CD

Veröffentlicht am 05.06.2005 | von Michael Boldhaus

Kung Fu Hustle

Kung Fu Hustle Michael Boldhaus
Bewertung

Kung Fu Hustle

Einen Blick über den europäisch-US-amerikanischen Tellerrand hinaus ins fernöstliche Hong Kong erlaubt Raymond Wongs Musik zum Martial-Arts-Streifen Kung Fu Hustle. Die schräge Martial-Arts-Komödie, offenbar dominiert von „Schlachtrössern“ der fernöstlichen Kampfkunst, ist seit dem 2. Juni 2005 in den deutschen Kinos zu sehen. Raymond Wong schreibt seit 1994 Filmmusiken und errang mit einer seiner frühesten Kompositionen zu Butterfly Lovers den Hong Kong Film Award. Kung Fu Hustle erhielt eine entsprechende Nominierung.

Das Varèse-Album präsentiert einen recht bunten Mix aus Hong-Kong-Traditionals, Wong-Stücken und Musik chinesischer Kollegen. Ein Stück stammt dabei sogar vom Hauptdarsteller, Regisseur und Produzenten des Films, Stephen Chow, höchstpersönlich. Insgesamt gehen aber (nur) knapp 15 Minuten des Albumschnitts auf das Konto Wongs. Klassisches aus dem Westen ist ebenfalls mit von der Partie: aus den „Zigeunerweisen“ von Sarasate und der berühmte „Säbeltanz“ von Chatschaturjan. Die knapp 38 Minuten des Albums präsentieren sich daher als ziemlicher Flickenteppich. Dabei gibt’s zum Teil (zumindest für westliche Ohren) süßlich-kitschig anmutende traditionelle Einlagen, wie der sogar zweimal vertretene „Fisherman’s Song of the East China Sea“ von Ma Sheng Long und Gu Guan Ren. Wongs knapper musikalischer Beitrag stammt weitgehend aus dem Klang-Computer und greift auf eher schlichte, westliche Action-Standards zurück. Als eine Art Tan Dun (Tiger & DragonHero) entpuppt sich der Komponist dabei gewiss nicht. Insgesamt kann man hier „noch“ von routiniert-passablem Stückwerk sprechen, aber kaum von einem nur einigermaßen organisch zusammenhängenden Score. Für den offenbar als schrille Action-Unterhaltung konzipierten Film mag dies aber durchaus ausreichend, ja sogar adäquat sein. Allein von CD gehört ist der Eindruck etwas mäßig. Der finale Song „Nothing Ventured, Nothing Gained“ wird trotz seines englischen Titels natürlich chinesisch gesungen und bringt das Album somit zünftig zum Abschluss.

Ob hierzulande allzu viele Kinogänger mit diesem kultigen Martial-Arts-Abenteuer, das in Asien 2004 Kassenschlager war, etwas anzufangen wissen, wage ich zu bezweifeln. Für die, die an dieser Stelle bejahen können, die Anhänger Stephen Chows, ist dies Album gemacht.

Titel: Kung Fu Hustle
Erschienen: 2005

Laufzeit: 37:46 Minuten

Medium: CD
Label: Varèse
Kennung: VSD-6645

Komponist(en):

Schlagworte:


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Veröffentlicht am 05.06.2005 | von Michael Boldhaus

Earthsea

Earthsea Michael Boldhaus
Bewertung

Earthsea

Auf den Spuren von Tolkiens berühmter Herr-der-Ringe-Saga wandelt das TV-Epos Earthsea — hierzulande erstmalig ausgestrahlt auf PRO 7 am 20. und 21. Januar 2005. Jeff Rona hat dazu eine ethnisch geprägte musikalische Untermalung geliefert, die Brian Tylers Children of Dune nahe steht. Über die rund 67 Albumminuten erwartet den Hörer ein Mix aus Orchestralem, Ethno-Instrumentarium, kleinem Chor sowie eine besonders kräftige Portion Klangsynthetik. Wie Tyler hat auch Rona als Interpret bei den Einspielungen seiner wohl vergleichbar wie Children of Dune aus verschiedenen Teilen zusammengemixten Musik mitgewirkt, spielte diverse Flöten und übernahm auch die Schlagwerk-Parts. Earthsea wartet mit einem angenehmen Hauptthema auf und ist streckenweise zweifellos recht ansprechend geraten. Allerdings weist das Album, besonders im letzten Drittel, vermehrt atmosphärische, von eher blassen synthetischen Effekten dominierte Stücke auf. Die (relative) Vielseitigkeit im Ethnischen der Children of Dune wird nicht erreicht.

Alles in allem erhält der Käufer eine wohl recht repräsentativ zusammengestellte CD und damit sicherlich ein annehmbares Souvenir zur TV-Mini-Serie.

Titel: Earthsea
Erschienen: 2004

Laufzeit: 67:15 Minuten

Medium: CD
Label: Varèse
Kennung: VSD-6625

Komponist(en):

Schlagworte:


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