Journey to the Center of the Earth (TV)

Geschrieben von:
Michael Boldhaus
Veröffentlicht am:
10. Januar 2000
Abgelegt unter:
CD

Score

(0.5/6)

Dass sich auch auf dem Sektor TV-Kompositionen einiges bewegt, belegen die vorliegenden fünf Varèse-CDs mit Musiken zu Hallmark-TV-Produktionen. Noah’s Ark und Alice in Wonderland wurden bereits im Spätherbst 1999 auf RTL gezeigt, für die übrigen Titel gibt es zur Zeit noch keine Sendetermine. Genau genommen sind es sogar sechs Titel, die unter diese Überschrift passen: Die hier noch fehlende hervorragende Moby-Dick-Musik des Australiers Christopher Gordon zum TV-Weihnachts-Zweiteiler 1998 wird in Kürze in Zusammenarbeit mit Rainer Nigrelli im Rahmen eines Reviewartikels besprochen, in dem diese Philip Saintons Komposition zu John Houstons 1956er-Kinoversion des gleichen Stoffes (hier in der Neueinspielung des Marco-Polo-Labels) gegenüber gestellt wird.

Die hier vorgestellte Kollektion enthält eine CD-Zitrone: Bruce Rowlands Musik zu Journey to the Center of the Earth ist leider extrem schwach geraten. Ausnahmslos in jedem Track grummelt unerträglich einfallslos ein Synthesizer vor sich hin; über weite Strecken ist die Komposition sogar rein elektronisch ausgeführt – vom auf dem CD-Cover genannten Australian Philharmonic Orchestra kommen nur hier und da einzelne Gruppen oder Solisten zum Einsatz; simpelste poppige Melodik wird auf dem Niveau eines Richard Clayderman auf dem Klavier geklimpert, und in den Spannungsmusiken werden auch nur schlichte Staccato-Rhythmen geboten. In den wenigen halbwegs passablen Momenten klingt die Musik sehr banal nach Snowy River – die Handlung ist offenbar nach Australien verlegt worden -, und wenn es dann mal irisch oder nach den Maoris klingen soll, fiel dem Komponisten ebenfalls hörbar wenig ein. Über derartige Mängel hilft auch die großzügige Spieldauer von knapp 70 Minuten nicht hinweg, die Musik ist einfach nur blass und schrecklich langweilig. Schade, denn welch interessante Möglichkeiten der Jules-Verne-Stoff für eine Vertonung bietet, belegt Bernard Herrmanns Komposition zur 1959er 20th-Century-Fox-Verfilmung zur Genüge – der einzige Trost ist hier, dass derartige Ausrutscher auch im Bereich Kinofilmmusik vorkommen.

Komponist*in:
Rowland, Bruce

Erschienen:
1999
Gesamtspielzeit:
68:18 Minuten
Sampler:
Varèse Sarabande
Kennung:
VSD-6069

Weitere interessante Beiträge:

Ivanhoe

Ivanhoe

The Man Who Loved Cat Dancing

The Man Who Loved Cat Dancing

Live and Let Die

Live and Let Die

Ararat

Ararat