CD

Veröffentlicht am 25.03.2004 | von Michael Boldhaus

Big Fish

Big Fish Michael Boldhaus
Bewertung

Big Fish, Tim Burtons neuester Kinostreich, startet hierzulande am 1. April 2004. Im Zentrum der menschlich-warmen Handlung steht William Bloom (Billy Crudup), der versucht, mehr über seinen im Sterben liegenden Vater Edward (Albert Finney) zu erfahren. Ausgehend von den wenigen Fakten, die er über die frühen Jahre seines Vaters weiß, fügt er dessen unglaubliche Geschichten wie in einem Puzzle zusammen …

Die dabei offensichtlich werdende eigene Lebensrealität des Vaters, in der Wahrheit und Lüge fließend ineinander übergehen, dürfte Regisseur Tim Burton genügend Raum für Ausflüge in die von ihm gewohnten surrealen, märchenhaft-skurrilen Bilderwelten bieten.

Traut man seinen Ohren, so scheint es sich dieses Mal um eine vorzugsweise menschlich warme Filmhandlung zu handeln. Danny Elfman kann man als Burtons Hauskomponisten bezeichnen. Für die markante Zusammenarbeit der beiden Künstler über mittlerweile immerhin rund zwei Dekaden stehen z. B. Batman[, Mars Attacks, The Nightmare Before Christmas, Sleepy Hollow und Planet of the Apes.

Die Sony-CD präsentiert neben den sieben als Source-Musik fungierenden Oldies — beispielsweise von Elvis Presley, Buddy Holly und Bing Crosby — den Titelsong „Man of the Hour“ der alternativen Rockband Pearl Jam. Danny Elfmans Musikbeitrag befindet sich als Block zwischen den Songs und beansprucht 39 Minuten Laufzeit.

Nicht erst seit kurzem hat sich Elfman zu einem Filmkomponisten gemausert, dessen jeweils nächster CD-Veröffentlichung man mit positiven Erwartungen entgegensieht. Hierfür stehen unter anderem die eher subtile Musik zu Spider-Man, die freche, funkig-poppige Begleitung für Men in Black II und der energiegeladene Action-Score zu Hulk. Und auch mit Big Fish enttäuscht Elfman nicht, hat dieses Mal eine sogar besonders eingängige filmmusikalische Untermalung mit Americana-Touch vorgelegt. In den meisten Tracks ist der Tonfall eher leicht und keineswegs auftrumpfend: in erster Linie stehen Streicher einem folkigen Ensemble aus Streich- und Zupfinstrumenten gegenüber.

Wer die CD auflegt, wird den „typischen“ Elfman-Sound in den ersten Tracks nicht unmittelbar wahrnehmen. Der Komponist arbeitet mit drei Themen, die (wie gewohnt) anfänglich etwas unscheinbar erscheinen. Beim etwas eingehenderen Hören kommen dezente Erinnerungen an frühere Arbeiten des Komponisten auf, ohne dass hier von schlichtem Duplizieren gesprochen werden kann. So erinnern die sehr subtil und zugleich fantasievoll gestalteten folkgeprägten Teile ein wenig an Sommersby und auch Black Beauty. In den mittleren Stücken des sehr überzeugenden Albumschnitts tritt der Elfman-Burton-Touch deutlicher hervor. Hier klingt es etwas skurriler, kommt mitunter (nur) ein Hauch von Sleepy Hollow und Edward Scissorhands mit ins Spiel.

Alles in allem gibt es hier einen unmittelbar weniger charakteristischen, aber keineswegs belanglosen Elfman zu hören. Wie dieser hier mit dem musikalischen Material umgeht und seine Musik gestaltet, ist zwar relativ einfach, was hier aber nicht mit simpel oder banal gleichgesetzt werden darf. Die knapp 40 Minuten Score-Anteil sind vielmehr abwechslungsreich und hörbar liebevoll ausgeführt und dürften auch repräsentativ zusammengestellt sein. Der Interessierte erwirbt eine sehr gut fließende CD mit sehr schöner, eingängiger und dabei überwiegend lyrisch-träumerischer Musik. Eine, die durchaus das Zeug hat, öfter im CD-Spieler zu landen.

Titel: Big Fish
Erschienen: 2004

Laufzeit: 61:24 Minuten

Medium: CD
Label: Sony
Kennung: SK 93094

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