs Fassung noch ergänzt und die Oper so auf rund 30 rein orchestrale Minuten komprimiert. Debussys „Pelléas und Mélisande“ ist eher untypische Opernmusik, weit abseits von Pomp und theatralischen Effekten. Dem Hörer begegnet eine seltsam schwebende, wenig narrative, vielmehr stark verinnerlichte Musik, die anstelle von äußeren Effekten mit subtil erzeugten seelischen Stimmungen der handelnden Figuren aufwartet — eine Art impressionistisches Pendant zu Wagners „Tristan und Isolde“.

Stärker bildhaft sind die ebenfalls vertretenen „3 Nocturnes“. Deren luftige Klänge sind mit einem nachlesbaren Programm (eher lose) verbunden, das von einem Gemälde von James McNeill Whistler inspiriert ist. Letztlich sind die daraus entnehmbaren Hinweise keineswegs Voraussetzung für das Verständnis der Musik; die erzeugten charakteristischen Stimmungsbilder erschließen sich dem etwas geduldigen Hörer auch so. Als Zugabe gibt’s geradezu einen Klassiker der Gattung Impressionismus: „Nachmittag eines Fauns“, der z. B. Stilvorbild für Miklós Rózsas Komposition zu Lust for Life (1956) geworden ist.

An den Einspielungen gibt es nichts Entscheidendes zu bemängeln. Die gelegentlich vernehmbaren Live-Geräusche bei der Suite zu „Pelléas et Mélisande“ bleiben erfreulich dezent.

Komponist*in:
Debussy, Claude

Erschienen:
2001
Gesamtspielzeit:
61:54 Minuten
Sampler:
DG
Kennung:
471 332-2
Zusatzinformationen:
Berliner PO, C. Abbado

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