Panic Room

Geschrieben von:
Michael Boldhaus
Veröffentlicht am:
25. Mai 2002
Abgelegt unter:
CD

Score

(3.5/6)

Der Psycho-Thriller Panic Room startete am 18. April 2002 in den deutschen Kinos. Meg Altman (Jodie Foster) will sich mit ihrer Tochter Sarah (Kristen Stewart) vor Einbrechern in einem Geheimzimmer verbergen und gerät gerade dadurch vom Regen in die Traufe. Regisseur David Fincher, der auch Seven und Fight Club inszenierte, sorgt in der nervenaufreibenden Story für einige Hochspannung. Musikalisch zeichnet dafür Howard Shore verantwortlich, der wieder einmal eine kompromisslos – abseits von Mainstream und Kommerz – gestaltete Filmmusik geschaffen hat.

Düster, bohrend und stark bassbetont ist das Klangbild. Shore setzt hauptsächlich auf tiefe Streich- und Blasinstrumente, und vermeidet z.B. konsequent strahlende Trompeten. Als Bindeglied zu den mit natürlichen Instrumenten erzeugten Klängen werden auch synthetische Sounds gelungen genutzt. Was hier geboten wird, unterscheidet sich merklich von mehr oder weniger standardisierter, häufig primär synthetisch organisierter Thriller-Dutzend-Ware. Es ist vielmehr zweifellos durchdacht, lässt ein ausgefeiltes Kompositions- und Klangkonzept und damit Raffinesse erkennen.

Das Resultat zählt allerdings kaum zu den auch ohne die zugehörigen Filmbilder besonders interessanten Shore-Hör-Alben, wie z.B. zu The Cell oder zu The Score. Was in Einheit mit dem Film sicherlich sehr überzeugt, dabei wohl primär hinter dem Bild agiert und funktioniert, wirkt allein von CD gehört jedoch schnell monoton und ermüdend – und ist, insbesondere aus dem Nebenraum herüberschallend, perfekt geeignet einen ungeliebten Nachbarn zur Weißglut zu bringen. Insofern eine Filmmusik, die keinesfalls „schlecht“ geraten ist, sich aber überwiegend an Fans sperriger Thriller-Scores wie Silence of the Lambs und Seven wendet. Ein Probehören ist daher dringend angeraten.

Komponist*in:
Shore, Howard

Erschienen:
2002
Gesamtspielzeit:
30:09 Minuten
Sampler:
Varèse
Kennung:
VSD 6346

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