Die Oscar-Filme

Geschrieben von:
Michael Boldhaus
Veröffentlicht am:
6. April 2007
Abgelegt unter:
Lesen

Welcher Film gewann in welchem Jahr welche Oscars (Academy Awards)? Wer Antwort auf diese Fragen sucht, dazu möglichst noch in einer deutschsprachigen Publikation, der wird fündig im Buch von Hans-Jürgen Kubiak. Dabei stehen natürlich die in der Kategorie „Bester Film des Jahres“ ausgezeichneten Kandidaten im Zentrum der Publikation. Der Gewinner des jeweiligen Jahres wird ausführlich beschrieben. Darüber hinaus sind die wichtigsten Mitkonkurrenten (Nominierungen) gelistet. Zusätzlich wird jeweils der Jahresbeste aus der Kategorie „nicht-englischsprachiger Film“ kurz vorgestellt und auch hier findet sich zur Ergänzung eine Liste der wichtigsten Nominierungen. Die Gewinner der im Jahr 2001 neu geschaffenen Kategorie „bester Animationsfilm“ werden ebenso berücksichtigt.

Weitere nützliche Infos finden sich im umfangreichen Anhang. Hier gibt’s zum Ersten die wichtigsten Oscar-Gewinner gelistet. Zum Zweiten ist da eine Tabelle, die Oscar-Filme der Kategorie „Bester Film“ nach verliehenen Awards plus Nominierungen absteigend listet. Zum Dritten findet sich eine Übersicht in der die 50 einspielträchtigsten Oscar-Filme aufgeführt sind. Außerdem gibt’s ein Literaturverzeichnis und das sehr übersichtliche, sogar dreifach (nach Filmen, nach Regisseuren und nach Schauspielern) gegliederte Register, mit dessen Hilfe man sich schnell zurechtfindet.

Hier findet der Interessierte Lesenswertes zu den Preisträgern des jeweiligen Jahres: von Wings (1927), Casablanca (1942), Die Brücke am Kwai (1957) über Patton (1970) und Gandhi (1982) bis zu Nirgendwo in Afrika (2002) oder auch Herr der Ringe — Die Rückkehr des Königs (2004). Ebenso zu Rashomon (1951), Die Jungfrauenquelle (1960), Wojna I Mir (1968) oder Z (1969).

Dabei erschöpfen sich die flüssig geschriebenen und unterhaltsam lesbaren Texte beileibe nicht im sauberen Nacherzählen der Filmhandlung. Sie sind darüber hinaus angereichert mit wertvollen Hintergrundinfos und Anekdoten, die Kubiaks Buch sowohl zum informativen wie gelegentlich auch amüsanten Lesebuch werden lassen. So erfährt man z. B. bei Die Brücke am Kwai auch von den repressiven Umtrieben des „Komitee(s) für unamerikanische Umtriebe“, das über schwarze Listen quasi Berufsverbote verhängte. So konnten die wahren Drehbuchautoren Carl Foreman und Michael Wilson erst später rehabilitiert und in die Chronik der Academy aufgenommen werden. In den Credits des betreffenden Films findet sich — wie es sich gehört — auch immer der Komponist der Filmmusik, welcher der Autor auch hin und wieder eine Anmerkung widmet.

„Die Oscar-Filme“ erschien erstmalig 2004 und ist derzeit die einzige derartige Veröffentlichung auf dem regulären deutschsprachigen Markt — vergleichbare Publikationen wie Norbert Stresaus „Der Oscar“, erschienen bei Heyne letztmalig 1994, sind zurzeit vergriffen. In der nun vorgelegten 2. Auflage von „Die Oscar-Filme“ sind natürlich auch die aktuellen Preisträger, wie Departed (2006), enthalten. Der Käufer ist also auf dem neuesten Stand. Er erhält ein kompaktes Kompendium zum Thema, das durch sein handliches Taschenbuchformat auch für unterwegs, beispielsweise längere Bahnfahrten geeignet ist. Kubiaks Buch ist kein das Thema Film-Oscars erschöpfend abhandelndes, aber in gut aufbereiteter Form das Wesentliche vermittelndes Buch. Es lädt nicht allein zum Nachschlagen ein, sondern auch — und das ist mindestens ebenso wichtig für eine gute Publikation — zum darin herumzustöbern.

Fazit: Ein wertvolles Buch für den Filmfreund im Allgemeinen und gewiss nicht nur für die Angeber, die gern einmal auftrumpfen wollen. Außerdem stimmt hier das Preis-/Leistungsverhältnis.

Dieser Artikel ist Teil unseres Spezialprogramms zu Ostern 2007.

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Autor*in:
Podeswa, Jeremy

Erschienen
2007
Seiten:
416
Verlag:
Schüren
Kennung:
978-389472-490-0

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