DVD

Veröffentlicht am 23.08.2003 | von Michael Boldhaus

Alice im Wunderland

Alice im Wunderland Michael Boldhaus
Bild
Ton
Extras

Walt Disneys erste Auseinandersetzung mit Lewis Carolls Kinderbuchklassiker findet ihren Niederschlag in den (noch stummen) „Alice-Comedies“ der 20er Jahre, in denen ein realer Charakter (ein kleines Mädchen) in einer noch recht schlichten Cartoon-Welt agiert. Bereits 1931 kaufte Disney die Rechte an den Original-Illustrationen der Buchvorlage und plante für 1933 eine aufwändiger animierte Version des Wunderlandes mit Mary Pickford als Darstellerin der Alice. Das Projekt blieb wegen Paramounts Spielfilm Alice in Wonderland (1933) unverwirklicht und erst nach dem überwältigenden Erfolg von Snow White and the Seven Dwarfs (1937) begannen erneute Vorarbeiten. Der Zweite Weltkrieg führte allerdings zu weiteren Verzögerungen und erst im Juni 1947 begannen endgültig die Arbeiten für das nun als reine Zeichentrick-Version geplante Filmprojekt.

Die animierten Figuren sollten ursprünglich dicht an John Tenniels Original-Illustrationen der Buchvorlage angelehnt werden, aber die Animation der verzwickt angelegten Figuren erwies sich als nicht überzeugend machbar. Zwar dienten die originalen Zeichnungen der Figuren als Inspirationsquelle, diese wurden aber sämtlich neu und natürlich auch Disney-typisch interpretiert. Und so geriet der im Jahre 1951 in London gestartete Film komplett zur originären Neuschöpfung des Hauses Disney. Dem chaotischen Nonsense-Humor der Vorlage entspricht ein Feuerwerk tricktechnisch geschickt umgesetzter, turbulenter Einfälle und sinnlich-berauschender Farben, wobei 33 der 80 Charaktere der Buchvorlage eingearbeitet sind. Eine wichtige Rolle in der visuell überzeugenden Umsetzung spielt auch hier die Multiplane-Kamera und die sorgfältig ausgewählten, zum Teil bewusst grotesken Stimmen für die Synchronisation. So wurde die Stimme von Alice aus über 200 kindlichen Bewerberinnen ausgesucht.

Wie in sämtlichen Disney-Cartoons wurde große Sorgfalt auf die musikalische Ausstattung verwendet. Alice im Wunderland enthält insgesamt 14 Songs sowie einen Marsch und damit mehr als alle anderen vergleichbaren Filme aus dem Hause Disney. Unter anderem waren die Songwriter Sammy Fain, Mack David und Jerry Livingston involviert. Oliver Wallace komponierte den Score, für den er schließlich mit einer Oscar-Nominierung belohnt wurde.

Titel: Alice im Wunderland
Erschienen: 2003

Zusatzinformationen: USA, 1951
Laufzeit: 72 Minuten

Medium: DVD

Schlagworte:


DVD

Veröffentlicht am 23.08.2003 | von Michael Boldhaus

Mary Poppins

Mary Poppins Michael Boldhaus
Film
Bild
Ton
Extras

Das Märchen um die gute Fee Mary Poppins, die im Haushalt einer Londoner Bankiers-Familie um 1910 mit überkommenen Traditionen, Biederkeit und Humorlosigkeit aufräumt, erschien bereits 1934 in England. Das Buch erlangte rasch große Popularität und bereits 1939 begann sich Walt Disney dafür zu interessieren.

Der Film wurde ausschließlich in den Disney-Studios realisiert. Neben einer Reihe von Szenen in denen reale Schauspieler und Zeichentrickfiguren vorzüglich kombiniert sind, machen eine Reihe der (insgesamt 102) zum Teil wundervollen Matte-Paintings (Glasmalereien) von Peter Ellenshaw den Film zum visuellen Fest. Insbesondere einige der Abendstimmungen, in denen das Licht durch zuvor frei gekratzte kleine rückseitige Öffnungen hindurchschimmert, wirken faszinierend und besonders überzeugend.

Die Britin Julie Andrews hatte bereits am Broadway die Liza aus „My Fair Lady“ verkörpert. Sie bewarb sich allerdings erfolglos um die Filmrolle in Warner Brothers’ 70-mm-Produktion und so wurde Mary Poppins für Julie Andrews die erste Filmrolle. Der Film erlebte seine Premiere am 27. August 1964 und wurde zum Abräumer für diverse Auszeichnungen. Mary Poppins erhielt insgesamt 13 Oscar-Nominierungen und gewann 5 Oscars. Neben einem für Julie Andrews, als „Beste Schauspielerin“, gingen zwei der Trophäen an die Sherman-Brüder: einer in der Kategorie „Bester Song“ („Chim Chim Cher-ee“) und der andere für die „Beste Musik“.

Die Disney-DVDs

Die Disney-DVDs präsentieren in der Special Collection „Zauberhafte Abenteuer“ sowohl Alice im Wunderland als auch Mary Poppins in sehr guter, fast makelloser Bildqualität. Das jeweilige Bild wird im korrekten Bild-Seitenverhältnis (Alice im Wunderland in 1 : 1,33 und Mary Poppins in 1 : 1,85) präsentiert, ist scharf, rauscharm und sehr detailliert. Die Werte für Farbe und Kontrast können als sehr gut bezeichnet werden. Bei Mary Poppins tendieren die Hauttöne ein wenig zu braun, was aber nur als minimale Einschränkung zu werten ist. Dies gilt ganz besonders, wenn man die farblich stark defekten Fernsehausstrahlungen zum Vergleich heranzieht.

Der ursprünglich monorale Ton ist bei Alice im Wunderland sanft stereofonisiert worden und bei Mary Poppins ist der solide Mono-Dialog-Geräuschmix mit der stereofon eingespielten Musik und Songs sowie einzelnen Surround-Geräusch-Effekten veredelt worden.

Das Zusatzmaterial ist gegenüber den technisch ansonsten vergleichbaren Deluxe-Editionen auf US-Laser-Disc deutlich bescheidener ausgefallen, gibt in den Extras eher knappe Einblicke in die jeweilige Produktion, fokussiert mit seinen interaktiven Spielen speziell auf ein sehr junges Zielpublikum und bietet dementsprechend auch Gelegenheit zum Mitsingen.

Titel: Mary Poppins
Erschienen: 2003

Zusatzinformationen: USA, 1966
Laufzeit: 133 Minuten

Medium: DVD
Verleih: Disney DVD
Kennung: 100023

Regisseur(e):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 23.08.2003 | von Michael Boldhaus

Mary Poppins

Mary Poppins Michael Boldhaus
Bewertung

Musik-CD: Mary Poppins

Das Komponisten-Duo Richard M. und Robert B. Sherman stattete Mary Poppins mit einer Reihe erstklassiger Songs aus. Deren schöne Melodien und lustige Texte bilden das Rückgrat eines der bekanntesten und wohl auch schönsten Disney-Musicals. Wohl kaum jemand kennt nicht das reizende und lustige Lied vom Teelöffel Zucker, der beim Hinunterschlucken auch bitterer Medizin so hilfreich ist oder das nicht minder charmante und leicht melancholische Chim Chim Cher-ee. Und beim unvergesslichen Supercalifragilisticexpialidocious handelt es sich um einen berühmten Zungenbrecher, der in eine ansprechende Musiknummer verpackt daherkommt.

Etwas weniger bekannt, jedoch nicht minder schön ist das innig-warme „Feed the Birds“, das die alte Taubenfrau vor der St. Paul’s Cathedral charakterisiert. Ähnliches gilt für das warmherzige Wiegenlied „Stay Awake“. Und ebenfalls nicht zu verachten sind das originelle Suffragetten-Lied der Mrs. Banks und ebenso das humorvoll-ironische Duett das Mary Poppins und der auf Disziplin und die althergebrachte Autorität des Familienvorstandes Wert legende Mr. Banks zum Thema Kindererziehung vortragen: „The Life I Lead“.

Bemerkenswert sind die neben den Songs liebevoll sinfonisch ausgestalteten reinen Musik-Passagen, in denen die Song-Themen schön zitiert und auch variiert anklingen. Durch eine sehr sorgfältig und farbig ausgeführte Instrumentierung gewinnen diese Teile zusätzlichen Charme. Auf der CD ist davon neben der hübschen als Main Title fungierenden Ouvertüre aber leider nur das turbulente Schornsteinfeger-Ballett in „Step in Time“ vertreten.

Die weitgehend aus Songs bestehenden rund 54 Albumminuten sind mit einem etwa 16-minütigen Interview mit den Sherman-Brothers ergänzt. Eine recht informative Zugabe, die auch mit Demo-Recordings einiger der charakteristischen Songs aufwartet. Das ist zwar keineswegs übel, aber eine auf etwa 10 Minuten verkürzte Interview-Version und dafür (unter Ausnutzung der vollen CD-Lauflänge) zusätzlich ein etwa 15-minütiger Score-Anteil, das wäre m. E. die optimale Kompilation gewesen. Aber auch so gibt’s für das sehr unterhaltsame und außerdem hervorragend klingende Album vier Sterne und damit eine klare Empfehlung.

Lesen Sie hierzu die Buch-Rezension „Alles über Alice“.

Titel: Mary Poppins
Erschienen: 2002


Medium: CD
Label: Walt Disney Records (wea-Vertrieb)
Kennung: 0927-44462-2

Komponist(en):

Schlagworte:


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