CD

Veröffentlicht am 14.05.2005 | von Michael Boldhaus

Robots

Robots Michael Boldhaus
Bewertung

Robots

Nach Ice Age haben Regisseur Chris Wedge und seine Mannen nun eine weitere Animationskomödie in die Kinos gebracht. Robots heißt das eindeutig in Richtung Pixar schielende, üppig bunte Spektakel und ist seit dem 17. März 2005 in den bundesdeutschen Kinos zu sehen. Zu den Abenteuern des Roboterjungen Rodney Copperbottom in Robot City hat sich John Powell eine verdammt pfiffig gemachte Musik einfallen lassen. Das Gebotene steht seiner zusammen mit Harry-Gregson-Williams erstellten Musik zu Chicken Run sehr nahe. Einen ähnlich abwechslungs- und stimmungsreichen sowie nicht zuletzt humorvoll gestalteten stilistischen Mix in einem vergleichbar ausgefeilten Cartoon-Stil bekommt der Hörer auch bei Robots geboten.

Die Basis bildet folkige, mit Blue-Grass-Anleihen durchsetzte Americana, und diese sorgt für angenehme pastorale Momente. Allerdings geht’s die meiste Zeit eher geschwind zur Sache: Da wird in rasantem Tempo geswingt, steht bluesiges neben Big-Band-Sounds und natürlich wird auch mal originell gerockt, dann kommen die Elektrogitarren hübsch zum Zuge. Im schnellen Wechsel der musikalischen Stile bleibt dabei kaum Zeit zum Atemholen. Dabei dienen die von leichtem metallischem Schlagwerk (wie Xylophon) und weiteren, zum Teil nach Spielzeugkiste klingenden, Hilfsmitteln erzeugten lustigen Mickey-Mousing-Effekte als klingender Verweis auf die animierten (Spielzeug-)Roboter. Im Zentrum der Musik stehen zwei Hauptthemen, mit denen der Score überwiegend gestaltet und zugleich zusammengehalten wird. Eines dieser beiden erinnert an ein Kinderlied und ist in der Musik besonders präsent: In x-fachen Variationen schimmert es fortwährend wieder auf. Dabei steht unter anderem eine drollige Variante mit Dudelsack als irische Jig auf dem Programm.

„Madame Gaskets“ skurriler Marsch erinnert klar an Danny Elfman und des weiteren gibt’s im pfiffig instrumentierten musikalischen Kehraus eine satte Prise John Williams. Dafür stehen auch einige der schön gestalteten Americana-Passagen, bei denen Scores wie The Reivers in Erinnerung kommen. Und ebenso die an die Star-Wars-Scores zu Episode I-III gemahnende Verarbeitung der gemischt-choralen Einlagen im letzten Album-Drittel, z. B. in „Bigweld Workshop“. Das gilt aber auch für die Holst’sche (Mars-)Rhythmik — aus „Die Planeten“ — in „Attack of the Sweepers“. Das Vorbild ist entlehnt aus „Imperial Attack“ im ersten Filmteil der Star-Wars-Ur-Trilogie, A New Hope.

Fazit: John Powell hat sich bei Robots prima ins Zeug gelegt, einen überaus witzigen und höchst unterhaltsamen stilistischen Kehraus vorgelegt. Die rund dreiviertelstündige Varèse-CD präsentiert die Filmmusik in Form eines spritzigen und sehr gut fließenden Albumschnitts, bei dem für Langeweile kein Platz ist. Die Hollywood Studio Symphony unter dem Dirigat von Pete Anthony geht mit Schmiss und Drive an die Sache heran und auch der Klang ist vorzüglich geraten. Wertungsmäßig sind an dieser Stelle fette vier Sterne (also mit dezentem Augenaufschlag zu viereinhalb) kaum des Guten zuviel. Wer hier zugreift, erhält mehr als nur einen netten Knusperriegel für den kleinen Hunger zwischendurch.

Titel: Robots
Erschienen: 2005

Laufzeit: 53:43 Minuten

Medium: CD
Label: Varèse
Kennung: VSD-6640

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 14.05.2005 | von Michael Boldhaus

Racing Stripes

Racing Stripes Michael Boldhaus
Bewertung

Racing Stripes

Mark Ishams Musik zum Kinderfilm Racing Stripes • Im Rennstall ist das Zebra los — seit dem 10. März 2005 hierzulande im Kino — ist bis dato die vierte Filmmusik dieses Komponisten, die auf Cinemusic.de vorgestellt wird. Nach den enttäuschend blassen Vorgänger-Alben zu Life As a House, Don’’t say a Word und Twisted ist das aktuelle zu Racing Stripes zwar nun sicher kein großer Wurf, es wartet aber doch mit einer sehr angenehmen Überraschung auf. Dem anscheinend mit Ein Schweinchen namens Babe liebäugelnden Film um das verwaiste Zebra-Fohlen Stripes, das auf der Walsh-Farm ein neues Zuhause findet, hat der Komponist nämlich ein insgesamt sehr ansprechendes klangliches Gewand verpasst.

Gitarre und Banjo stehen für ansprechende Americana, wobei die Maultrommel zusätzliche Akzente verleiht. Weiterhin steht lustig Ironisierendes inklusive Mickey-Mousing-Touch für die Auftritte eines Pelikans namens Gans auf dem Programm. Comedyhaftes von Akkordeon und Mandoline und der leicht jazzige Einschlag des Klarinettenthemas lassen ein wenig an Musik aus italienischen oder französischen Krimis denken. Allerdings nur bis zu dem Moment, wo Banjo und Gitarre das Ganze drollig countrymäßig aufmischen. Gelegentlich aufscheinender ethnischer Männergesang verweist auf die indianischen Ureinwohner.

Im recht idyllisch anmutenden „At Home at Walsh Farm“ erklingt erstmalig eine recht breit ausschwingende Melodie, die an dieser Stelle noch eher pastoral anmutet. Im anschließenden „I’am A Racehorse“ wird dem Thema durch den Streichern hinzutretendes Blech stärker epischer Touch verliehen. Im letztgenannten Stück erscheint ebenfalls zum ersten Mal das dem rennenden Zebra zugeordnete (Heroen-)Thema. Dieses erklingt hier zuerst ebenfalls recht dezent in der Klarinette und lässt erst anschließend, intoniert von der Trompete, den Helden der Filmhandlung erahnen. Diese beiden einprägsamen melodischen Gedanken bilden die Hauptthemen der Filmmusik. Sie erscheinen fortlaufend wieder und werden dabei auch nett variiert. Isham hat des weiteren zusammen mit Sting den das Album eröffnenden Song „Taking the inside Rail“ beigesteuert. Von diesem scheint im Score vereinzelt der Refrain motivisch auf. Einige weitere kleinere melodische Gedanken fungieren ebenfalls als Nebenthemen und fügen weitere ansprechende Akzente hinzu.

Isham gelingt es hier aber nun doch nicht bis zur Liga von Powells Robots vorzustoßen. Dafür sind Grenzen in der kompositorischen Gestaltung und auch starkes Anlehnen an Vorbilder allzu deutlich. Welche da sind: Aaron Copland und James Horner. Anklänge an Copland finden sich in den pastoralen americanahaften Teilen und auch in den breitorchestralen Action-Passagen, zu denen das Zebra mit seinen Pferde-Kollegen um die Wette läuft. Sowohl im Umgang mit dem musikalischen Material als auch bei der Instrumentierung denkt man fortwährend an Horner. Hübsch gemacht ist der Einsatz des ethnischen Instrumentariums, was aber sicherlich auch auf das Konto des Orchestrators (des Dirigenten) Ken Kugler geht. Für etwas mehr als drei Sterne und somit auch für eine gehobene kleine (aber durchaus feine) Empfehlung reicht es hier in jedem Fall. Auch ohne den Film zu kennen, ist Racing Stripes ein wirklich schönes Höralbum und zum Film ein klingendes Souvenir, das zweifelsfrei einigen Charme besitzt.

Dieser Artikel ist Teil unseres umfangreichen Programms zu Pfingsten 2005.

Titel: Racing Stripes
Erschienen: 2004

Laufzeit: 64:44 Minuten

Medium: CD
Label: Varèse
Kennung: VSD-6631

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 14.05.2005 | von Michael Boldhaus

Im Rennstall ist das Zebra los

Im Rennstall ist das Zebra los Michael Boldhaus
Bewertung

Titel: Im Rennstall ist das Zebra los
Erschienen: 2004

Laufzeit: 64:44 Minuten

Medium: CD
Label: Varèse
Kennung: VSD-6631

Komponist(en):

Schlagworte:


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