The Cider House Rules

Geschrieben von:
Michael Boldhaus
Veröffentlicht am:
14. März 2000
Abgelegt unter:
CD

Score

(4/6)

Der Film The Cider House Rules • Gottes Werk und Teufels Beitrag – nach John Irvings gleichnamigen Roman –wird am 16. März 2000 bei uns anlaufen. Der schwedische Regisseur Lasse Hallström inszenierte die intime Geschichte um den Waisenjungen Homer Wells (Tobey Maguire), der in den 30er Jahren in St. Cloud, einem Waisenhaus im ländlichen US-Bundesstaat Maine, heranwächst und von dessen warmherzigem Leiter, Dr. Wilbur Larch (Michael Caine), unter die Fittiche genommen wird. Larch vermittelt Homer eingehende medizinische Kenntnisse, aber mit den illegalen Schwangerschaftsabbrüchen, die er an verzweifelten Frauen vornimmt, verursacht er bei dem jungen Mann jedes Mal große Gewissensbisse. Als Homer an der Schwelle zum Erwachsensein steht, macht er sich auf, die Welt jenseits des eher verträumten St. Cloud kennen zu lernen. Er erfährt eine neue, größere Welt voller neuer, unbekannter Eindrücke, erlebt Abenteuer und große Liebe, aber ebenso Tragödien, Gefahren und Verrat. Auch wenn die in seinem früheren Leben gültigen Regeln oft wertlos scheinen, sind es schließlich doch die Erziehung und die moralischen Wertvorstellungen seines ehemaligen Mentors, des gütigen Dr. Larch, die Homer helfen, jene Entscheidungen zu treffen, die ihm den richtigen Platz und damit seinem Leben den richtigen Sinn geben.

Die aus England stammende Komponistin Rachel Portman hat zu dieser intimen Geschichte um das Erwachsenwerden eine ebenso intime Tonsprache gewählt. Das Klavier dominiert in ihrer Komposition und wird im Wesentlichen von Oboe, Klarinette und Streichern unterstützt – die Blechbläser spielen nur eine untergeordnete Rolle. Das überaus lyrisch-warme Hauptthema hat Ohrwurmcharakter und erinnert in seiner charmanten Einfachheit an ein Kinderlied. Es durchzieht in geschickten Variationen die gesamte Komposition und verleiht der Musik einen nachhaltigen Georges-Delerue-Touch, gewürzt mit einer kleinen Prise James Horner. Insgesamt ist die Musik ruhig, optimistisch und romantisch, gelegentlich auch etwas melancholisch, aber weitgehend unpathetisch. Die nur vereinzelt spürbaren minimalistischen Anklänge bleiben unaufdringlich und wirken nicht ermüdend. Somit ist Rachel Portmans Musik zu Gottes Werk und Teufels Beitrag eine sehr schöne, melodische und romantisch-eingängige Filmkomposition gelungen, die auch abseits vom Film gefällt: Eine CD die von vielen sicher öfter gehört werden dürfte, als so manches „Meisterwerk“ der Filmmusik.


Mehrteilige Rezension:

Folgende Beiträge gehören ebenfalls dazu:


Originaltitel:
Gottes Werk und Teufels Beitrag

Komponist*in:
Portman, Rachel

Erschienen:
2000
Gesamtspielzeit:
40:41 Minuten
Sampler:
Sony
Kennung:
SK 89031

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