Special

Veröffentlicht am 09.06.2003 | von Michael Boldhaus

James Bond, Teil 1


Sampler

Veröffentlicht am 09.06.2003 | von Michael Boldhaus

The Best of Bond … James Bond

The Best of Bond … James Bond Michael Boldhaus
Bewertung

James Bond, Teil 1

Der Geheimagent 007 ihrer britischen Majestät beging im vergangenen Jahr sein 40-jähriges Kino-Jubiläum und gab im Rahmen der Bond-Film-Serie sein 20. Gastspiel – der digitale Tonträger CD feiert übrigens 2003 sein 20-jähriges Bestehen. James Bond steht in erster Linie für eine zeittypische, charakteristische Mischung aus Waffen, Frauen und Action (siehe auch das [url id=1719]Bond-DVD-Special[/url]).

Die Darsteller wechselten: auf die noch vom Autor Ian Fleming favorisierte klassische Bond-Ikone Sean Connery, folgte für ein einmaliges Intermezzo George Lazenby, dieser übergab an Roger Moore, der wie Connery eine Serie innerhalb der Serie begründete. Und nach nur zwei Filmen mit Timothy Dalton scheint jetzt Pierce Brosnan das Zepter für länger nicht abgeben zu wollen. Mit den Darstellern wechselte mit Zeit- und Publikumsgeschmack auch die Interpretation der Titel gebenden Figur. Die Grundmuster der Filmhandlungen sind trotz Wandels (nicht immer zum Besseren) unverändert geblieben, was in ähnlicher Weise für die Filmmusiken gilt. Mitbestimmend für den Bond-Film-Kult sind die musikalischen Untermalungen, wobei die Komponisten Monty Norman und John Barry die Tradition begründeten. Erstmalig im Jahre 1988 erschienen die Bond-Score-Veröffentlichungen in Form der überspielten LP-Schnitte auf dem (damals noch) neuartigen digitalen Tonträger Compact-Disc.

Die im Februar 2003 von EMI-Capitol vorgelegte Serie von Reissues geht darüber weit hinaus; sämtliche Tonmaster sind nicht allein klangtechnisch komplett überarbeitet worden, zusätzlich sind erstmalig fünf der Musiken durch hochwillkommenes aus Archiven zutage gefördertes Musikmaterial – aus rechtlichen Gründen jeweils an die ursprünglichen LP-Schnitte als Bonus-Tracks angehängt – ergänzt worden, was zusätzlichen Kaufanreiz schafft. Sehr erfreulich ist dabei auch, dass nun endlich einige der so genannten „Gun-Barrel“-Sequenzen (das berühmte Anfangsbild mit dem Blick durch den Revolverlauf und dem schießenden Bond) musikalisch mitgeliefert werden.

Der Klang sämtlicher CDs ist Top, kommt gegenüber den alten LP-, aber auch früheren CD-Ausgaben sehr frisch, transparent und deutlich voller herüber. Ein positiver Effekt, der bei den aus den 60ern und frühen 70ern stammenden Aufnahmen besonders klar hervorsticht.

Da stehen auch die Booklets nicht nach, die zwar mit den traditionellen Cover-Motiven aufwarten, im Innern aber zum Großteil völlig umgestaltet sind. Die neu verfassten Texte sind aktualisiert, durchweg informativ – in der Regel – von Jeff Bond verfasst. Und wo Jeff Bond ist, da ist auch Lukas Kendall – Herausgeber von Film Score Monthly – nicht weit. Kendall fungierte insbesondere bei den Alben mit erweitertem Musikschnitt als Koproduzent und Berater.

Unterm Strich kann König Kunde mehr als zufrieden sein: ihm präsentiert sich eine sehr liebevoll aufbereitete Kollektion von Wiederveröffentlichungen zum 40-jährigen Bond-Jubiläum mit insgesamt 17 CDs (16 Filmmusik-Titel plus ein Sampler als Appetitanreger). Diese gibt dem Interessierten einen annähernd vollständigen überblick über die Trends, die Einfluss auf die Bond-Filmmusiken bis 1995 genommen haben. Die Edition ist damit aber auch ein interessanter Reflex auf ein Kapitel Zeit- und Filmmusikgeschichte, das Zeugnis ablegt von Wandel, (nicht immer) geglückter Innovation und auch vom Umgang mit der Tradition.

Ähnlich wie die CDs der Reihe „Deutsche Filmkomponisten“ besitzen auch diese EMI-Bond-Titel ein gehöriges Nostalgie-Potential und entsprechenden Repertoire-Wert. (Unabhängig von einer musikalischen Wertung erhält daher jedes der vorzüglich editierten Alben als (Album-)Bewertung eine „kleine Empfehlung“ und damit als Minimum drei Sterne. Da eine rein musikalische Wertung zwangsläufig nicht immer mit der als Minimum definierten Albumbewertung in Einklang steht, finden sich – da wo nötig – im Text ergänzend eingestreute Anmerkungen.)

„The Best of Bond … James Bond“

Auftakt und Klammer der neuen Edition bildet der bereits im Oktober vergangenen Jahres als Munter- und Neugierig-Macher erschienene Sampler „The Best of Bond … James Bond“ – nicht zu verwechseln mit dem 1999er Silberling gleichen Namens. Das rund 71-minütige Programm bietet bis auf Never Say Never Again und dem Madonna-Song aus dem neusten Bond, dem 20., Die Another Day, sämtliche Film-Songs der Bond-Film-Reihe und natürlich auch das berühmte James-Bond-Thema Monty Normans – arrangiert von John Barry. Oben drauf gibt’s noch zwei zusätzliche Versionen des berühmten Monty-Norman-Themas: einen Album-Remix für Tomorrow Never Dies und die Trailer-Musik aus Goldeneye. (Never Say Never Again ist übrigens kein „regulärer“ Bond-Film, da dieser nicht von Albert R. Broccoli, sondern von seinem Konkurrenten Kevin McClory produziert wurde – er ist im Übrigen ein Remake von Thunderball.)

Das alles in Top aufpolierter Soundqualität. Eine gut fließende – nicht zeitchronologische – Zusammenstellung, die recht charmant vier Dekaden Bond-Songs zusammenfasst, Revue passieren lässt und durchaus begierig auf mehr macht. Das recht aufwändig gestaltete Begleitheft wartet mit einem informativen Text von Danny Biederman auf.

Titel: The Best of Bond … James Bond
Erschienen: 2002

Laufzeit: 71:25 Minuten

Medium: Sampler
Label: EMI-Capitol
Kennung: 72435-40554-2-3

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 09.06.2003 | von Michael Boldhaus

Dr. No

Dr. No Michael Boldhaus
Bewertung

Dr. No (1962) ist der erste offiziell anerkannte Versuch, eine James-Bond-Geschichte auf die Kinoleinwand zu bringen. Ein insgesamt netter, dabei eher preiswerter Agentenfilm mit noch recht sparsamer, in Teilen aber auch fantasievoller Ausstattung – insbesondere des Sets der Kommandozentrale von Dr. No.

Musikalisch interessant ist hier in erster Linie das von Monty Norman stammende – und von John Barry raffiniert umarrangierte – jazzig anmutende James-Bond-Thema, das auf einem Einfall in einem nahezu unbekannten Musical des Komponisten basiert. John Barry zeichnet bei Dr. No allein für das charakteristische und elegant-pfiffige Big-Band-Arrangement verantwortlich. Er präsentiert dieses seit damals unverwechselbare Markenzeichen adäquat und treffsicher als dreiteiliges Heroenthema der Pop-Ära in der Filmmusik; kurze Einleitungs-Fanfare, markante Gitarren-Riffs als eine Art Rhythmus-Logo und schließlich das eigentliche Thema. Alle drei Teile sind überaus markant und unmittelbar einprägsam und funktionieren dementsprechend auch einzeln hervorragend als klangliches Synonym für 007. Das Triumvirat (Fanfare, Rhythmus-Motiv und Thema) ist darüber hinaus sehr flexibel handhabbar und ermöglicht entsprechend vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten.

Im Übrigen besteht der Score fast ausschließlich aus von Norman beigesteuerten Source-Musik-Stücken im jamaikanischen Calypso-Stil, die zwar das Flair des ersten Bond-Films herüberbringen, allerdings über harmlos-nette Lounge-Atmosphäre kaum hinauskommen. Dem hier vorliegenden LP-Schnitt fehlen zur Vollständigkeit in erster Linie die auf der Silva-CD „Bond Back in Action“ sowie dem 4-CD-Set „The James Bond Collection“ vertretenen zur knapp fünfeinhalbminütigen Suite zusammengefassten drei Action Cues: „Death of the Tarantula“, „Killing the Guard“ sowie „Death of Dr. No“ (musikalisch 2 ½ Sterne).

Titel: Dr. No
Erschienen: 2003

Laufzeit: 39:46 Minuten

Medium: CD
Label: EMI-Capitol
Kennung: 72435-80890-2-8

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 09.06.2003 | von Michael Boldhaus

From Russia with Love

From Russia with Love Michael Boldhaus
Bewertung

From Russia with Love • Liebesgrüße aus Moskau (1963) verfügte über das zweifache Budget des Vorgängers und zeichnet sich durch vielseitigere Schauplätze und mehr Action aus. Der erste Bond-Film mit einem John-Barry-Score und einem Film-Song (gesungen von Matt Munro) – wobei dieser hier noch nicht von Barry, sondern von Lionel Bart stammt.

Barrys Bond-Debüt macht einen sehr guten Eindruck, ist schon recht abwechslungsreich und enthält geschickt gestaltete Action-Passagen, z. B. mit raffinierten Effekten von Schlagwerk und Stabglocken in „Meeting in St. Sophia“. Ebenso überzeugend genutzt werden sowohl das James-Bond-Thema Monty Normans als auch das schöne Song-Thema. Barry präsentiert hier aber zugleich auch erstmalig eine thematische Eigenschöpfung für den berühmten Geheimagenten: „sein“ 007-Thema.

Der hier gebotene, klanglich erstklassig aufpolierte LP-Schnitt enthält (mit seinen knapp 37 Minuten) zweifellos das wichtigste Musikmaterial. Abgesehen vom – ebenfalls auf den oben genannten Silva-Alben vertretenen – etwas längeren Stück „The Zagreb Express“ sind darüber hinaus im Film wohl nur noch einige sehr kurze Musik-Schnipsel von jeweils etwa 10 bis 20 Sekunden Dauer vorhanden, die vermutlich kaum auf CD gebracht werden könnten.

From Russia with Love hat als Bond-Filmmusik zwar noch nicht ganz die Kraft und ebenso wenig den Nimbus wie Goldfinger; auf die CD sollte trotzdem kein Bond-Sammler verzichten.

Titel: From Russia with Love
Erschienen: 2003

Laufzeit: 36:53 Minuten

Medium: CD
Label: EMI-Capitol
Kennung: 72435-80588-2-6

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 09.06.2003 | von Michael Boldhaus

Goldfinger

Goldfinger Michael Boldhaus
Bewertung

Goldfinger (1964) ist der berühmteste der frühen Bond-Filme. Stilistisch rückt er bereits von den stärker dem Kalten Krieg verhafteten Agenten-Stories der beiden Vorläufer ab, bietet mehr Humor und den bis heute ungebrochenen Trend zu High-Tech-Spielereien und Spezial-Effekten.

Genauso berühmt und unvergesslich wie das vollständig mit Goldfarbe überzogene „Golden-Girl“ ist der von der Waliserin Shirley Bassey interpretierte Titel-Song. Dessen mitreißendes Thema bildet zusammen mit Normans James-Bond-Thema die Basis dieses archetypischen Bond-Scores. Rhythmisch bewegte und (wie auch bei From Russia with Love) frische, mit reichlich forsch-aggressiven Einsetzen des Blechs versehene, sehr spritzige Musik steht auf dem Programm. Besonders kraftvoll sind einige der Spannungsmusiken, wie die marschartigen Stücke „Dawn Raid on Fort Knox“ und „The Arrival of the Bomb and Countdown“. Bei allem Hörvergnügen zeigen sich kompositorisch aber eben auch Grenzen: die Spannungsmomente beschränken sich in den Mitteln auf stetig wiederkehrende Ostinati-Figuren. Der Reiz dieser prickelnden, insgesamt mitreißenden Musik liegt im Wechsel zwischen den recht vielseitig ausgeführten Spannungsmomenten und dem – neben dem äußerst versiert gehandhabten James-Bond-Thema – in einfachen, aber adäquaten Variationen immer wiederkehrenden melodisch erstklassigen Goldfinger-Thema, das neben ausgeprägtem Ohrwurmcharakter auch als Themenfragment hohen Wiedererkennungswert besitzt.

Die vorliegende CD-Ausgabe enthält als Bonus zwar kein grundsätzlich neues Musikmaterial, bietet aber erstmals die auf der US-LP-Ausgabe und in entsprechenden früheren CD-Veröffentlichungen fehlenden vier Stücke der britischen LP. Sehr hübsch sind hier die tonmalerisch-klassischen Assoziationen in „Pussy Galore’s Flying Circus“. Bei der von der US-LP übernommenen „Goldfinger – Instrumental Version“ handelt es sich um eine durchaus ansprechende Cover-Version, die nichts mit dem Film zu tun hat.

Auch hier kann der Bond-Begeisterte mehr als nur zufrieden sein. Wie bei From Russia with Love, gilt hier ebenso, dass zumindest kein wesentliches Musikmaterial fehlt und auch klanglich alles zum Besten steht.

Titel: Goldfinger
Erschienen: 2003

Laufzeit: 41:12 Minuten

Medium: CD
Label: EMI-Capitol
Kennung: 72435-80891-2-7

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 09.06.2003 | von Michael Boldhaus

Thunderball (expanded)

Thunderball (expanded) Michael Boldhaus
Bewertung

Thunderball und You Only Live Twice

Seit Goldfinger sind die Merkmale eines Top-Bond-Scores vollständig ausgeprägt: neben dem raffinierten James-Bond-Thema Normans wird (in der Regel) mit einem weiteren prägnanten und einprägsamen Thema gearbeitet, das sich zugleich als Song (und damit Werbeträger) eignet. Die melodischen Themen werden in eine möglichst unmittelbar eingängige Tonsprache eingebettet, die sich aus einem pfiffig gestalteten Mix aus den Bereichen sinfonischer Unterhaltungs- und Tanzmusik, angereichert mit Stilelementen aus Rock, Pop (Beat) und Jazz zusammensetzt. Wobei mit den Themen – im Sinne einer einfachen Leitmotivik – die Scores im Zusammenwirken mit einer guten Instrumentation auch recht effektvoll gestaltet werden. Barrys Neigung, mit seinen schönen Melodien den Hörer durch allzu simple Variationstechnik – nämlich x-facher annähernder 1:1-Wiederholung – zu ermüden, wird in den guten und sehr guten Bond-Vertonungen weitgehend vermieden. Insgesamt gelingt ihm meist eine auch als Höralbum mitreißende Filmmusik.

In Thunderball • Feuerball (1965) kommen gar zwei schöne Song-Themen zum Zuge: das von Barry zuerst für den Film komponierte „Mr. Kiss Kiss Bang Bang“ – japanischer Spitzname für 007 – und ebenso der auf Wunsch der Produzenten nachträglich komponierte (auf den Filmtitel abzielende) Titel-Song (interpretiert von Tom Jones). In beiden Fällen sind dem Komponisten inspirierte Einfälle auf’s Notenpapier gelangt. Hier zeigt sich einmal mehr jenes Talent für starke, äußerst sinnfällige melodische Einfälle, das in jenen Jahren für eine Reihe herrlicher Ohrwürmer aus der Feder des Briten sorgte – siehe hierzu auch Robin and Marian.

Als seinerzeit der Musikschnitt für die LP erfolgte, war erst rund die Hälfte der Musik eingespielt. Erfreulicherweise ist die neue Edition jetzt um rund 40 Minuten erweitert, die sich als echter Gewinn erweisen. Erwähnenswert sind die Teile, die tonmalerisch die annähernde Schwerelosigkeit in den Tauch-Szenen gekonnt (mit Harfe und Vibraphon) illustrieren – in „Bond Meets Domino“ und „Underwater Ballett“ – und so beim Hörer geradezu ein Unterwasser-Feeling erzeugen.

You Only Live Twice • Man lebt nur zweimal (1967) zeigt Sean Connery zum fünften Mal als Geheimagent 007 – Connery wurde das ihm von den Fans angedichtete Bond-Image langsam überdrüssig. Erstmalig entfernt sich der Plot stark von der Romanvorlage und beinhaltet – ebenfalls zum ersten Mal – einen Hauch von Sciencefiction und Outer Space, wobei die Schwerelosigkeit musikalisch hübsch angedeutet wird in „Capsule in Space“. Ebenfalls sehr ansprechend ist auch dieses Mal das Song-Thema und nicht zu vergessen das schön eingearbeitete japanische Klangkolorit.

Nancy Sinatra erwies sich als eine blasse, nahezu stimmlose Interpretin. Von den zahllosen Einzel-Takes, aus denen der knapp dreiminütige Film-Song montiert werden musste, ist dank guter Schneidetechnik nichts zu spüren. Schon fast überflüssig anzumerken, dass auch hier die rund 36 Minuten Spielzeitverlängerung der CD nicht zur Monotonie geraten ist. Die auch auf den oben genannten Silva-Alben vertretenen zwei Stücke der Pre-Title-Sequenz – „Bond’s Funeral“ und „The Human Torpedo“ – finden sich einmontiert in „Bond in Japan“. (Hier zeigt sich auch, dass mitunter die Trackbezeichnungen nicht ganz exakt sind – spielt die Pre-Title-Sequenz doch in Hong-Kong.)

Anzumerken bleibt noch, dass sowohl in Thunderball als auch in You Only Live Twice Barrys Eigenkreation für den berühmten Geheimagenten, das „007-Thema“, seinen Auftritt erhält.

Titel: Thunderball (expanded)
Erschienen: 2003

Laufzeit: 79:01 Minuten

Medium: CD
Label: EMI-Capitol
Kennung: 72435-80589-2-5

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 09.06.2003 | von Michael Boldhaus

You Only Live Twice (expanded)

You Only Live Twice (expanded) Michael Boldhaus
Bewertung

Titel: You Only Live Twice (expanded)
Erschienen: 2003

Laufzeit: 72:42 Minuten

Medium: CD
Label: EMI-Capitol
Kennung: 72435-41418-2-9

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 09.06.2003 | von Michael Boldhaus

On Her Majesty’s Secret Service (expanded)

On Her Majesty’s Secret Service (expanded) Michael Boldhaus
Bewertung

On Her Majesty’s Secret Service und Diamonds Are Forever

Erstmalig ein neues Gesicht, nämlich das von George Lazenby, zeigt die Hauptfigur in On Her Majesty’s Secret Service • Im Geheimdienst ihrer Majestät (1969). Dazu gibt es eine stärker realistische Agentenstory mit weniger High-Tech-Spielereien, und im teilweise etwas dunkler gehaltenen, aber auch insgesamt romantischeren Tonfall des Scores ist erstmals ein Moog-Synthesizer mit von der Partie. Dieser gibt der Musik in Teilen eine merklich andere, insgesamt aber doch überzeugend neuartige Note. Überhaupt haben sich Barrys Bondmusiken seit Goldfinger schrittweise von den stärker rhythmisch-aggressiven Akzenten von Schlagwerk und Blech entfernt, sind im Sound merklich softer geworden.

Die erhabene Alpen-Szenerie schafft Raum für Panoramabilder und hübsch gemachte epische Untermalung, die in „Journey to the Blofeld’s Hideaway“ ein wenig Alpen-Sinfonie-Feeling aufkommen lässt. Louis Armstrong singt das warmherzige Lied „We Have All the Time in the World“ und Nina das ebenfalls gelungene „Do You Know How Christmas Trees Are Grown?“ – in der deutschen Fassung interpretiert von Katja Epstein als „Wovon träumt ein Weihnachtsbaum im Mai?“. Beide Songs werden im Score allerdings nur recht knapp im Rahmen der Liebesszenen zwischen Bond und seiner Braut Tracy aufgegriffen. Musikalisch bedeutsamer ist hingegen ein weiteres, dem Normanschen Bond-Thema nahe stehendes, ebenfalls sehr markantes Thema, dem hier die dominierende Rolle zukommt.

Schon in der LP-Version ist On Her Majesty’s Secret Service ein exzellenter Bond-Score, der – dank der rund 40 Minuten neuen Materials – endlich die lange Zeit schmerzlich vermissten Musikteile bietet; selbstverständlich in erstklassigem Sound. Überraschenderweise ist „Journey to the Blofeld’s Hideaway“ in dieser Ausgabe merklich anders als in der LP-Version. Zum einen rund eineinhalb Minuten länger und zum anderen ist der im letzten Drittel zitierte Armstrong-Song deutlich anders, nämlich in erheblich langsamerem Tempo arrangiert. Die ursprünglich an dieser Stelle erklingende Version findet sich im ersten Bonus-Stück, „Journey to Draco’s Hideaway“. (Vermutlich sind seinerzeit einfach die Trackbezeichnungen vertauscht worden.)

In Diamonds Are Forever • Diamantenfieber (1971) ist nochmals Sean Connery mit von der Partie und Goldfingers Shirley Bassey interpretiert den charmanten Titelsong. In den Spannungs- und Action-Momenten nähert sich die Musik stilistisch auch wieder stärker dem rauheren bläserakzentuierten Stil von Goldfinger. Für die Bar- und Lounge-Szenen in Las Vegas gibt es gut anhörbare, zum Teil elegant das Song-Thema aufgreifende Source Cues. Auch dieses Mal ist ein gezielt und maßvoll eingesetzter Synthesizer Teil des Ensembles – der hier für nette diamantene Glitzer-Effekte sorgt – und ebenso erhält Barrys 007-Thema (s. o.) einen Auftritt.

Auch bei dieser CD-Ausgabe gibt es einen Unterschied zur LP-Version. Der „Moon Buggy Ride“ ist hier um eine Art Vorspiel von rund einer Minute verlängert.

Beträchtliche Reize entwickelt auch dieses Mal die im rund 33-minütigen Anhang zusätzlich vertretene Musik. So ist jetzt erstmals die originelle Krematoriumssequenz (mit Chor) auf Tonträger zugänglich, in „Slumber, Inc.“.

Mit dem letzten Auftritt Sean Connerys in einem regulären James-Bond-Filmabenteuer ging innerhalb der Serie eine Ära zu Ende. Der König ist tot, es lebe der König! Dessen Platz sollte von nun an für sieben Filme Roger Moore einnehmen.

Titel: On Her Majesty’s Secret Service (expanded)
Erschienen: 2003

Laufzeit: 79:44 Minuten

Medium: CD
Label: EMI-Capitol
Kennung: 72435-41419-2-8

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 09.06.2003 | von Michael Boldhaus

Diamonds Are Forever (expanded)

Diamonds Are Forever (expanded) Michael Boldhaus
Bewertung

Titel: Diamonds Are Forever (expanded)
Erschienen: 2003

Laufzeit: 75:48 Minuten

Medium: CD
Label: EMI-Capitol
Kennung: 72435-41420-2-4

Komponist(en):

Schlagworte:


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