Kaleidoscope: An Orchestral Extravaganza

Geschrieben von:
Michael Boldhaus
Veröffentlicht am:
28. April 2021
Abgelegt unter:
Klassik

Die hier versammelten effektvollen und zugleich unmittelbar eingängigen Repertoirestücke gehören in die Kategorie beliebter Zugaben, mit denen Konzertabende häufiger gelungen abgerundet werden. Der australische Maestro Sir Charles Mackerras (1925–2010) führt im äußerst kurzweiligen, mit Temperament, Schmiss und Präzision dargebotenen Programm den Taktstock. Mackerras ist in besonderem Maße durch seine Vielzahl von Studioaufnahmen geläufig, die er mit einem Minimum an Proben gestaltete, ohne dass dadurch das Resultat negativ beeinträchtigt worden ist. Das Kaleidoscope-Album demonstriert neben der musikalischen Qualität aber auch die hohe Professionalität des Dirigenten, der Studiozeiten hoch effizient zu nutzen verstand, indem er in den Abläufen gelegentlich entstehende Verzögerungen nutzte, um noch kürzere Piecen mit aufzunehmen. So entstammen die hier vertretenen mit viel Elan dargebotenen Ouvertüren zu „Die Fledermaus“, „Der Zigeunerbaron“ und „Die lustigen Weiber von Windsor“ derartigen Gelegenheiten.

Neben den dargebotenen Musikstücken sind aber auch die aufnahmetechnischen Aspekte interessant. C. Robert Fine und seine Ehefrau Wilma Cozart Fine (Mercury Living Presence) waren wohl diejenigen Pioniere, deren Arbeiten die entscheidenden Grundlagen für die Hi-fi-Stereoaufnahmetechnik schlechthin gesetzt haben. So befragte das RCA-Aufnahmeteam um den Toningenieur Jack Pfeiffer, als im März 1953  Living Stereo an den Start ging, Orchestermitglieder, um möglichst exakt herauszubekommen, wie bei zuvor erfolgten Mercury-Aufnahmesitzungen die Mikrofone platziert gewesen waren.

Wie der Begleithefttext verrät, wurden die Aufnahmen der zum ursprünglich bei Philips erschienenen LP-Album „Kaleidoscope“ – welches auch der vorliegenden CD-Kompilation den Namen leiht – zugehörigen Stücke vom Mercury-Aufnahmeteam betreut. Das besonders brillante Ergebnis hebt sich dezent hörbar ab vom keineswegs einfach schlechten, aber eben schon etwas halligeren und akustisch weniger präsent und differenziert ausgeleuchteten Resultat, das Vittorio Negri für Philips bei den beiden Ouvertüren von Johann-Strauß (Sohn) (Die Fledermaus & Der Zigeunerbaron) erreicht hat. Vergleichbar hochwertig wie die Mercury-Einspielungen geraten sind hingegen die zusätzlich als Füller von der Decca-LP „Finlandia – The Music of Sibelius and Grieg“ stammenden Stücke, die unter der Ägide des legendären Toningenieurs Kenneth Wilkinson entstanden.

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Erschienen:
2020
Gesamtspielzeit:
139:56 Minuten
Sampler:
Decca Eloquence
Kennung:
ELQ4829360 (Universal Music) 2 CDs
Zusatzinformationen:
London Symphony Orchestra; London Proms Symphony Orchestra; Dirigent: Sir Charles Mackerras

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