Sampler

Veröffentlicht am 03.05.2001 | von Michael Boldhaus

The Film Music from MGM Musicals

The Film Music from MGM Musicals Michael Boldhaus
Bewertung

Bei den großen Film-Musicals des Golden Age handelt es sich um eine Film-Gattung, die heute insbesondere dem Nachwuchs wenig geläufig sein dürfte. Bis in die späten 20er Jahre (des letzten Jahrhunderts) reichen die ersten großen Erfolge dieses Film-Genres zurück. Die Ursprünge sind zwar in der europäischen Operette zu finden, das amerikanische Produkt „Film-Musical“ entwickelte sich jedoch – aus bescheidenen Anfängen – zu einer der typischsten Schöpfungen aus Hollywoods Glanzzeit. Bereits in den noch überwiegend „Schwarz-Weißen“ 30er Jahren erreichten die verfilmten Musicals ein Höchstmaß an Perfektion und in den Vierzigern verstärkte die üppige Farbenglut des optimierten 3-Farben-Technicolor-Verfahrens nochmals den visuellen Glanz dieser auch typisch amerikanischen Leinwand-Schöpfungen.

Die Reize dieser Filme liegen nur vereinzelt in den zumeist eher simplen Plots (mit-)begründet – Gene Kelly hat diese im Prolog des ersten That’s-Entertainment-Films gelungen charakterisiert: „…Boy Meet’s Girl, He Later Marries…“. Beeindruckend sind vielmehr die hervorragend choreographierten Tanz-Szenen, eingefangen mit Hilfe einer ausgefeilten Kamera-Arbeit, dazu die oft verschwenderische Ausstattung sowie die herrlichen Farb-Kompositionen. Daher hängt in jedem Fall der Erfolg einer Matinee-Vorstellung dieser Filme in besonderem Maße auch von der Qualität des eingesetzten Kopien-Materials ab.

Wie groß die Bedeutung dieser – seit den 70er Jahren praktisch verschwundenen – Film-Gattung einmal gewesen ist, kann der Interessierte anhand der dreiteiligen Kino-Dokumentation That’s Entertainment (1974, 1976 und 1994) eindrucksvoll nachvollziehen. Regisseur Kenneth Branagh hat in Love’s Labour’s Lost • Verlorene Liebesmüh[ (2000) auf charmante Art an die Tradition dieser legendären Filme angeknüpft. übrigens: Jeder, der seinerzeit in Hollywood Film-Karriere machen wollte, wurde auf seine Eignung für die Film-Musicals getestet. Es ist schon sehr originell zu sehen, wie unbeholfen sich spätere Berühmtheiten – z. B. Clark Gable, Gone with the Wind – auf diesem Parkett bewegten…

Auch wenn die Faszination durch Film-Musicals inzwischen ein Phänomen vergangener Zeiten ist: Die sehr eingängige, fantasievoll gestaltete und auch beschwingte, tänzerische Musik dieser Filme hat eine Fülle melodischer Evergreens hinterlassen, die auch manch einer kennen und mögen dürfte, der Musicals ansonsten nicht ausstehen kann.

The Film Music from MGM Musicals

Den Auftakt bildet der ansprechende Chandos-Sampler „The Film Music from MGM Musicals“. Nummern aus Meet Me in St. Louis, Ziegfeld Follies und The Pirate beschwören den Glanz der Vierziger und den des Metro-Goldwyn-Mayer Studios, das auf diesem Gebiet die fulminantesten Resultate geliefert hat. Diesen stehen die Vertreter der Fünfziger, Gigi, Singin’in the Rain,The Band Wagon und Brigadoon, in ihrer Wirkung nicht nach.

Wer kennt nicht den berühmten Gene-Kelly-Song „Singin’in the Rain“, den „Trolley Song“ aus Meet Me in St. Louis oder die bekannten Walzer aus Gigi. Neben diesen ist für mich „Heather on the Hill“ aus Gene Kellys romantisch-märchenhaftem Highland-Musical Brigadoon ein persönlicher Favorit von ganz besonderem lyrischen Charm.

Das Chandos-Album ist ein Reissue von Einspielungen, die Elmer Bernstein bereits 1990 mit dem Royal Philharmonic Orchestra unter Mitwirkung der Ambrosian Singers realisiert hat. Die Interpretationen und Aufnahmen sind mit versierter Hand gemacht und auch die partiell eingesetzten Solisten sind so gewählt, das sie in Stimmlage und Ausdruck ihren berühmten Vorbildern ähnlich sind. Auch sind die Original-Orchestrierungen von Conrad Salinger zugrunde gelegt worden: Dieses sehr unterhaltsame Filmmusical-Konzert ist gelungen.

Titel: The Film Music from MGM Musicals
Erschienen: 2000

Laufzeit: 52:54 Minuten

Medium: Sampler
Label: CHANDOS MOVIES
Kennung: 7053

Komponist(en):

Schlagworte:


Sampler

Veröffentlicht am 03.05.2001 | von Michael Boldhaus

Rodgers & Hammerstein: Complete Overtures, Carousel, The King and I und Oklahoma

Rodgers & Hammerstein: Complete Overtures, Carousel, The King and I und Oklahoma Michael Boldhaus
Bewertung

Die Namen Richard Rodgers (Komponist) und Oscar Hammerstein II (Librettist) stehen für eine Reihe unvergesslicher Show-Erfolge am Broadway. 1992 erwies der Dirigent John Mauceri dem Komponisten Richard Rodgers eingehend Referenz, indem er erstmalig sämtliche Musical-Ouvertüren in der originalen Instrumentierung eingespielt auf einer CD vorgelegt hat. Dem Interessierten bieten diese einen sehr schönen klingenden Einstieg in die Musical-Welt des Richard Rodgers. Sie ist aber auch eine interessante Ergänzung zu den Film-Versionen, da diese sämtlich neu arrangiert worden sind.

In den frühen 50er Jahren mussten die Studiobosse Hollywoods erkennen, dass nichts mehr war wie früher. Dem anfänglich eher belächelten Medium Fernsehen gelang es in zunehmendem Maße den Kinos das Publikum abzujagen. Die großen Studios antworteten mit einer Offensive aus vermehrt üppig ausgestatteten und technisch innovativen Produktionen: Das Golden Age erlebte seine letzte Blüte.

20th Century Fox hatte bereits 1945 eine Version des Rodgers & Hammerstein Musicals State Fair für die Kinoleinwand adaptiert. Jetzt engagierte man sich für das Breitwand-Verfahren CinemaScope. Dessen anfängliche Probleme in der Bildauflösung versuchte man durch Aufnahme auf 55 mm breitem Film-Streifen und nachträgliches Verkleinern auf das kinoübliche 35-mm-Format zu beheben (CinemaScope 55).

In dieser Form wurden Carousel (Regie: Henry King) und The King and I (Regie: Walter Lang) produziert: Beide Filme erlebten 1956 ihre Premiere. Bereits im Oktober 1955 schlug allerdings die Geburtsstunde des ersten 70-mm-Verfahrens, „Todd AO“, das anschließend (bis Anfang der 70er Jahre) das Verfahren der Centfox für großangelegte Film-Produktionen werden sollte. In der Anfangsphase von Todd-AO-70-mm wurden die Filme allerdings zusätzlich auf 35-mm-Scope-Material aufgenommen – das hier gezeigte Plakat bewirbt die letztere Fassung. Und, mit der Innovation des Normal-Bildformats, erlebte auch der Ton neue Dimensionen: er ging in die „stereophone“ Breite und Tiefe. (Dank des Innovations-Motors Kino ließ die Stereophonie für zu Hause auch nicht mehr allzu lange auf sich warten: 1958 wurde die Stereo-LP eingeführt.)

Die drei CDs des EMI-Labels Angel präsentieren jeweils die ehemaligen LP-Versionen, ergänzt mit zusätzlichem, bislang unveröffentlichtem Material. Die Tonqualität ist beachtlich: Die Aufnahmen klingen voll und auch sehr räumlich. Allerdings, da der Produktion offenbar kein reines Musik-Master, sondern eines des kompletten Filmtons zugrunde gelegt worden ist, sind neben der Musik (allerdings nur vereinzelt) auch dezente Geräusche zu hören. Insgesamt sind die drei fast randvoll bestückten CD-Alben eine wirklich runde Sache. So macht es viel Spaß, z. B. den bekannten Carousel-Walzer in der für den Film naturalistisch aufgepeppten Version zu hören, die für mich mit ihrem veredelten Rummelplatz-Flair dem sachlicheren Broadway-Original überlegen ist. Neben den Songs enthalten die drei Titel aber auch einiges an rein instrumentalen Teilen, die vielen Hörern besonders zusagen dürften.

Übrigens: bei Carousel und The King and I hatte „Big Al“ seine Hände im Spiel – hier ist natürlich nicht der gleichnamige Allosaurus gemeint, sondern Alfred Newman, seinerzeit Chef des Music-Departments von 20th Century Fox. Sehr schön eingearbeitet ist beispielsweise die klangliche Exotik in verschiedenen Stücken von The King and I. Die verblüffende Räumlichkeit des bislang unveröffentlichten, sehr originellen „The Small House of Uncle Thomas“ vermag auch moderne, digital-verwöhnte Ohren zu überzeugen. Dieses primär von exotischen Klangfarben und Rhythmen dominierte Stück ist ein Beleg für die überraschend hohe Qualität stereophoner Aufnahmen vor immerhin schon knapp 60 Jahren.

Offenbar sind die zusätzlichen Audio-Materialen der CDs vom kompletten Tonmix der Filme abgenommen, der neben der Musik auch die Geräusche enthält. Naturgemäß spielen bei Musicals Hintergrund-Geräusche eine geringe Rolle, die in den Ballett-Musiken von Carousel und Oklahoma (partiell) wahrnehmbaren Tanzgeräusche sind aber doch etwas störend. Insbesondere gilt dies für die Gewitter-Sequenz im teilweise delikat impressionistisch schillernden „Out of My Dreams“ aus Oklahoma. Die umfangreichen (30 seitigen) und informativen Booklets – jeweils mit angefügtem Plakatmotiv sogar als „fold out“ – gleichen dies aber (fast) wieder aus.

Trotz dieser kleinen Einschränkung sind die Editionen unterm Strich sehr willkommen. Für Freunde der Film-Musicals dürften die CDs wohl nahezu unverzichtbar sein, aber auch für Neugierige sind sie einen Versuch wert. Es handelt sich um schöne Unterhaltungsmusik mit Pfiff und deutlichen Hör-Qualitäten. Ganz Vorsichtige sollten mit der insgesamt besonders ansprechenden The King and I einsteigen.

Titel: Rodgers & Hammerstein: Complete Overtures, Carousel, The King and I und Oklahoma
Erschienen: 1992

Laufzeit: 66:55 Minuten

Medium: Sampler
Label: Philips
Kennung: 434 127-2

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 03.05.2001 | von Michael Boldhaus

Rodger & Hammerstein’s Carousel

Rodger & Hammerstein’s Carousel Michael Boldhaus
Bewertung

Titel: Rodger & Hammerstein’s Carousel
Erschienen: 2001

Laufzeit: 70:14 Minuten

Medium: CD
Label: Angel
Kennung: 5 27352 2

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 03.05.2001 | von Michael Boldhaus

Rodgers & Hammerstein’s The King and I

Rodgers & Hammerstein’s The King and I Michael Boldhaus
Bewertung

Titel: Rodgers & Hammerstein’s The King and I
Erschienen: 2001

Laufzeit: 75:57 Minuten

Medium: CD
Label: Angel
Kennung: 5 27351 2

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 03.05.2001 | von Michael Boldhaus

Rodgers & Hammerstein’s Oklahoma!

Rodgers & Hammerstein’s Oklahoma! Michael Boldhaus
Bewertung

Titel: Rodgers & Hammerstein’s Oklahoma!
Erschienen: 2001

Laufzeit: 76:42 Minuten

Medium: CD
Label: Angel
Kennung: 5 273501 2

Komponist(en):

Schlagworte:


Sampler

Veröffentlicht am 03.05.2001 | von Michael Boldhaus

Selections from Victory at Sea

Selections from Victory at Sea Michael Boldhaus
Bewertung

Victory at Sea etc.

Die Musical-Vertonungen von Richard Rodgers sind fast durchweg weltberühmt geworden. Weniger bekannt ist, dass Rodgers auch einige Fernseh-Musiken komponiert hat. Für NBC-Television entstand 1952 die Musik zur Weltkrieg-II-Dokumentations-Serie Victory at Sea. Eine unmittelbar ansprechende, üppige und in ihrem ausgesprochen tonmalerischen Gestus, kombiniert mit eingängiger Melodik, unmittelbar mitreißende Musik. Sie erinnert stilistisch an die besten Kompositionen des Briten Ron Goodwin (hierzu siehe auch den Artikel Klassische Britische Filmmusik 3: Mit leichter Hand).

Erich Kunzel hat auf seinem 1989er Telarc-Album mit Musik aus Kriegsfilmen hieraus eine rund 22-minütige gut kompilierte Suite vorgelegt. Daneben gibt es von Rodgers noch knapp 5 Minuten aus einer weiteren Weltkrieg-II-TV-Dokumentation The Valiant Years. Darüber hinaus bietet diese solide Kunzel-Kompilation eine Suite aus Casablanca, die Märsche aus Die Brücke am Kwai und Der längste Tag, die Generals-Märsche (McArthur und Patton), Ron Goodwins Hauptthema aus Luftschlacht um England sowie das „Warschauer Konzert“ und schließlich ein Medley bekannter US-Marsch-Themen. Der Käufer erhält einen guten Gegenwert für sein Geld. Die hervorragende Aufnahmetechnik macht einige der Stücke außerdem zu guten Demonstrations-Objekten für die Power der heimischen Stereo-Anlage.

© aller Logos und Abbildungen bei den Rechteinhabern (All pictures, trademarks and logos are protected.)

Titel: Selections from Victory at Sea
Erschienen: 1989

Laufzeit: 61:02 Minuten

Medium: Sampler
Label: Telarc
Kennung: 80175

Komponist(en):

Schlagworte:


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