Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs: Das offizielle Begleitbuch

Geschrieben von:
Peter Kramer
Veröffentlicht am:
23. Dezember 2003
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Natürlich erhält auch der letzte Teil von Peter Jacksons Verfilmung des Herrn der Ringe von J.R.R. Tolkien sein offizielles Filmbegleitbuch aus der Feder von Jude Fisher. Die Ausstattung ist wie gewohnt gut: großes Format, fester Einband und Schutzumschlag. Nur eine Klapptafel gibt es diesmal nicht.

Der Text folgt der Filmhandlung wiederum nicht chronologisch, sondern orientiert sich an den Personen, Völkern und Orten der Handlung. Dabei hat sich der erfreuliche Trend des zweiten Bandes zu Die zwei Türme fortgesetzt: Die sich durch Flüchtigkeit und/oder Unwissenheit (der Autorin und/oder des Übersetzers?) einschleichenden Fehler und Ungenauigkeiten sind noch weniger und unbedeutender geworden. Trotzdem hier einige Korrekturen, wobei ich Abweichungen, die so auch im Film vorkommen, ausspare (soweit bereits bekannt): Der Eine Ring ist nicht der „letzte“ der Ringe der Macht (S. 5), Gondor nicht das „letzte“ Königreich der Menschen (S. 7; hier geht es doch außerdem um Rohan!); Denethor verzweifelt nicht, weil er „zuviel Wissen über die Welt“ ansammelt, sondern weil Sauron ihn im Palantír nur das sehen lässt, was er sehen soll (S. 16); Mordor wurde nicht in „Nachbarschaft zu Gondor“ gegründet, denn dieses Reich gab es damals noch nicht, sondern erst etwa 2300 Jahre später (S. 26); die Nazgûl tragen keine „verrosteten Rüstungen“ (S. 32); Frodo wurde nicht durch das Schwert des Hexenkönigs verwundet, sondern durch ein Messer (S. 34); Gollum kennt Kankra nicht „seit Jahrhunderten“, sondern lernt sie irgendwann zwischen dem Verlassen des Nebelgebirges (im Jahr 2944 des 3. Zeitalters) und seiner Freilassung aus Mordor (3017 des 3. Zeitalters) kennen, also vor 2 bis 75 Jahren (S. 61).

Aber wie bei seinen beiden Vorgängern sind auch bei diesem Band wieder die Bilder das Wesentliche: Wunderschöne, teilweise doppelseitige Farbfotos geben einen Vorgeschmack auf den zu erwartenden Augenschmaus des Films, oder — je nachdem, ob man ihn schon gesehen hat — lassen einen in Erinnerungen an die üppigen Filmbilder schwelgen. Da das Buch vor der Erstaufführung des Films erschienen ist, wird jedoch nicht alles gezeigt (und gesagt). So wird man ein Bild des Spinnenwesens Kankra oder des Schattenheeres der Toten von Dunharg vergeblich suchen. Also doch eher ein Appetitanreger als ein Souvenir? Nun, jedenfalls stimmt es auch in diesem Punkt mit den ersten beiden Büchern der Serie überein.

So bietet auch dieser Band in seinem Text viele — wenn auch nicht immer ganz zuverlässige — Informationen zu den Protagonisten und Örtlichkeiten des Films sowie ihren Hintergrundgeschichten. Letztlich dürften sich daran aber primär Tolkien-Kenner stören. Und die Bilder sind allemal die Anschaffung wert.

Dieser Artikel ist Teil unseres umfangreichen Herr-der-Ringe-Specials.

Autor*in:
Fisher, Jude

Erschienen
2003
Seiten:
72
Verlag:
Klett-Cotta
Kennung:
ISBN 3-608-93506-1
Zusatzinfomationen:
€ 15,00 (D)

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