La Ville des Prodiges

Geschrieben von:
Michael Boldhaus
Veröffentlicht am:
20. Dezember 2000
Abgelegt unter:
CD

Score

(4/6)

Der Film des spanischen Regisseurs Mario Camus La Ville des Prodiges ist in Deutschland bislang wohl nicht gezeigt worden. Der 1947 geborene Algerier Jean-Marie Sénia schrieb für diesen um die Jahrhundertwende in Barcelona spielenden Film eine hörenswerte Musik für ein kleines Ensemble aus Streichern, Klavier, Gitarre und Akkordeon. Eine zentrale Rolle spielt das Klavier, das auch einige Solostücke bestreitet. Insgesamt bewegt sich die romantische Musik abseits gewohnter üppiger Kinosinfonik, ist überwiegend intim solistisch und dabei im Ausdruck melancholisch gehalten. Durch das häufiger eingesetzte Akkordeon bekommt die Klangschöpfung auch folkloristischen Touch, der im Tango von „Ambition devorante“ besonders schön zur Geltung kommt. Das sehr klangschöne, melodisch-eingängige Hauptthema durchzieht die Musik dazu in gelungenen Variationen.

Sénias Musik zu La Ville des Prodiges gehört sicher nicht zu den Kino-Tonschöpfungen im gewohnten Hollywood-Sound, sondern ist vielmehr ein überwiegend kammermusikalisch orientiertes und handwerklich überdurchschnittliches Pendant dazu. Insgesamt präsentiert sich hier ein ungewohntes, sehr sauber gearbeitetes, durchaus charmantes Werk, das für nicht nur auf klangliche Üppigkeit und auf Bombast fixierte Hörer eine interessante Ergänzung der Kollektion sein kann.


Mehrteilige Rezension:

Folgende Beiträge gehören ebenfalls dazu:


Komponist*in:
Sénia, Jean-Marie

Erschienen:
2000
Gesamtspielzeit:
55:08 Minuten
Sampler:
CAM
Kennung:
494911-2

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