CD

Veröffentlicht am 11.06.2001 | von Michael Boldhaus

Beneath the 12-Mile Reef

Beneath the 12-Mile Reef Michael Boldhaus
Bewertung

In Beneath the 12-Mile Reef • Das Höllenriff (1953) geht es um – wie man heute sagen würde – ethnisch geprägte Auseinandersetzungen (mit Happy End) zwischen griechischen und amerikanischen Schwammtauchern an der Küste Floridas (Golf von Mexiko). Malerische, für ihre Zeit ungewöhnliche Unterwasseraufnahmen und ein charmanter, jugendlich-temperamentvoller Robert Wagner bestimmen einen auch heutzutage unterhaltsamen Film. Es war Bernard Herrmanns erste Filmmusik, die – da für einen der ersten CinemaScope-Filme der 20th Century Fox – in Stereo eingespielt worden ist. Der Klangzauberer Herrmann wusste die neue Technik fantasievoll zu nutzen.

Diese Musik zeigt alle typischen Reize Herrmannscher Filmkompositionstechnik: ausgefeilte, minimalistisch geprägte feinmotivische Arbeit quer durch alle Gruppen des Orchesters, kombiniert mit raffinierter und ungewöhnlicher Instrumentierung. Der Komponist verlieh diesem Konzept Leben durch enormen Einfallsreichtum und vermied so Monotonie in fast sämtlichen Filmvertonungen.

Herrmanns breitorchestraler Score zu Das Höllenriff zeigt ebenfalls die – bei aller Modernität – ausgeprägte Nähe zur Musik Richard Wagners. Um zu illustrieren, wie Siegfried (in der gleichnamigen Ring-Oper) den Feuer-Wall am Walküre-Felsen durchschreitet, setzt Wagner 6 Harfen ein – während nur wenige Werke der Orchester-Literatur über eine Harfe hinausgehen! Herrmann lässt im Höllenriff sogar 9 (gut platzierte) Harfen üppig rauschen und erzeugt so geradezu faszinierend klingende Meeresstimmungen. (John Williams hat sich eindeutig in seiner Musik zu Jaws von Herrmanns Höllenriff-Musik inspirieren lassen.) Neben den musikalisch eindrucksvoll illustrierten Panoramabildern und Spannungsmomenten überzeugen die gefühlvoll und charmant illustrierten (dezenten) Love Scenes. Hier hat die Musik das romantische Flair von The Ghost and Mrs. Muir.

Im Jahr 1974 setzte Charles Gerhardt dieser herrlichen Film-Musik im Rahmen seiner „Classic Film Score Serie“ ein Denkmal. Seine sorgfältig kompilierte rund 11-minütige Suite ist eine hervorragende Einspielung, die in Tempi und Intonation dem Original sehr nahe kommt und neugierig auf mehr macht. Die jetzt erstmals vollständig vorliegende Musik zum Höllenriff belegt deren bereits damals vermutete Hochwertigkeit: Es handelt sich um ein Meisterwerk und überhaupt um eine der raffiniertesten (Unterwasser-)Seesinfonien der Kinogeschichte: 55 Minuten ohne Durchhänger!

Das liebevoll präsentierte FSM-CD-Album bietet die Filmmusik in respektabler Qualität. Allerdings zeigen die fast 50 Jahre alten Magnetton-Aufzeichnungen doch einige Mängel, die über die unausweichliche Alterung analoger Aufzeichnungen hinausgehen. Dies soll aber keinesfalls andeuten, der Käufer bekäme hier völlig museal Klingendes geboten: Der Sound wirkt eben nicht so frisch, wie bei den meisten anderen FSM-Veröffentlichungen.

Trotz leichter Einschränkungen für den Klang ist es eine hochwillkommene und auch wichtige Veröffentlichung, die bei mir einen Wunsch auslöste: den nach einer vollständigen Neueinspielung des Scores in vergleichbarer Qualität wie die von Garden of Evil. Wie wär’s, Mr. Morgan?

Titel: Beneath the 12-Mile Reef
Erschienen: 2000

Laufzeit: 55:06 Minuten

Medium: CD
Label: FSM
Kennung: Vol.3 No. 10

Komponist(en):

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Veröffentlicht am 11.06.2001 | von Michael Boldhaus

Conquest of the Planet of the Apes

Conquest of the Planet of the Apes Michael Boldhaus
Bewertung

Conquest of the Planet of the Apes • Eroberung vom Planet der Affen (1972) und Battle for the Planet of the Apes • Die Schlacht um den Planet der Affen (1973) sind die beiden letzten Filmteile der Affen-Pentalogie. Aus Budgetgründen verpflichtete der damalige Chef des Fox Music Departments, Lionel Newman, den wenig bekannten Komponisten Tom Scott für Conquest of the Planet of the Apes. Scott ist ein solide ausgebildeter Jazz-Musiker, der seinen Auftrag ordentlich erledigt hat.

Die Komposition verzichtet auf die Streicher, verwendet ungewöhnliche Instrumente und dazu recht ausgefallene Klang-Kombinationen. Sie reflektiert sowohl Jerry Goldsmiths Musik zum ersten Film der Reihe, Planet of the Apes, als auch Leonard Rosenmans Musik zu Beneath the Planet of the Apes. Sicher ist Scotts Musik auch infolge des schmalen Budgets bescheidener und auch schwächer als ihre Vorbilder: Sie wirkt speziell beim ersten Hören recht blass und TV-mäßig. Insbesondere nach mehreren Durchgängen offenbart sich aber, dass hier zumindest partiell doch nicht ohne Pfiff gearbeitet worden ist – nicht übel für einen damals erst 24-jährigen Komponisten (Wertung – insgesamt – 3 Sterne). Nur Teile von Scotts Komposition sind in der endgültigen Schnittfassung eingesetzt worden, was im auch reichhaltig bebilderten Booklet eingehend beschrieben ist.

Leonard Rosenman komponierte auch noch ein zweites Mal für einen Film der Affen-Serie, nämlich für Battle for the Planet of the Apes. Zum wohl schwächsten Film der Reihe lieferte Rosenman eine gut konzipierte modernistisch geprägte, aber nicht derart athematische Musik wie zu Beneath the Planet of the Apes. Zwischendurch gibt es im Score sogar eine Reihe verhältnismäßig lyrischer Momente. Besonders originell eingefangen hat der Komponist hier das bissig-ironisch reflektierte Militärische der Filmhandlung. Vergleicht man mit anderen Arbeiten Rosenmans fällt allerdings auf, dass die Machart – Konstruktion der Spannungs- und Actionmomente sowie die charakteristischen Klangschichtungen – handwerklich zwar tadellos, aber fast immer nahezu identisch ist (Wertung 4 Sterne).

Bei beiden Musiken handelt es sich aber sicherlich weder um „Ohrwürmer“ noch gehören sie in die Kategorie „Muss man unbedingt haben“. Wer jedoch einen Draht zu Goldsmiths meisterhafter Partitur zu Planet of the Apes gefunden hat und ebenfalls Rosenmans Musiken etwas abzugewinnen vermag, der kann seine Ape-Collection jetzt mit diesem sehr ansprechend ausgestatteten und auch gut klingenden Album komplettieren. Als Zugabe gibt’s obendrein noch Lalo Schifrins Titelthema zur „Affen-Fernsehserie“.

Titel: Conquest of the Planet of the Apes
Erschienen: 2001

Laufzeit: 74:44 Minuten

Medium: CD
Label: FSM
Kennung: Vol.4 No. 1

Komponist(en):

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CD

Veröffentlicht am 11.06.2001 | von Michael Boldhaus

How to Marry a Millionaire

How to Marry a Millionaire Michael Boldhaus
Bewertung

How to Marry a Millionaire • Wie angelt man sich einen Millionär? (1953) war die erste CinemaScope-Produktion der Fox und hat allein schon aus diesem Grund einigen nostalgischen Wert. „Big Al“ (Alfred Newman) zeichnet in den Film Credits zwar für die Musik verantwortlich, erhielt aber vielfältige Unterstützung vom Composer Staff der Fox. So haben z. B. auch Cyril J. Mockridgre, Lionel Newman, Harry Warren und Mack Gorden Teile komponiert und adaptiert.

Alfred Newman dürfte manchem Leser auch von der als eine Art Ouvertüre zum Film präsentierten „Street Scene“, bekannt sein, in der er als Dirigent des Fox-Orchesters zu sehen ist. Dieses Gershwinnesque leicht jazzige Stück ist übrigens eine der ersten Kinokompositionen die Newman überhaupt, nämlich 1931, anfertigte. Es setzt auch den Ton für die weiteren Teile einer insgesamt hübschen und leichten Komödien-Filmmusik, die den Musicals und der Big-Band-Music der Swing-Ära nahe steht. Musikalisch bietet die prall bestückte und beim Anhören dazu gut fließende CD sicher nicht wesentlich mehr als edle Hollywood-Routine. Es handelt sich weniger um eine durchkomponierte Filmmusik, sondern vielmehr um ein gut gefertigtes Pasticcio – das allerdings prächtig funktioniert. Muss man sicher nicht „unbedingt“ haben, ist deswegen jedoch keineswegs belanglos.

Das gewohnt vorzüglich präsentierte Album mit liebevoll gestaltetem und reichhaltig bebildertem Booklet, netter Picture Disc und dazu gut klingender Musik verdient einen Nostalgiezuschlag in der Bewertung – es dürfte so manchen Liebhaber finden.

Titel: How to Marry a Millionaire
Erschienen: 2001

Laufzeit: 70:03 Minuten

Medium: CD
Label: FSM
Kennung: Vol. 4 No.2

Komponist(en):

Schlagworte:


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