Twilight Zone 40th Anniversary Box

Geschrieben von:
Michael Boldhaus
Veröffentlicht am:
30. November 1999
Abgelegt unter:
Sampler

Score

(4.5/6)

Musik auf Tonträger erschien zum ersten Mal 1983–85 auf insgesamt fünf Varèse-LPs, in Originalaufnahmen aus dem CBS-Archiv: Die jetzt aktuell bei Silva erschienene Jubiläums-4-CD-Box enthält das vollständige Programm der Varèse-Platten. Zusätzlich gibt’s Herrmanns oben erwähnte Versatzstücke in der „Outer Space Suite“, und dazu ist erstmalig vom selben Komponisten die Musik zur Episode The Hitchhiker enthalten. Hier handelt es sich allerdings um eine wiederverwendete Hörspielmusik aus den dreißiger Jahren und diese wird daher nicht zu seinen regulären Twilight-Zone-Musiken gezählt. Herrmann und Goldsmith ist jeweils eine CD gewidmet. Die beiden übrigen CDs des Sets bringen ausgezeichnete Beiträge von Nathan van Cleave, Fred Steiner, Jeff Alexander, Nathan Scott, Leonard Rosenman und auch Franz Waxman. Besonders die Beiträge des 1910 geborenen Nathan van Cleave sind erwähnenswert: Van Cleave war ehemaliger Arrangeur für Paul Whitemans New Yorker Band, später versierter Fernsehkomponist und auch für Hollywood tätig. Von ihm gibt es sehr ausgefeilte und besonders geschickte Orchestrierungskunst zu hören, dazu interessante frühe Experimente im Kombinieren elektronischer Klänge (Novachord, Theremin) mit denen natürlicher Instrumente. Die Komposition zur Folge „I Sing the Body Electric“ war außerdem der einzige in Stereo produzierte Musikbeitrag der Serie überhaupt. Die Jazz-Tracks (von Goldsmith und Garriguenc auf den CDs 2 und 3) wurden nicht für eine spezielle Folge der Serie komponiert, dienten aber als Versatzstücke zum Unterlegen verschiedener Folgen. Im Vergleich zu den erfahrenen alten Hasen mögen die Beiträge des Newcomers Goldsmith hier und da noch etwas unbeholfen klingen, aber sie zeigen doch schon die meisten Markenzeichen seines später auch in Hollywood erfolgreichen Kompositionsstils. Für Goldsmith waren es schließlich die ersten Kompositionsversuche überhaupt und die immerhin so erfolgreich, dass Alfred Newman ihn zur Vertonung von Lonely are the Brave • Einsam sind die Tapferen (1962) an Universal empfahl. Die vierte CD bietet Interessantes von Leonard Rosenman und Waxmans „The Sixteen-Millimeter Shrine“. Letztere Episode, mit einer Billy Wilders berühmtem Film Sunset Boulevard • Boulevard der Dämmerung (1950) nicht ganz unähnlichen Handlung, knüpft auch stilistisch hörbar an Teile der Sunset-Boulevard-Musik an.

Die Restauration der alten Originale ist hervorragend gelungen: Diese klingen jetzt besonders im Vergleich mit den Varèse-LPs erheblich präsenter, dynamischer und unverschleiert. Etwas schwach ist allerdings das Booklet ausgefallen: Die Texte sind zwar nicht schlecht, aber doch erheblich knapper als die der Plattencover; die Szenenfotos aus einzelnen Episoden sind dazu erheblich matschiger und wirken damit „billiger“ als die seinerzeit auf den LP-Covers abgedruckten. Da hätte Silva besser auf die Zugabe des „vergänglicheren“ Millenniumkalenders (eines Faltblattes) verzichten und etwas mehr in Gestaltung und Umfang der Textbeilage investieren sollen. Die Tracklistings für die erste CD sind zudem fehlerhaft, aber in dem unten aufgeführtem Listing korrigiert.

Komponist*in:
Herrmann, Bernard

Erschienen:
1999
Gesamtspielzeit:
291:00 Minuten
Sampler:
Silva
Kennung:
STD 2000
Zusatzinformationen:
4-CD-Set

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