CD

Veröffentlicht am 25.05.2006 | von Michael Boldhaus

Ice Age 2

Ice Age 2 Michael Boldhaus
Bewertung

Ice Age 2 — The Meltdown

Die Eiszeit ist zumindest vorerst zu Ende. Jetzt taut’s erst einmal und zwar so kräftig, dass das Faultier und die übrigen coolen Helden des ersten Films den Wassermassen wie üblich, nämlich temporeich entfliehen müssen. Und dieses Mal ist noch etwas anders als früher: anstelle von David Newman ist John Powell beim animierten Spaßblick in die Eiszeiten des blauen Planeten mit von der Partie. Was dabei geboten wird, ist, wie kaum zu erwarten, zwar nicht neuartig, aber ebenso wenig belanglos. Nein, pfiffig-schmissige Cartoonkost ist im Angebot, welche das Ohr gewiss nicht beleidigt.

Groß besetztes Orchester und Chor wechseln sich ab in einem recht vielfältigen und temporeichen stilistischen Mix, wobei ein ansprechendes, solide verarbeitetes Hauptthema das Gebotene zusammenhält Neben gewohntem, aber hübsch auskomponiertem Mickey-Mousing steht manch Drolliges auf dem Programm: beispielsweise eine (Star-Wars-)Parodie — das Fest der Ewoks im Finale von Die Rückkehr der Jedi-Ritter (Track 17) — sowie ein witziges Zitat aus dem Lionel-Bart-Musical „Oliver“ (Track 18). Auch das Adagio aus dem Spartacus-Ballett von Khatchaturian in andersartigem, teilweise choralem Arrangement gibt sich die Ehre.

Was sich hier über beachtliche rund 63 Minuten vor den Ohren des Hörers abspielt, erreicht zwar weder ganz den Charme der Robots noch den von Chicken Run. Dank seiner handwerklich tadellosen Ausführung vermag es jedoch gut bei Laune zu halten und ebenso gelegentlich zum Schmunzeln zu verleiten. Damit ist das Album eben schon ein gutes Stück mehr als ein reines Souvenir zum Film.

Titel: Ice Age 2
Erschienen: 2006

Laufzeit: 63:13 Minuten

Medium: CD
Label: Varèse
Kennung: VSD-6725

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 25.05.2006 | von Michael Boldhaus

The Pink Panther

The Pink Panther Michael Boldhaus
Bewertung

The Pink Panther

1963 rief Regisseur Blake Edwards den rosaroten animierten Panther ins Leben, der die Abenteuer des vertrottelten Pariser Inspektors Clouseau in Form eines späterhin berühmten Trickfilmvorspanns einleitete — daraus ging übrigens die TV-Zeichentrickserie Paulchen Panther hervor. Besonders durch den Darsteller des irren Flics mit heißem Blick, Peter Sellers, geriet The Pink Panther (1963) letztlich zur bis Anfang der 90er Jahre erfolgreichen Spielfilm-Serie. Und nun, rund 14 Jahre nach dem letzten Panther-Streifen, versuchte man ein Remake mit Steve Martin in der Rolle des berühmt berüchtigten Kriminalisten.

Der aus dem kanadischen Montreal stammende Christophe Beck genoss seine musikalische Ausbildung in Yale sowie an der „Thornton School of Music“ der University of Southern California. Er vertonte bislang primär TV-Serien wie Buffy — The Vampire Slayer. Sein Debüt auf Tonträger lieferte er mit The Tuxedo — Gefahr im Anzug (2002). Im vergangenen Jahr ist — ebenfalls bei Varèse — die Musik zur Realverfilmung des Marvel-Comics Elektra erschienen.

Im Gegensatz zu den bislang stark mit Synthetik durchsetzten beiden auf CD veröffentlichen Score-Alben ist das aktuelle zu The Pink Panther vorwiegend orchestral gearbeitet. Natürlich hat Beck das berühmte Pink-Panther-Theme von Henry Mancini nicht links liegen gelassen. Er hat die unverzichtbare Melodie vielmehr ins Zentrum gestellt und auch, indem er auf den Saxophonisten der Ersteinspielung, Plas Johnson, zurückgriff, klar eine Hommage an das berühmte klingende Vorbild angestrebt. Und so bildet das berühmte quasi schleichende jazzige Thema das Rückgrat der Filmmusik. Ohne traditionelles Mickey-Mousing geht’s dabei nicht (z. B. in Tracks 3, 6, 7, 8 & 10), aber ohne einige zur Jetztzeit passende, mit elektronischer Rhythmik versehene Actionpartien — á la David Arnolds Bond-Scores — eben auch kaum (Track 2). Dabei sind die thematischen Variationen zwar recht nett gemacht, aber ihre Wirkung wird durch die Kürze der meisten Tracks — von nur etwa 90 Sekunden Laufzeit, mitunter kürzer als eine Minute — auch klar beeinträchtigt. Das dürfte im Film schon funktionieren, als reines Höralbum reicht es jedoch in der Regel einfach nicht aus, um musikalische Einfälle wirklich überzeugend zu entfalten. Unter dieser Kurzatmigkeit leiden auch die romantischen streicherdominierten Momente, wie in „Clouseaus’s Lament“ (Track 16).

Unterm Strich ist damit alles zwar keineswegs schlichtweg missraten, aber das, was über die kurze Albumlänge von rund 35 Minuten passiert, bleibt eine letztlich doch etwas blasse Revue, von der eher wenig hängen bleibt. Insofern bilden (immerhin) solide drei Sterne die Grenze des Machbaren.

Dieser Artikel ist Teil unseres umfangreichen Programms zu Pfingsten 2006.

Titel: The Pink Panther
Erschienen: 2006

Laufzeit: 35:11 Minuten

Medium: CD
Label: Varèse
Kennung: VSD-6723

Komponist(en):

Schlagworte:


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