Sister Mary Explains It All

Geschrieben von:
Michael Boldhaus
Veröffentlicht am:
16. August 2001
Abgelegt unter:
CD

Score

(4.5/6)

In klanglich ruhigere Gewässer führt das Varèse-Kompilations-Album Sister Mary Explains It All, das drei Filmmusik-Suiten des französischen Komponisten Philippe Sarde beinhaltet (siehe auch Tess). Die CD präsentiert Suiten aus Musiken, die für Filme des Regisseurs Marshall Brickman entstanden. Neben Sister Mary Explans It All (TT.: 29:30) sind Lovesick (TT.: 26:57) und The Manhattan Project (TT.: 18:16) vertreten. Bei Sister Mary Explains It All handelt es sich um die aktuelle TV-Verfilmung eines Theaterstückes von Chris Durang. Lovesick • Der liebeskranke Psychiater (1983) ist eine etwas fade Komödie um einen Psychiater, der sich in eine Patientin verliebt. Das Originelle sind die Kurzauftritte von Altmeister Alec Guinness als Sigmund Freud. In The Manhattan Project • Manhattan Project – Der atomare Alptraum (1986) sorgt das Projekt eines College-Studenten für helle Aufregung: ihm scheint der Bau einer funktionsfähigen Atombombe gelungen zu sein.

Die drei Arbeiten belegen Sardes hohes handwerkliches Können und auch seine Vielseitigkeit. Seine Kompositionen zeigen melodische Inspiration und beweisen Klangsinn in den sorgfältig ausgeführten Instrumentierungen. Die Musik zu Sister Mary Explains It All spiegelt von der Kirchenmusik beeinflusste Klänge eines mittleren Ensembles, wobei zusätzlich Chor, Vokalsoli und eine kleine Orgel eine wichtige Rolle spielen. Walzerseliges in geschickten Varianten und unterschiedlich großen Besetzungen – vom mittleren Sinfonieorchester bis zum kammermusikalischen Divertimento -prägen Lovesick und kontrastieren mit den eher komödiantischen Sounds zu The Manhattan Project, wobei nicht erst im (dezent) ausladend heroischen Finale ein kräftiger Hauch von John Williams spürbar wird.

Die Varèse-Kompilation ist eine hochwillkommene Begegnung mit dem hierzulande etwas zu wenig wahrgenommenen Komponisten Philippe Sarde. Erfreulich, dass das Booklet (abweichend vom meist eher schlichten Varèse-Standard) mit einem lesenswerten Artikel von Marshall Brickman aufwartet, der das Verhältnis von Regisseur und Komponist eingehender erläutert. Bleibt zu hoffen, dass diesem schönen Album weitere folgen werden.

Rezension des Filmbuchs: Planet der Affen

Komponist*in:
Sarde, Philippe

Erschienen:
2001
Gesamtspielzeit:
74:46 Minuten
Sampler:
Varèse
Kennung:
VSD-6268

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