Holst: The Planets

Geschrieben von:
Michael Boldhaus
Veröffentlicht am:
18. März 2001
Abgelegt unter:
CD

Gustav Holst: Die Planeten

Den Abschluss dieser musikalischen Wanderung bildet ein Klassiker der Musik des 20sten Jahrhunderts. Eine Komposition, die in Teilen auch viel benutztes Vorbild für die Musiken der tönenden Leinwand geworden ist: „Die Planeten“ von Gustav Holst (1874-1934). Holst war einer der eigenwilligsten Vorläufer der neueren englischen Musik. Seine berühmte Orchestersuite „Die Planeten“, ein Zyklus groß angelegter sinfonischer Dichtungen, ist auf dem Kontinent sein mit Abstand bekanntestes Werk geworden. Insgesamt sieben Planeten unseres Sonnensystems werden musikalisch illustriert, wobei die programmatischen Titel nur in Teilen hilfreich sind. Einige der astrologischen und mystischen Aspekte – wie „Saturn der Bringer des Alters“ – wirken eher verwirrend. Egal: das Werk wirkt auch ohne Programm, allein durch seine mitreißende, äußerst farbige und raffinierte Instrumentierung und auch durch die schönen Themen in der Musik.

Die beiden berühmtesten und für die Kino-Musik wohl wichtigsten Stücke sind „Mars, der Kriegsbringer“ und „Neptun, der Mystiker“. „Mars“ ist nicht nur in Hans Zimmers Action-Musik „Gladiator-Waltz“ das unüberhörbare musikalische Rückgrat, sondern war schon zuvor willkommenes Vorbild (ja Klischee) für entsprechend kriegerisch-wuchtige Film-Szenen, z.B. in Star Wars (hierzu siehe auch den Artikel „Lee Holdridge – Harfenglissandi im Nebel von Avalon“). „Neptun“ bildet mit seinen statischen Klangflächen und dem hinzutretenden vokalisierenden Frauenchor einen starken Gegensatz zur monumentalen Musik der marsianischen Kriegs-Maschinerie. Die Komposition erzeugt ein Gefühl von unendlicher Weite und Raum und wurde unentbehrlich für die musikalische Untermalung der Space-Operas Hollywoods.

Auch die restlichen fünf Stücke (Venus, die Friedensbringerin; Merkur, der geflügelte Bote; Jupiter, Bringer der Fröhlichkeit; Saturn, der Bringer des Alters und Uranus, der Magier) sind keinesfalls langweilige Zugaben, sondern mehr als nur einmal hörenswert. Das Atlanta Symphony Orchestra unter Yoel Levi bietet eine pracht- und kraftvolle Interpretation des berühmten Werkes. Die Telarc-Aufnahmetechnik leistete auch hier einen überzeugenden Beitrag. Eine sehr zu empfehlende Produktion, die sich auch der Filmmusik-Freund nicht entgehen lassen sollte, der trotz allem „Klassik-Muffel“ bleiben will.

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Komponist*in:
Holst, Gustav

Erschienen:
1998
Gesamtspielzeit:
49:30 Minuten
Sampler:
Telarc
Kennung:
80466

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