Special

Veröffentlicht am 09.08.2001 | von Michael Boldhaus

Klassische Britische Filmmusik – Folge 3


Sampler

Veröffentlicht am 09.08.2001 | von Michael Boldhaus

The Film Music of Sir Richard Rodney Bennett

The Film Music of Sir Richard Rodney Bennett Michael Boldhaus
Bewertung

Klassische Britische Filmmusik – Folge 3: Mit leichter Hand

Auch der dritte Artikel widmet sich dem Thema Britische Filmmusik nicht in ganz strengem Sinne. Dieses Mal geht es außerdem um mit „leichter Hand“ entworfene Kompositionen sinfonischer Unterhaltungs-Musik und damit um Stücke, die zwar auf Eingängigkeit hin konzipiert sind, aber deswegen beileibe nicht als minderwertig angesehen werden sollten. Im angelsächsischen Raum sind die Grenzen zwischen U- und E-Musik traditionell fließender als hierzulande (siehe hierzu auch das erste Telarc-Special). Häufig trifft man im Repertoire der seriösen Komponisten eine ungewöhnlich große stilistische Bandbreite: von Arbeiten zu Jazz-, Konzert-, Oper- über Film- bis Unterhaltungsmusik. Wobei die letztgenannte Kategorie speziell in Großbritannien als so genannte „British Light Music“ eine besondere Tradition besitzt. Eine Musikrichtung, die viel Wohlklingendes und auf ihre Art auch Edles zu bieten hat, die unmittelbare Wirkung entfalten kann und die nicht zuletzt durch die häufig anzutreffende tonmalerische Gestaltung der Stücke viele Berührungspunkte zur Filmmusik aufweist.

The Film Music of Sir Richard Rodney Bennett

Richard Rodney Bennett (geboren 1936) komponiert neben „seriösen“ Werken auch vielseitige Filmmusik, von der diese neue CD der Serie „Chandos-Movies“ Auszüge aus sechs Partituren vorstellt. Murder on the Orient Express • Mord im Orient Express (1974) ist eine etwas behäbige Agatha-Christie-Kriminal-Verfilmung mit Starbesetzung. Im Zentrum der Suite steht der Dampflokomotiven-Walzer, der sehr naturalistisch das Anfahren des Orient Expresses symbolisiert. Far from the Madding Crowd • Die Herrin von Thornhill (1967) ist eine von Bennetts eindrucksvollsten Tonschöpfungen für das Kino geworden; sie fasst die Liebe und Leidenschaft der (etwas spröden) Filmhandlung in pastoral-sinnliche, von authentischen Folksongs und stimmigen Holzbläsersoli geprägte, betörend schöne Klänge. Die Musik zu Lady Caroline Lamb • Die große Liebe der Lady Caroline (1972) gehört ebenfalls zu den filmmusikalischen Perlen des Komponisten. Die hier präsentierte Konzertfassung „Elegie für Bratsche und Orchester“ ist ein intimes, sehr delikat instrumentiertes Werk von innigem Ausdruck. Vergleichbares gilt für die nostalgische und zugleich abgeklärte Klangschöpfung zu Enchanted April • Verzauberter April (1991). Hier verleiht der Tonschöpfung einigen Reiz die – mir ansonsten eher unsympathischen – Ondes Martinot z. B. im Zusammenwirken mit Flageoletts der Violinen.

Gegenüber diesen stärker klassizistisch angehauchten Werken sind die kurzen Auszüge aus dem Fernsehfilm Tender Is the Night (1985) und Four Weddings and a Funeral • Vier Hochzeiten und ein Todesfall (1994) deutlich stärker der zeitgenössischen Unterhaltung verpflichtet. Während „Nicole’s Theme“ aus Tender Is the Night noch passabel ist, fällt die recht poppig gestaltete „Love Scene“ aus Four Weddings and a Funeral doch ein deutliches Stück gegenüber dem Rest des Gebotenen ab – hier hätte sich sicher interessantere Musik angeboten.

Die Auswahl aus Bennetts Filmmusiken präsentiert zwar Material, das manch einer der älteren Sammler bereits auf LP oder CD in seiner Sammlung haben dürfte. Dies gilt primär für Murder on the Orient Express und Far from the Madding Crowd; hingegen waren Lady Caroline Lamb und in abgeschwächter Form auch Enchanted April auf Tonträger immer relativ schwierig zu beschaffen. Das Album ist daher im Interesse nachwachsender Interessenten (an Richard Rodney Bennets schönen Filmmusiken) auch in der vorliegenden Zusammenstellung durchaus willkommen. Rumon Gamba und das bewährte BBC Philharmonic Orchestra verrichten auch hier einen guten Job. Insgesamt ist das Album jedoch nicht ganz so überzeugend gelungen, wie von den übrigen der Chandos-Movies-Serie gewohnt. Zum einen hätte ich mir partiell andere Musik und auch etwas mehr gewünscht (Platz wäre noch vorhanden gewesen), zum anderen wirkt manches der eingespielten Suiten, besonders Murder on the Orient Express, etwas blass. Zum Teil geht dies sicher ein wenig zu Lasten der einen natürlichen Konzertsaal-Klang anstrebenden Aufnahmetechnik, aber auch den Interpretationen fehlt gelegentlich doch etwas Drive. Dies sind jedoch relativ kleine Einschränkungen gegenüber einer Produktion, deren positive Aspekte deutlich überwiegen.

Hier gibt es eine Übersicht der bisher besprochenen Chandos-Movies-CDs.

Titel: The Film Music of Sir Richard Rodney Bennett
Erschienen: 2001

Laufzeit: 69:45 Minuten

Medium: Sampler
Label: CHANDOS MOVIES
Kennung: 9867

Komponist(en):

Schlagworte:


Sampler

Veröffentlicht am 09.08.2001 | von Michael Boldhaus

Ron Goodwin and the Odense Symphony Orchestra (Miss Marple etc.)

Ron Goodwin and the Odense Symphony Orchestra (Miss Marple etc.) Michael Boldhaus
Bewertung

Ron Goodwin

Der 1925 geborene Ron Goodwin ist ein talentierter Komponist, der sich im Bereich der sinfonischen Unterhaltung etablierte. Seine sehr eingängige Musik ist einem schwelgerischen und häufig operettenhaft wirkenden Stil angenehm verpflichtete. Neben vielen schönen melodischen Einfällen geben die oft auch pfiffigen Instrumentationen und Arrangements den Klangschöpfungen ihre Reize. Goodwin dürfte hierzulande besonders durch einige seiner Film-Kompositionen bekannt sein, wie durch die Musik zum Weltkrieg-II-Epos The Battle of Britain • Luftschlacht um England (1967) und zur köstlichen Komödie Those Magnificent Men in Their Flying Machines • Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten (1965).

Das Hauptthema zu den knuffigen Miss-Marple-Filmen mit Margret Rutherford dürfte hingegen den allermeisten Lesern wohlvertraut sein. Diese sehr eingängige Melodie charakterisiert geschickt und elegant zugleich die schrullige, jedoch gewitzte alte Lady: hierzu dient ein barockes Cembalo, das zusammen mit dem angerockten und leicht poppig rhythmisierten Orchestersatz überaus originell Alt und Neu verbindet. Die auf dem X-Label veröffentlichte Suite fasst das wichtigste musikalische Material aus den vier Miss-Marple-Filmen gelungen zusammen.

In den Musiken zum Ritter-Spektakel Lancelot and Guinevere sowie zum Kriegsfilm Force 10 from Navarone tritt Episches stark hervor. Musikalisch erweist sich Ron Goodwin sowohl der mittelalterlichen Pracht der Ritter-Welt als auch einem heroischen Kommando-Unternehmen im zweiten Weltkrieg durchaus gewachsen. Wuchtige Bläserfanfaren und archaisierende Ritterromantik stehen solider britischer Marschmusik (kombiniert mit ordentlich gestalteten Spannungsmomenten) gegenüber. Es ist etwas schwierig dem Album gerecht zu werden. Die reizend verschrobenen Miss-Marple-Musiken liegen (zusammen mit Lancelot) klar an der Spitze (4 ½ S) des Gebotenen – und gehören auch zum Besten im Filmmusik-Schaffen dieses Komponisten. Das Weltkriegsepos erweist sich hingegen als deutlich schwächer (2 ½ nur vereinzelt bis maximal 3 S) – es handelt sich generell um eine der blassen Arbeiten Goodwins zu Kriegsfilmen. Aus besonderer Sympathie zu Miss Marple gibt’s für den auch gutbestückten Sampler insgesamt aber „noch“ 4 Sterne. Ron Goodwin leitet das Odense Symphony Orchestra in gelungenen Einspielungen, deren satter Sound auch von Seiten der Tontechnik überzeugend aufgezeichnet worden ist.

Die „Britische Filmmusik“ und die „British Light Music“ liegen dicht beieinander. Diese Aussage kann der interessierte Hörer eingehend in der Reihe „British Light Music“ des Marco-Polo-Labels überprüfen. Diese verdienstvolle Anthology dieses in Sachen „Ausgrabung unbekannter Musik“ besonders rührigen Labels präsentiert in der Zwischenzeit auf über 20 CD-Alben eine erkleckliche Auswahl mit populärer sinfonischer britischer Unterhaltungs-Musik. Die ausgewählte CD ist ebenfalls Ron Godwin gewidmet. Sie enthält neben Auftragsarbeiten der Gattung Light-Music auch Konzert-Arrangements aus seinen Film-Musiken. Der einleitende peppige und zugleich tonmalerisch gestaltete Marsch aus 633 Squadron (1964) und das herrliche, breit-melodische Hauptthema aus The Trap • Wie ein Schrei im Wind (1965) sind Edelsteine eines reichhaltigen Programms. Neben schönen und nicht undelikaten kleineren Stücken wie dem bekannten „Venus Waltz“ und einem originellen „Minuett in Blue“ sind die beiden größeren Suiten „Drake 400 Suite“ und „New Zealand Suite“ die Höhepunkte dieser CD. Beides sind Auftrags-Kompositionen, die der Komponist raffiniert ausgeführt hat – mit Sinn für Klang, schönen melodischen Einfällen und geschickter Instrumentierung. Vielen Hörern dürfte insbesondere die klangprächtige „Drake 400 Suite“ besonders ins Ohr gehen. Diese ist nicht allein reich an naturalistischen tonmalerischen Meeresstimmungen; durch das sehr Bildhafte in der Musik wird unterschwellig geradezu ein Kino-Feeling mitgeliefert. Ron Goodwin leitet das gut disponierte New Zealand Symphony Orchestra in auch klanglich sehr gelungenen Aufnahmen. Das ordentlich gemachte Booklet bietet knappe, aber ausreichende Infos zu den eingespielten Stücken.

Titel: Ron Goodwin and the Odense Symphony Orchestra (Miss Marple etc.)
Erschienen: 1993

Laufzeit: 72:45 Minuten

Medium: Sampler
Label: X-Records
Kennung: LXE 706

Komponist(en):

Schlagworte:


Sampler

Veröffentlicht am 09.08.2001 | von Michael Boldhaus

British Light Music: Ron Goodwin (Drake 400 and other Works)

Titel: British Light Music: Ron Goodwin (Drake 400 and other Works)
Erschienen: 1996

Laufzeit: 69:54 Minuten

Medium: Sampler
Label: Marco Polo
Kennung: 8.223518

Komponist(en):

Schlagworte:


Sampler

Veröffentlicht am 09.08.2001 | von Michael Boldhaus

British Light Music 1: World Premieres

„British Light-“ und „(Film-)Music“ auf dem ASV- Label

Auch auf dem Koch-Musik-Label ASV befindet sich eine Serie mit leichter britischer (Film-)Musik im Aufbau. Gegenwärtig sind drei CDs mit der Royal Ballett Sinfonia unter Gavin Sutherland und Barry Wordworth erhältlich, die auch unter dem Oberbegriff „British Light Music“ firmieren. Erfreulicherweise scheint man bemüht zu sein, eigene Akzente zu setzen. (Unnötiges Duplizieren der bereits auf Marco-Polo-CDs vorliegenden Musik-Stücke wurde bislang weitgehend vermieden.) Dieses Terzett bietet insgesamt sehr hörenswerte Musik. Von den britischen Komponisten des ersten Artikels sind William Alwyn mit einer reizvollen „Suite of Scottish Dances“, Alan Rawsthorne mit der „Overture for Farnham“ und auch Malcolm Arnold (sogar mehrfach) vertreten, z. B. mit dem Marsch „HRH The Duke of Cambridge“. Die schöne „Suite of Scottish Dances“ könnte man den im ersten Artikel besprochenen Orchestertänzen Arnolds gelungen hinzufügen und der schmissige Marsch des Duke of Cambridge lässt den Hörer ebenfalls schmunzeln, der Arnolds Märsche aus Filmen wie Die Brücke am Kwai (1959) und Die Herberge zur 6. Glückseligkeit (1958) im Ohr hat.

Originelles bietet aber auch Eric Fenbys – mit bekannten Melodie-Zitaten des berühmten italienischen Opern-Komponisten Gioachino Rossini durchsetzte – humorvolle Overtüre „Rossini on ilkla Moor“, desgleichen Gordon Jacobs Konzert-Overtüre „The Barber of Seville Goes to the Devil“; ebenfalls erwähnenswert sind Raymond Warrens klangschöne und raffiniert instrumentierte Suite über alte irische Volkslieder „Wexford Bells“ sowie die farbige „Traditional Hornpipe Suite“ von Adrian Kraft. Besonders schön ist die lyrisch zart beginnende und nach effektvoller Steigerung ebenso ausklingende Komposition von Maurice Johnstone „Tarn Hows – A Cumbrian Rhapsody“ und gekonnte stürmische Tonmalereien bietet Sir Malcolm Sargents „An Impression on a Windy Day“. Aber auch Richard Rodney Bennetts „Little Suite“ ist eine mehr als nur hübsche Ergänzung zur ersten CD dieser Review. Die Interpretationen und auch die Klangtechnik sind tadellos. Die Booklets bieten ordentliche Informationen, allerdings ausschließlich in Englisch.

Zwei weitere CDs mit der Royal Ballett Sinfonia unter dem Dirigat von Kenneth Alwyn sind ausschließlich Werken eines ebenfalls im Bereich gehobener Unterhaltung etablierten Profis gewidmet, des Komponisten Richard Addinsell (1904-1977). Das wohl bekannteste Konzert-Stück Addinsells, das „Warsaw Concerto“ (Warschauer Konzert), entstammt dem Film Dangerous Moonlight (1941) und ist denn auch titelgebend für eine der beiden CDs – es wurde ein frühes Paradestück der „British Light Music“. Diese kleine Konzertrhapsodie im Rachmaninoff-Stil dürfte vielen Hörern nicht unbekannt sein. (Das sehr eingängige und auch effektvolle Stück schmückte schon die kleine Platten-Sammlung meiner Eltern in den frühen Sechzigern und gehört für mich zu den frühesten filmmusikalischen Hörerfahrungen).

Auf den beiden CDs ist eine ganze Palette von Filmmusik-Themen und Suiten aus Addinsells vielen Kino-Schöpfungen zu einem reichhaltigen (nahezu ausschließlich) filmharmonischen Konzert vereint. Höhepunkte sind der pfiffige Marsch „Cavalry of the Clouds“ aus dem frühen britischen Propaganda-Streifen The Lion Has Wings (1939), die lyrisch-transparent gehaltene Musik aus The Greengage Summer (1961) mit ihrem sanften französischen Charme und ihren schön auskomponierten Holzbläser-Soli, die Suite aus Hitchcocks Australien-Kostümdrama Under Capricorn •Sklavin des Herzens (1949) mit stärker epischem Touch, die mit Mickey-Mousing durchsetzte Prelude und der delikate, von rauschenden Harfen-Glissandi und Läufen der Celesta geprägte herrliche Walzer aus Blithe Spirit (1945) sowie die romantisch-melancholische Tonschöpfung zum frühen David Lean Film The Passionate Friends (1948).

Bei der Suite aus Scrooge, der 1951er Version von Charles Dickens berühmter Weihnachtsgeschichte, handelt es sich um eine saubere Konzertfassung, die gegenüber dem Original allerdings die stimmungsvollen Chöre ein wenig vermissen lässt. Hörenswert sind auch der Walzer zum 1943 uraufgeführten Theaterstück „Parisienne“; die Auftragsarbeit für ein TV-Short, aus welchem die „Southern Rhapsody“ für Klavier und Orchester resultierte sowie Marsch und Walzer aus der Peter Sellers Komödie Waltz of the Toreadors • Walzer des Toreros (1962).

Addinsells Film-Musiken sind mit denen Ron Goodwins in der Qualität der melodischen Einfälle vergleichbar, sind allerdings kompositorisch häufig eine Klasse raffinierter. Dass es auch an den Aufnahmen zu diesen beiden Alben und den (ebenfalls rein englischsprachigen) Booklets nichts Wesentliches zu bemängeln gibt, versteht sich fast schon von selbst.

Titel: British Light Music 1: World Premieres
Erschienen: 1999

Laufzeit: 70:11 Minuten

Medium: Sampler
Label: ASV
Kennung: CD WHL 2116

Schlagworte:


Sampler

Veröffentlicht am 09.08.2001 | von Michael Boldhaus

British Light Music 2: Discoveries

Titel: British Light Music 2: Discoveries
Erschienen: 2000

Laufzeit: 74:08 Minuten

Medium: Sampler
Label: ASV
Kennung: CD WHL 2126

Schlagworte:


Sampler

Veröffentlicht am 09.08.2001 | von Michael Boldhaus

British Light Music 3: Discoveries

Titel: British Light Music 3: Discoveries
Erschienen: 2000

Laufzeit: 71:01 Minuten

Medium: Sampler
Label: ASV
Kennung: CD WHL 2128

Schlagworte:


Sampler

Veröffentlicht am 09.08.2001 | von Michael Boldhaus

Music of Richard Addinsell (Warsaw Concerto)

Music of Richard Addinsell (Warsaw Concerto) Michael Boldhaus
Bewertung

Titel: Music of Richard Addinsell (Warsaw Concerto)
Erschienen:

Laufzeit: 68:14 Minuten

Medium: Sampler
Label: ASV
Kennung: CD WHL 2108

Komponist(en):

Schlagworte:


Sampler

Veröffentlicht am 09.08.2001 | von Michael Boldhaus

Richard Addinsell: Film Music

Richard Addinsell: Film Music Michael Boldhaus
Bewertung

Titel: Richard Addinsell: Film Music
Erschienen: 1999

Laufzeit: 67:56 Minuten

Medium: Sampler
Label: ASV
Kennung: CD WHL 2115

Komponist(en):

Schlagworte:


Sampler

Veröffentlicht am 09.08.2001 | von Michael Boldhaus

British Light Music: Miniatures

Abschließend noch ein Album aus der Marco-Polo-Reihe: „Miniatures“. Es vereint kürzere Musikstücke von 17 verschiedenen Komponisten. Ein bunter Reigen schöner leichter Musik wird vom RTE Concert Orchestra unter Ernest Tomlinson mit Verve und Drive dargeboten. Die sorgfältig gestaltete Edition wartet darüber hinaus im Booklet mit wertvollen Infos zu den einzelnen Komponisten und den eingespielten Musik-Stücken auf. Für die Leser, die durch Benjamin Frankels Battle of the Bulge • Die letzte Schlacht (1965) neugierig auf weitere Filmmusik des Komponisten geworden sind, wird ein charmant klingendes Leichtgewicht als Gegenstück zur dramatischen Musik zum Weltkrieg-II-Epos geboten: „Carriage and Pair“ aus dem 1950er Film So Long at the Fair.

Die CD ist nicht nur unabhängig von den übrigen ein in vielem bezauberndes Hörerlebnis, sondern auch ein idealer Schnupper-Sampler für Vorsichtige.

Fazit: „Britische Filmmusik“ und „British-Light-Music“ liegen in vielem nicht allein dicht beieinander, die Grenzen beider Genres sind fließend. Neben schlichter, aber hübsch gestalteter Tea-Time-Musik sind auch satztechnisch und kompositorisch anspruchsvollere Stücke vertreten, die im Grenzbereich zur so genannten „seriösen“ Konzertsaal-Musik angesiedelt werden dürfen.

Die zum Thema „British Light Music“ vorgestellten fünf (von insgesamt neun) CDs der Labels ASV und Marco Polo geben einen Einblick in ein vielseitiges musikalisches Œuvre, dessen Reize als leicht zugängliche sinfonische (Unterhaltungs-)Musik hierzulande noch zu wenig ins Bewusstsein breiter Hörer-Schichten gedrungen sind.

Zum Thema „Britische Filmmusik“ dürfte zwar für viele Leser insbesondere die Kompilation der Miss-Marple-Musiken besonders attraktiv sein; musikalisch ebenfalls nicht zu verachten, sind aber sowohl das Chandos-Movies Album „The Film Music of Sir Richard Rodney Bennett“ als auch die beiden Richard-Addinsell-Alben des ASV-Labels.

Wer auf der Suche nach leicht zugänglicher und abwechslungsreicher sinfonischer Kost ist, liegt aber bei sämtlich vorgestellten Titeln genau richtig.

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Titel: British Light Music: Miniatures
Erschienen: 1994

Laufzeit: 62:10 Minuten

Medium: Sampler
Label: Marco Polo
Kennung: 8.223522

Schlagworte:


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