CD

Veröffentlicht am 27.03.2002 | von Michael Boldhaus

Spy Game

Spy Game Michael Boldhaus
Bewertung

Im Spionagethriller Spy Game von Regisseur Tony Scott (Crimson Tide) gerät der CIA-Agent Tom Bishop (Brad Pitt) in erhebliche Schwierigkeiten. In China wegen Spionage zum Tode verurteilt, soll er innerhalb von 24 Stunden hingerichtet werden. Der im Ruhestand lebende Nathan Muir (Robert Redford), ehemaliger Mentor Bishops, soll seinen ehemaligen Schützling befreien. (Der Film wird seit dem 14. März 2002 in den deutschen Kinos gezeigt.)

Harry Gregson-Williams’ Musik präsentiert sich auf der CD als stilistisch breiter Mix von immerhin knapp 72 Minuten Spieldauer. Zum Teil rein orchestral, teilweise aber auch rein elektronisch erzeugte westliche Klänge wechseln mit von mancherlei Ethnischem (aus West bis Fernost) durchsetzten Musikpassagen ab. Hierbei und in den Action-Passagen gibt’s die gewohnten Rhythmen aus dem Hause Hans Zimmer und häufig wird entsprechend stark mit Synthetik untermauert.

Auch das armenische Duduk ist vertreten und im Verbund mit choralen Einschüben (Vocalisen und Gesang) resultiert partiell ein deutliches Gladiator-Feeling. Ein einfaches, schlichtes Klavierthema verbindet die häufig wechselnden Eindrücke und Stimmungen dieser in Teilen zur Sound-Collage neigenden Musik. Gerade die sehr schnellen Stimmungswechsel machen das Ganze aber doch auch (etwas) zum aus (zu) vielen einzelnen Fragmenten bestehenden musikalischen Flickenteppich.

Insofern ist Spy Game kein allzu überzeugend konzipiertes Höralbum. Insbesondere eine Reihe der recht langgezogenen Action-Passagen wirken ohne das zugehörige Bild recht monoton und damit schnell ermüdend. Hier hilft Programmieren des CD-Spielers den Eindruck zu verbessern. Insbesondere im Fokus auf die in den ruhigeren Momenten verborgenen Schönheiten tritt deutlicher hervor, dass Harry Gregson-Williams vor allem beim Ethnischen recht vielseitig gearbeitet hat.

Titel: Spy Game
Erschienen: 2002

Laufzeit: 71:34 Minuten

Medium: CD
Label: Decca (Universal)
Kennung: 016 190-2

Komponist(en):

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CD

Veröffentlicht am 27.03.2002 | von Michael Boldhaus

Monster AG

Monster AG Michael Boldhaus
Bewertung

Was wäre, wenn es die Monster, die kleine Kinder in ihren Schränken vermuten, wirklich gäbe; diese jedoch mehr Angst vor den Menschen hätten als umgekehrt? Die Antwort auf diese originelle Fragestellung kommt aus der Disney-Pixar-Küche und wird von den Machern der beiden Toy-Story-Filme, in Form eines rasant verrückten Filmspaßes geliefert. Das Motto hierfür lautet: Kinderzimmer frei für eine lustige „monstermäßige“ Unterhaltung.

Für die Musik zeichnet Randy Newman verantwortlich. Er steuerte zum Film einen gekonnt pfiffigen, jazzig-bluesigen, aber auch sinfonisch gehaltenen Musik-Mix bei, der sowohl bewährte Cartoon-Standards als auch ansprechende musikstilistische Parodien bereithält. Sicherlich ist Monster AG stilistisch nicht neuartig, aber eine handwerklich prima, vielseitig und dazu mit humorvollem Augenzwinkern gemachte, spritzige Musik-Untermalung, die auch allein von CD gehört ihre Wirkung kaum verfehlt. Und zu guter letzt bringt der Maestro das CD-Album höchstpersönlich mit dem frisch Oscar-prämierten Song „If I didn’t have you“ stimmungsvoll zum Abschluss.

Titel: Monster AG
Erschienen: 2002

Laufzeit: 61:07 Minuten

Medium: CD
Label: Disney (WEA)
Kennung: 0927-43487-2

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 27.03.2002 | von Michael Boldhaus

Nirgendwo in Afrika

Nirgendwo in Afrika Michael Boldhaus
Bewertung

Regisseurin Caroline Links Verfilmung von Stefanie Zweigs autobiografischem Buch Nirgendwo in Afrika läuft seit dem 27. Dezember 2001 in den deutschen Kinos. Der junge schweizer Komponist Niki Reiser, der hierzulande schon mit seiner gefühlvollen Musik zu Jenseits der Stille (1996) recht erfolgreich war, hat auch zu Regisseurin Caroline Links Liebes- und Familiendrama einen recht beachtlichen Score komponiert. In die elegische, von Streichern dominierte Musik – versehen mit gelegentlichen Soli der Holzbläser und des Pianos – sind recht geschickt afrikanische Elemente eingearbeitet, die z.B. an The Lion King oder Dinosaurier erinnern. Gelegentlich sind auch ein paar synthetische Klangelemente zu finden. Einiges erinnert ein wenig an Georges Delerue, die elegische Grundstimmung an das „Adagio für Streicher“ von Samuel Barber und auch ein Hauch von Copland fehlt nicht im „Afrikanischen Busch“. Ein recht ansprechendes, aber vielleicht doch um einen Hauch zu lang geratenes CD-Album.

Titel: Nirgendwo in Afrika
Erschienen: 2001

Laufzeit: 56:50 Minuten

Medium: CD
Label: Virgin (EMI)
Kennung: 7 24381 1812 2

Komponist(en):

Schlagworte:


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