British Light Overtures I

Geschrieben von:
Michael Boldhaus
Veröffentlicht am:
8. Juni 2003
Abgelegt unter:
Sampler

Weitere Hör-Einblicke in die Welt der „British Light Music“ (siehe auch: Klassische Britische Filmmusik 3: Mit leichter Hand) ermöglichen die vier nachfolgend vorgestellten CD-Alben.

Die Leichte Musik ist kein Feld der avantgardistischen Wagnisse, aber deswegen keineswegs anspruchslos oder auch nur überkommen. Es handelt sich überwiegend um handwerklich souverän komponierte Stücke kleinerer Dimensionen, die ein möglichst breites Publikum unmittelbar ansprechen und (im besten Sinne) in erster Linie unterhalten wollen. Es finden sich dabei manche kleine und auch größere Perlen, die den Hörer bezaubern können, die es damit Wert sind, auch von kontinentalen Musikfreunden vermehrt entdeckt zu werden.

British Light Overtures 1 & 2

Die beiden Kompilationen des britischen ASV-Labels eröffnen den Reigen. Bei den insgesamt 20 Ouvertüren handelt es sich in erster Linie um als Auftakt von Konzerten mit „Leichter Musik“ gedachte, geschickt auf zündenden Effekt hin konzipierte Stücke.

So findet sich hier z. B. William Blezards (∗ 1921) im Jahr 1966 entstandene Ouvertüre „Caramba“, deren Titel eindeutig auf das lateinamerikanische Flair der Musik hinweist. „Tantivity Towers“ von Thomas Dunhill (∗ 1877 – † 1946) ist ein hübsches Potpourri aus Themen der gleichnamigen, 1931 uraufgeführten Operette. „Boy Wizard“, entstanden in 2001, ist schon ein wenig humorvoller musikalischer Reflex auf Harry Potter. Reizvoll klingende Anleihen bei der Folklore bieten John Gardners „Scots Overture“ und John Ansells (∗ 1874 – † 1948) „Plymouth Hoe“, bei der auch das berühmte „Rule Britannia“ eine wichtige Rolle spielt.

Stanley Black (∗ 1913) dürfte manchem Leser als Arrangeur und Dirigent einer Reihe von Filmmusik-LPs der 70er Jahre geläufig sein. Black, der auch rund 200 Filme vertonte, ist mit „Overture to a Costume Comedy“ vertreten. Das hier verarbeitete Material, ein augenzwinkernder Stilmix aus diversen klassischen Vorbildern der Operntradition, ist größtenteils der Filmmusik zu Mrs. Fitzherbert (1947) entlehnt.

Der rührige Philip Lane (∗ 1950) hat sich nicht nur um die Rekonstruktion klassischer britischer Filmmusik-Partituren verdient gemacht, sondern komponiert dazu für vielerlei Genres. Seine hier aufgenommene „A Spa Overture“ entstand als klingendes Porträt seiner Heimatstadt Cheltenham und wurde 1982 vom Cheltenham Ladies’ College in Auftrag gegeben.

Aber auch die anderen, hier nicht näher genannten Werke fallen keineswegs aus dem Rahmen angenehmer, kurzweiliger sinfonischer Unterhaltung. Die Royal Ballet Sinfonia unter Gavin Sutherland lässt diesen mitunter kleinen Schätzen angemessen spritzig-frische Interpretationen zuteil werden. Die oftmals pfiffigen Details der sorgfältig ausgeführten Instrumentierungen werden Dank einer hervorragenden Klangtechnik im Detail hörbar. Die Liner Notes geben vielfältige Auskünfte, sind aber nur in Englisch vorhanden.

Komponist*in:
Diverse

Erschienen:
2003
Gesamtspielzeit:
66:27 Minuten
Sampler:
ASV
Kennung:
CD WHL 2133

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