How the West Was Won

Geschrieben von:
Michael Boldhaus
Veröffentlicht am:
21. Oktober 2002
Abgelegt unter:
CD

Score

(5/6)

Neben The Wonderful World of the Brothers Grimm • Die Wunderwelt der Gebrüder Grimm (1961) blieb How the West Was Won • Das war der wilde Westen (1962) MGMs einziger Ausflug in die aufwändige mit drei Filmstreifen operierende Cinerama-Technik für Breitwandproduktionen. Ebenso sind dies die beiden einzigen Cinerama-Filme mit Spielhandlung. Der mittlerweile unzählige Male im Fernsehen gezeigte Film ist partiell bildgewaltig, die in Einzelepisoden gegliederte Story, welche die Eroberung des Westens – im Zeitraum von ca. 1830 bis 1890 – mit dem Schicksal mehrerer Generationen einer Familie verknüpft, ist jedoch eher klischeehaft und blass. Alfred Newmans Filmmusik zählt allerdings zum Schönsten, was das Filmgenre Western zu bieten hat und sollte in keiner CD-Kollektion fehlen.

Alfred Newman hatte in jenen Tagen bereits seine langjährige Zusammenarbeit mit 20th Century Fox aufgekündigt und arbeitete als Freelancer. Für How the West Was Won schuf er seine letzte große Abenteuerfilmmusik, für die er u. a. ein typisches und prägendes Marschthema beisteuerte, das dem zu The Bravados (Hugo Friedhofer) verwandt ist und das sich im Verlauf des Scores in Form äußerst vielfältiger Variationen widerspiegelt und dabei ebenso mannigfaltige Stimmungen durchläuft. Unterm Strich ist die Musik eine Mischung Newman-eigener Themen, die kunstvoll sinfonisch verarbeitet werden, und einer Reihe von speziell für den Film arrangierter Folksongs. Wobei die vokalen und choralen Arrangements Ken Darby ausführte, ein bekannter Chorleiter, Arrangeur, Songtexter und auch Dirigent jener Tage, der schon bei der Fox mit Newman zusammengearbeitet hatte, z. B. bei den berühmten Film-Musicals The King and I und South Pacific.

Hört man die knapp 140 Minuten Musik (inklusive rund 20 Minuten im angehängten Supplement vetretener Outtakes) des CD-Doppelalbums, so ragen insbesondere die von Alfred Newmans sinfonischer Musik geprägten Teile heraus. Die arrangierten folkloristisch-vokalen Teile hingegen sind zwar durchweg gut bis sehr gut gearbeitet, verwässern in Gänze den Gesamteindruck aber doch ein wenig. Dies schmälert den Wert der Doppel-CD-Edition jedoch keineswegs, bringt diese doch erstmals die originale Filmmusikeinspielung zu Gehör – beim seinerzeit veröffentlichten LP-Album handelt es sich nur um eine nachgespielte stark komprimierte Auswahl, dazu noch mit einem unglücklicherweise gekürzten Main Title.

Auch hier bietet das edel aufgemachte, umfangreiche Booklet solide Hintergrundinfos zu Film und Musik. Und ebenso besticht der zweikanalige Stereo-Sound, der von den für Cinerama-Filme produzierten 7-kanaligen Stereomastern gemixt worden ist, durch Klarheit, Transparenz und Fülle.

Komponist*in:
Newman, Alfred

Erschienen:
2002
Gesamtspielzeit:
CD-1 70:42 Min.; CD-2 68:12 Minuten
Sampler:
Warner (wea)
Kennung:
8122-72458-2

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