The Mummy Returns

Geschrieben von:
Michael Boldhaus
Veröffentlicht am:
15. Mai 2001
Abgelegt unter:
CD

Score

(4/6)

Die Mumie ist zurückgekehrt! Seit dem 17. Mai 2001 treibt sie auch in den deutschen Kinos erneut ihr Unwesen. Auch dieser zweite Teil ist primär auf rasante, tricktechnisch brillante pure Unterhaltung angelegt, wobei gegenüber dem Vorläufer nochmals kräftig draufgesattelt worden ist. Man sollte sich von der Flut der Bilder und Töne einfach nur unterhalten lassen: Dies ist „Popcorn-Kino“ im besten Sinne des Begriffs.

Die schwungvolle musikalische Untermalung von Alan Silvestri ist ab dem 21. Mai auch als deutsche Pressung erhältlich. Der Komponist muss wohl kaum näher vorgestellt werden. Sein breitorchestraler Stil – z. B. in den Musiken zur Back-to-the-Future-Trilogie -, der wesentlich aus musikalischen Stil-Elementen von Jerry Goldsmith und John Williams gespeist wird, hat auch hierzulande viele Freunde gefunden.

Jerry Goldsmith betreute musikalisch den ersten Filmteil (siehe hierzu auch den Artikel The Mummy. Alan Silvestri knüpft atmosphärisch an den Vorläufer an und unterstreicht damit auch musikalisch den Fortsetzung-Charakter. Die CD bietet rund 70 Minuten üppig orchestrale Filmmusik mit Chor, erfreulicherweise ohne aufgesetzte Synthesizer-Spielereien. Nicht nur atmosphärisch knüpft Silvestri bei der Goldsmith-Mumie an, auch der musikdramaturgische Aufbau ist annähernd identisch – was beim eingehenderen Hören der vielen rasanten Action-Passagen deutlich wird. Hier gilt das schon zur Goldsmith-Mumie Geschriebene. Neben stilistischen Anleihen bei King Solomons Mines sind auch Silvestris eigene Action-Scores, wie Judge Dredd, deutlich spürbar. Ein klein wenig vermisse ich in der Fülle der farbig-rasanten Action-Cues breiter angelegte lyrische Passagen, bei denen der Hörer Melodie genießen und relaxen kann.

Handwerklich steht alles zum Besten, die Musik ist geschickt und auch farbig gestaltet. Ein kleines Minus ist allerdings, dass sich Silvestri thematisch bei anderen bedient: Das heroische Hauptthema z. B. ist praktisch identisch mit dem aus Cuthroat Island von John Debney. Abgesehen davon, vermag das Album aber sehr gut zu unterhalten: man spürt, wie sehr der Komponist diesen eher klassisch orientierten klang-schwelgerischen Musik-Stil mag. Es ist schon beeindruckend, wie kraftvoll und virtuos mit dem musikalischen Material umgegangen wird und auch wie geschickt instrumentiert worden ist.

Die musikalische Action-Tour-de-Force lässt fast vergessen, dass der Ton-Schöpfung Originalität nun einmal nicht zuerkannt werden kann. Nun, wie auch immer: Wer mal wieder so richtig in üppigen Orchester-Sounds mit Chor schwelgen (oder besser „mitgerissen“ werden) möchte, der liegt hier genau richtig.

Als Abschluss der CD gibt’s einen Song mit dem Titel „Forever may not be long enough“ der MCA Band LIVE. Ob dieser nun, wie die Werbung verspricht, ein „besonderes Schmankerl“ ist, mag jeder für sich selbst entscheiden. Ich empfinde den Song, da atmosphärisch in keiner Weise zur übrigen Musik passend, allein als störenden Anachronismus. Doch dagegen gibt es ein bewährtes Mittel: wegprogrammieren!

Komponist*in:
Silvestri, Alan

Erschienen:
2001
Gesamtspielzeit:
74 Minuten
Sampler:
Decca
Kennung:
013983-2

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