Message in a Bottle

Geschrieben von:
Cinemusic.de - Team
Veröffentlicht am:
11. Februar 2001
Abgelegt unter:
CD

Score

(3.5/6)

Message in a Bottle: Die alleinerziehende Journalistin Theresa entdeckt eines Tages eine Flaschenpost, deren Inhalt sich als Liebesbrief entpuppt. Mit dem Schreiber der Zeilen, dem Schiffsbauer Garry, der um seine verstorbene Frau trauert, verbindet sie bald eine zarte, spirituell geprägte Liebe, die jedoch nach kurzer Zeit tragisch endet. Gabriel Yared hat wiederholt für Filmprojekte dieser Art eingängige, elegische Musik beigesteuert – z. B. The English Patient oder Autumn in New York. Im Jahr 1999 komponierte er für Message in a Bottle (nach dem Bestseller von Nicholas Sparks) einen ähnlich sensiblen und emotionalen Score.

Im ersten Track „To All The Ships At Sea“, erzeugt Yared mit Orchester- und Synthesizer-Klängen eine üppig melodische Hymne, die in einer sehr schönen Streicherpassage ihren Höhepunkt findet. Dieses „See-Thema“ wird im weiteren Verlauf des Scores mit den sphärisch-choralen Klängen aus „Images Of The Past“ kombiniert und begegnet dem Hörer in dieser Konstellation noch öfter. „Tell Me About Catherine“ setzt sich von den übrigen Stücken ab, da hier der Komponist selbst ein blues-artiges Piano-Stück vorträgt.

Besonders gelungen ist „Theresa“. Hier wechseln sich stimmungsvolle Piano-Klänge mit zarten Holzbläsereinsätzen ab. Das Theresa-Thema hat Ohrwurmcharakter und taucht in poppiger Variante noch einmal in „Where The Boundaries Are“ auf. Hier wird das Piano durch zwei Klassik- und eine E-Gitarre ausgetauscht, was der Musik eine balladenhafte Note verleiht.

Der Höhepunkt des Scores ist das Stück „Storm“: Es beginnt mit düsteren Streicher-Klängen, aber die hinzutretenden Bläser verleihen der Musik rasch eine heroische Note. Das See-Thema wird erneut aufgegriffen und diesmal breitorchestral und wuchtig ausgespielt; den Abschluss bildet eine wortlose, fast religiös wirkende Chorpassage.

Vergleicht man die Musik zu Message in a Bottle mit Yareds aktueller Arbeit zu Autumn in New York, dann fallen beim Hören schon Ähnlichkeiten auf, was aber auf die melodramatische Verwandtschaft der beiden Film-Stoffe zurückzuführen ist. Der Komponist bleibt auch in Message in a Bottle seinem elegischem Stil treu und schwelgt dabei in üppigen melancholischen und sogar vielfältigeren Melodien als in Autumn in New York, und erzeugt dabei angenehm satte, teilweise fast meditative Klänge. Infolge der größeren Themenvielfalt erscheint mir Message in a Bottle sogar noch etwas überzeugender gelungen. In jedem Fall ist Gabriel Yared hier eine handwerklich solide gearbeitete Komposition gelungen, die beim Kinozuschauer, wie auch beim Hörer der CD, genau die Art von Emotionen hervorruft, die beabsichtigt sind.

Mit über achtundvierzig Minuten Laufzeit bietet die CD genügend musikalisches Material, um den Score eingehender genießen zu können. Wer Yareds Musik-Stil mag und vielleicht bereits Autumn in New York gekauft hat, liegt auch hier richtig.

Komponist*in:
Yared, Gabriel

Erschienen:
1999
Gesamtspielzeit:
48:26 Minuten
Sampler:
Atlantic
Kennung:
83179-2

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