Max von Schillings: Das Hexenlied

Geschrieben von:
Michael Boldhaus
Veröffentlicht am:
10. Dezember 2001
Abgelegt unter:
Sampler

Max von Schillings

Max von Schillings (1868-1933) genoss zu Lebzeiten großen Ruhm, sein Name erklang in einem Atemzug zusammen mit dem eines Richard Strauss und Hans Pfitzner. Heute allerdings ist dieser Glanz stark verblasst, seine Musik nahezu vergessen. Ein Umstand, der wohl auch damit zusammenhängt, dass der Komponist nach 1918 kein neues Werk mehr geschaffen hat und sich bis zu seinem Tode als Dirigent und Intendant betätigt hat – seine unrühmliche antisemitische Rolle in der Anfangsphase des „1000-jährigen Reiches“ dürfte ebenfalls einen Anteil daran haben, dass nach dem zweiten Weltkrieg kaum etwas über ihn publiziert worden ist.

Schillings Tonsprache ist klar nach-wagnerisch geprägt, dabei weniger dem schwelgerischen Klang-Parfüm eines Richard Strauss verpflichtet, sondern bevorzugt im Orchesterklang gedeckte und gebrochene Farben. Eindrucksvolle Einführung in die Tonsprache dieses Komponisten sind der dramatische sinfonische Prolog zu „König Ödipus“, das idyllische „Ein Zwiegespräch“ sowie der sanft-lyrische „Tanz der Blumen“.

Den Höhepunkt der CD bildet allerdings das Melodram „Das Hexenlied“ nach einer Ballade von Ernst von Wildenbruch. Das von tonmalerisch gestalteten, stark wechselnden Stimmungen bestimmte Werk tendiert stark in Richtung Filmmusik, wobei die Werkgattung Melodram (eine Art sinfonische Dichtung für Sprechstimme und Orchester) heutzutage kaum noch geläufig ist. „Das Hexenlied“ erweist sich auch heute als zugkräftiges, geschickt auskomponiertes Stück, das manchen Filmmusikfreund überraschen dürfte.

Komponist*in:
von Schillings, Max

Erschienen:
1994
Gesamtspielzeit:
58:17 Minuten
Sampler:
cpo
Kennung:
999 233-2

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