CD

Veröffentlicht am 14.06.2008 | von Michael Boldhaus

Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull

Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull Michael Boldhaus
Bewertung

Kommentar zu Film und Filmmusik: Indy zum Vierten und Letzten?

Und wieder einmal heißt es Abschied nehmen. Nachdem 2005 die Star-Wars-Reihe zum Abschluss gebracht worden ist, wird auch das neue, vierte Indiana-Jones-Abenteuer zumindest das letzte seiner Art sein. Immerhin 19 Jahre sind ins Land gegangen, seit Harrison Ford mit Indiana Jones und der letzte Kreuzzug das letzte Mal in der Rolle des berühmten Archäologen einen Leinwandauftritt hatte. Und filmchronologisch exakt entsprechend später, nämlich im Jahr 1957, also mitten im Kalten Krieg, nimmt die Filmhandlung von Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels ihren Lauf. Im Mittelpunkt des fantastischen Plots steht ein archäologischer Fund, ein Schädel aus Bergkristall, wie er sich derzeit im Besitz des französischen Staates befindet. Im neuen Film ist dieses so genannte Artefakt — wie zuvor die Bundeslade und der heilige Gral — mit übersinnlichen Kräften ausgestattet, die es dem Besitzer gestatten, außergewöhnliche Macht zu gewinnen. Und so kommt, was kommen muss: Finstere Mächte treiben ihr Unwesen, um in den Besitz des Kristallschädels zu gelangen. Indiana Jones ist also ein weiteres Mal gefordert, sich für die freie Welt in die Bresche zu werfen.

Lange Zeit galt übrigens das Ende des 19. Jahrhunderts in Paris aufgetauchte Vorbild besagten Kristallschädels als aus der Zeit der Mayas und Azteken stammende Rarität. Neueste Untersuchungen haben das Kleinod allerdings eindeutig als eine Fälschung entlarvt, eine, die vermutlich im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein gefertigt worden ist.

Ist dies jetzt ein schlechtes Omen für das neue vierte Indy-Abenteuer? Nun, man muss schon feststellen, dass das Drehbuch eine Reihe eklatanter Schwächen aufweist und den Zuschauer in vielem letztlich unaufgeklärt wieder in die Realität entlässt. Das gilt, obwohl man Filmen passend zum jeweiligen Stoff eine immanente, mitunter auch von den Realitäten des Alltags merklich abgesetzte Logik zugestehen muss.

So wartet die direkt zu Beginn im riesigen Lagerhaus auf einer US-Airbase — der bei Uforianern besonders geheimnisumwitterten Area 51 — stattfindende Actionsequenz bereits mit diversen Abnormitäten auf: Beispielsweise ist vom Metallanteil in Schießpulver die Rede. Abgesehen davon, dass Metallisches in Schießpulver überhaupt nicht enthalten ist: In Handgranaten der 1950er — denen es hier entnommen wird — kam ordinäres Schießpulver längst nicht mehr zum Einsatz. (Für die Drehbuchautoren war anscheinend metallisch fast zwangsläufig identisch mit magnetisch und somit geeignet, den Weg zum gesuchten, von einem starken magnetischen Feld umgebenen Objekt zu weisen. In einer späteren Szene dürfen/müssen dann kurioserweise selbst Goldmünzen magnetisch sein.)

Aber davon einmal abgesehen ist die nun ihren Lauf nehmende erste Action-Tour-de-Force durchaus amüsant: z. B. wenn in einer Ecke der großen Lagerhalle die Kiste mit der Bundeslade (aus dem ersten Film) hervorlugt. Den sich anschließenden Atombombentest übersteht Indy echt supercool, nämlich im Kühlschrank. Er wird mit selbigem von der Druckwelle durch die Luft gewirbelt, krabbelt heraus, und kann unter einem riesigen Atompilz Aufstellung nehmen. Selbstverständlich ist das völliger Unsinn, aber als sarkastischen Kalten-Kriegs-Gag kann man es durchaus akzeptieren. Immerhin war das die Zeit, in der auch hierzulande propagiert wurde, dass man beim atomaren Knall mit Weggucken und Deckung-Nehmen z. B. hinter der „Aktentasche“ bereits auf der sicheren Seite wäre. Im weiteren Geschehen findet sich eine ebenso in die Zeit passende Prise McCarthyismus: Indy kommt auf die Schwarze Liste und wird vom Dienst am College suspendiert.

Die Zeiten und gegnerischen Konstellationen haben sich gegenüber Indiana Jones Teil drei dramatisch verändert. Dieses Mal sind die Bösen nicht mehr zumeist tumbe Nazis, sondern entsprechend klischiert auftretende Russen, welche die Weltherrschaft anstreben. Damit rückt das Ganze spürbar in die Nähe einiger der ebenfalls fantasievollen Abenteuer des berühmten Geheimagenten 007. Angeführt werden die bösen Buben des KGB von Cate Blanchett als sehr überzeugend dämonisch wirkender Irina Spalko. Als etwas anachronistisch erscheinendes Relikt trägt Spalko nicht nur eine Pistole, sondern häufiger noch zusätzlich einen Rapier (Nachfolger der Schwerter). Glück gehabt! Denn nur das erlaubt ihr während der späteren Dschungel-Verfolgungsjagd, mit dem sich als Sohn Indys entpuppenden Mutt (Shia LaBeouf) von Fahrzeug zu Fahrzeug in klassischer Swashbuckler-Manier rasant die Klingen zu kreuzen. Nachwuchsdarsteller LaBeouf wirkt mitunter schon ein wenig wie ein kleiner James Dean und hat besonders im ersten Auftritt mit Motorradoutfit nebst zugehörigem Käppi einen Mini-Touch von Marlon Brando in The Wild One (1956) im Gepäck. Es ist drollig anzuschauen, wenn er sich die Schmalzfrisur in Ermangelung moderner Hair-Styling-Gels mit Limo in Form bringen muss. Zwar sind weder der Charakter des Mutt noch der Irina Spalkos mit besonderer Tiefe ausgestattet: nett anzuschauen sind sie natürlich trotzdem. Und Harrison Ford? Der ist zwar sichtlich in die Jahre gekommen und musste sich verstärkt doubeln lassen, aber er schlägt sich sehr wacker.

Alle vertrauten Ingredienzien eines zünftigen Indiana-Jones-Abenteuers sind natürlich mit von der Partie: Skorpione und selbstverständlich Schlangen dürfen nicht fehlen, um Indys Phobie gegen selbige in Szene zu setzen; etwas, das auch dieses Mal recht amüsant gelingt. Ebenso gibt’s spinnwebenüberwucherte Geheimgänge, deren Türen und Falltüren sich nur mit ausgeklügelten Tricks in Bewegung setzen lassen. All dies ist weitgehend mit klassischer, aus der Trilogie geläufiger Tricktechnik umgesetzt. Und letztlich sind im gesamten Spektakel auch wieder eine Reihe von Zitaten, nicht zuletzt des Hollywoodkinos, enthalten. Der Spaß beginnt bereits mit den Erdhörnchen, die gleich zu Beginn aus einem Hügel krabbeln, der dem Berg des berühmten Paramount-Logos so verflixt ähnlich sieht. Die Form des Kristallschädels erinnert an Ridley Scotts Alien: Allerdings nicht an die titelgebende „böse“ Spezies, sondern eher an diejenigen verantwortungsbewussten Außerirdischen, welche den Planetoiden zuvor entdeckt und nicht mehr verlassen, sich geopfert haben, nachdem sie die von den Aliens ausgehende geradezu totale Bedrohung erkannt hatten. Wie Indy im Kühlschrank dem atomaren Inferno die Stirn bietet, besitzt sogar ein Korrelat „Made in Germany“: in Cascadeur – Die Jagd nach dem Bernsteinzimmer (1998). Eine weitere geradezu klassische Quelle der Inspiration findet sich auf der Spitze des Maya-Tempels. Der dort befindliche, mit Sand raffiniert austarierte Mechanismus zum Öffnen des Zugangs ins Innere erinnert frappant an das Modell, das der Baumeister Vashtar in Land der Pharaonen (1955) präsentiert. Und wenn die Russen im Konvoi durch den Dschungel fahren, fährt an der Spitze ein im wahrsten Wortsinn den Weg bereitendes Wunderwerk der (Fantasie-)Technik: Eine gewaltige Holzfällermaschine, die in derjenigen, die dem russischen Filmepos Der Barbier von Sibirien (1998) den Namen verleiht, ihr Vorbild besitzen dürfte. Das Erste was man allerdings davon zu sehen bekommt, sind in einer Totalen durch die Luft wirbelnde ausgerupfte Bäume. Darin darf man wohl eine augenzwinkernde Anspielung auf Peter Jacksons King Kong (2005) erkennen. Und mindestens ein Seitenhieb auf die Indiana-Jones-Filmtrilogie ist ebenfalls auszumachen: Wenn Irina Spalko im Finale das absolute Wissen erfleht, gleicht sie in diesem Ansinnen dem Anführer der Nazis in Jäger des verlorenen Schatzes; was die klischierten Filmbösewichte wiederum originell vereint.

Neben dem hinlänglich vertrauten klassischen Touch findet sich im neuen Spektakel aber auch eine merkliche Portion CGI-Technik, womit der Brückenschlag zur Jetztzeit vollzogen wird. Diese bringt nicht nur Indy in fotogene Position zum Atompilz. Sie ist beispielsweise auch für die Armeen an Riesenameisen in der Dschungel-Verfolgungsjagd sowie das absolut konfuse Close-Encounters-lässt-grüßen-Finale verantwortlich. Gerade Letzteres erscheint jedoch besonders unsinnig: wirft mehr Fragen auf, als es beantwortet. Allerdings werden einem so manche der Unstimmigkeiten und Löcher des Plots erst im Nachhinein so richtig bewusst. Von der temporeichen Inszenierung und dabei in vielen Details sehr fantasie- und liebevollen Ausstattung werden manche der vorhandenen Logiklöcher erst einmal kaschiert.

Letztlich sollte, ja darf man nicht vergessen: Plausibilität oder gar Realismus wurden im comichaften Indiana-Jones-Universum des Duos George Lucas & Steven Spielberg nie allzu groß geschrieben. Entsprechend ist auch in den ersten drei Filmen nicht durchweg alles einfach nur besser. Man denke an die nur noch penetrant dösigen Nazis im ersten Kinoabenteuer oder die im Berlin des Jahres 1938 (nach Lakehurst!) anscheinend immer noch fahrplanmäßig stattfindenden Zeppelinflüge in Teil drei. Nicht zu vergessen die ebenda geradezu geschmacklose und peinliche Szene mit der im Hintergrund stattfindenden Bücherverbrennung. Und so gilt letztlich auch für den aktuellen Film: Hier sind schon alle diejenigen richtig, die sich ein Faible für den naiven Charme des mittlerweile selbst schon fast klassischen Indy-Abenteuerkinos bewahrt haben. Auch das vierte Abenteuer um den berühmten Archäologen hat manches zu bieten, was das Auge erfreut und dabei mehr als einmal schmunzeln lässt. Die netten Einfälle gehören aber eben eher in die Kategorie ansprechender Effektheischerei. Dass diese nicht im Dienste einer perfekt ausgeklügelten, in sich stimmigen Geschichte stehen, wie z. B. in Ratatouille, verwehrt den Zutritt in die Top-Liga der Kinounterhaltung.

Die Filmmusik

Um Altmeister John Williams ist es recht still geworden. Seit seinem letzten sehr produktiven Jahr 2005 — siehe dazu Die Geisha — sind immerhin rund drei Jahre ins Land gegangen. Das hat den Erwartungsdruck an eine neue Filmmusik besonders bei den Williams-Fans zweifellos beträchtlich erhöht. Unmittelbar auffällig beim neuen CD-Album ist die besonders großzügige, bis zur Grenze ausgereizte Gesamtspielzeit. Allerdings erweisen sich nicht allein der Albumschnitt und die Sequenzierung als nicht völlig geglückt.

Für den Hörer resultiert spontan der Eindruck einer Zweiteilung: Die ersten 10 Tracks bilden dabei den musikalisch abwechslungsreichsten und damit ansprechenderen Teil des Albums. Hier begegnet einem zudem das neue, insgesamt jedoch etwas blasse thematische Material. Besonders nach mehrfachem Hören schneidet das Saxophonthema mit Noir-Touch für die russische Geheimagentin Irina Spalko klar am besten ab. Demgegenüber wirken das für Mutt und besonders die motivische Tonfolge für den Kristallschädel infolge mangelnder Prägnanz doch etwas enttäuschend. Die immerhin recht quirligen Scherzi „The Adventures of Mutt“, „A Whirl Through Academe“ und „The Jungle Chase“ sind durchaus nett anzuhören. Mit ihren Vorbildern in den hochkarätigen Williams-Scores vergangener Tage können sie jedoch nicht voll mithalten — man vergleiche mit entsprechenden Piecen aus den Vorläuferfilmen, besonders in Teil 2 und Teil 3 oder auch „The Asteroid Field“ aus Das Imperium schlägt zurück. Was man beim vierten Indy geboten bekommt, ist zweifellos handwerklich tadellos gefertigt. Es kommt aber über ein respektables Déjà-vu nicht hinaus.

Auch Karen Allen als Marion, Indys alte Flamme aus dem ersten Film des Franchise, ist erneut, allerdings erst gegen Ende des ersten Filmdrittels, mit von der Partie. Entsprechend muss natürlich auch das Marion-Thema auftauchen. Dass Williams Selbiges nun allerdings zusammen mit dem unverzichtbaren Indiana-Jones-Marsch direkt an den Anfang des CD-Albums gesetzt hat, noch dazu als quasi 1:1-Replik der Schlussmusik des ersten Films, ist kaum originell. Selbstverständlich erhält das prägnante Indiana-Jones-Thema solide verarbeitet im Score verschiedentlich seinen Auftritt.

Im aktuellen Williams-Score stehen freilich nicht allein die aus der Vergangenheit geläufigen und bewährten Vertonungschemata, sondern ebenso der Spätstil auf dem Programm. „Return“ erinnert z. B. passagenweise an Minority Report und in „Ants“ spürt man Nähe zu War of the Worlds.

Nach der recht ansprechenden Verfolgungsjagd „The Jungle Chase“ (Track 10) bestreiten bis zum, wie gewohnt, thematisch resümierenden Finale über immerhin rund 32 Minuten (!) allein noch betont atmosphärisch gehaltene Stücke das Programm. In der ersten Albumhälfte kontrastieren die sparsam vertretenen Suspense-Momente (wie „Call of the Crystal“ und „Return“), mit den ballettartigen Scherzi, welche als klare Highlights empfunden werden. Entsprechende musikalische Höhepunkte fehlen jedoch in der zweiten Albumhälfte leider völlig. Die dafür in Serie vertretenen vorwiegenden Spannungsmusiken sind besonders in der Summe abseits der zugehörigen Bilder einfach des Guten zu viel. Entsprechend problematisch dürfte sich diese satte halbe Stunde trotz einiger rhythmisch hervorstechenderer Actionpassagen für so manchen Hörer gestalten. Einige eher statisch wirkende, merklich Synthie-geschwängerte Passagen in Tracks wie „Hidden Treasure and the City of Gold“ oder „Temple Ruins and the Secret Revealed“ wirken zusätzlich langatmig und ermüdend. Ebenso wenig gehören die vereinzelten routiniert ausgeführten Choreinsätze in die Rubrik Hervorragendes.

Was dem Score für einen solchen Abenteuerstoff mit Swashbuckler-Touch insgesamt fehlt, sind neben hervorstechenden, mitreißenden neuen Themen auch ein oder zwei breiter angelegte Setpieces, deren einprägsame und prachtvolle Musik den Hörer möglichst unmittelbar für sich einzunehmen vermag. Der Albumschnitt erscheint vielmehr als eindeutig zu lang und außerdem als nicht optimal konzipiert. Es ist schade, dass Williams den zu Beginn des Films anklingenden Mini-Russen-Marsch, nicht — wie aus seinen früheren Höralbenkonzeptionen durchaus geläufig (siehe dazu The Fury) — in einer speziell für die CD breiter auskomponierten Konzertversion präsentiert. (Das Thema des Marsches taucht in einer Variante gegen Ende von „Irina’s Theme“ kurz im schweren Blech auf.) Als wenig glücklich wirken außerdem die gegenüber der Filmversion deutlichen Kürzungen in „The Jungle Chase“ sowie im „Finale“. Dagegen erscheint, neben anderem, die immerhin rund zwei Minuten lange südamerikanisch gefärbte reine Source Music in „The Journey to Akator“ eher entbehrlich.

Nun gut: Der im laufenden Jahr zweifellos einzige Williams-Score ist schon zwangsläufig auch der jahresbeste Williams, oder? Scherz beiseite! Das Album zu Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels zählt ganz gewiss nicht zu den Flops des Jahres 2008. Im Gegenteil! Dafür ist das, was bei aller unüberhörbaren Routine aus den Boxen erschallt, denn doch einfach zu gut gemacht. Trotz fehlender Inspiration in der Gestaltung — was m. E. auch in den Schwächen des Drehbuches mit begründet ist — erweist sich der alte Herr nach wie vor als hervorragender Magier des großorchestralen Klangs. Daraus resultiert letztlich auch eine mit vollen vier Sternen völlig eindeutige Empfehlung. Die unüberhörbar meisterhaft ausgeführte Orchestrierung ist dabei etwas, das im filmmusikalischen Angebot unserer Tage zunehmend Seltenheitswert besitzt. Das fulminante Spiel des Hollywood Studio Symphony Orchestra lässt zusammen mit dem sehr transparent und knackig eingefangenen Klang derartige Vorzüge besonders gut zur Geltung kommen. Damit fällt das für die Wucht mitverantwortliche Tickchen zuviel an Bass in der Abmischung kaum negativ ins Gewicht.

So bleibt zu hoffen, dass der Altmeister weiterhin fit bleibt und ebenso den Spaß am Komponieren nicht verlieren möge. Möge John Williams also noch mindestens (!) ein hochkarätiger Score als würdiger Abschluss seines filmmusikalischen Œuvres vergönnt sein. In Vorbereitung befindliche Spielberg-Projekte der nahen Zukunft, wie Lincoln oder auch ein erstes Abenteuer von Tim und Struppi, Tintin, lassen darauf zumindest hoffen.

Epilog:

Wenn Indy in einem Dialog erwähnt, er habe mit Pancho Villa gekämpft, dann ist dahinter eine nette Anspielung versteckt, nämlich auf die US-TV-Serie der 1990er The Young Indiana Jones Chronicles • Die Abenteuer des jungen Indiana Jones. Die keineswegs billig produzierte Serie knüpft kaum an den bunten Kintopp der Kinofilme an, sondern setzt die vielfältigen Erlebnisse der Hauptfigur in einen wesentlich korrekteren historischen Kontext. Nicht alles ist gleichmäßig überzeugend geraten. Aber so manche Folge besitzt durchaus den Touch einer bemerkenswerten, keineswegs trockenen Geschichtsstunde. Wobei auch der Filmmusikfreund auf seine Kosten kommt. Wer die Möglichkeit hat, sollte die Gelegenheit nutzen und sich die seinerzeit erschienenen vier CD-Alben von Varèse (wieder einmal) vornehmen. Überwiegend sehr charmante Beiträge Joel McNeelys und ganz besonders die von Laurence Rosenthal beigesteuerten hochkarätigen Kompositionen laden dazu ein. Hörspaß ist garantiert, denn die Serienmusiken fokussieren nicht einfach nur auf das Williams’sche Vorbild. Sie knüpfen zwar punktuell daran an, beschreiten aber ebenso achtbare eigene Wege und vermeiden so schlichtes Plagiieren. Hier lohnt es sich daher unbedingt, mindestens ein Ohr zu riskieren.

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Titel: Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull
Erschienen: 2008

Laufzeit: 77:30 Minuten

Medium: CD
Label: Concord Records (Universal Music)
Kennung: 8807230865

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