The Bounty Killer

Geschrieben von:
Magdi Aboul-Kheir
Veröffentlicht am:
14. Mai 2005
Abgelegt unter:
CD

Score

(3/6)

The Bounty Killer

Stelvio Cipriani (geboren 1937) kam rein zufällig zur Filmmusik. Er war Studiopianist für ein Plattenlabel und studierte 1966 mit dem Schauspieler Tomas Milian, der ein Album aufnehmen sollte, ein paar Songs ein. Sie wurden Freunde, Milian fragte Cipriani, ob er schon mal versucht hätte, Filmmusik zu schreiben und vermittelte ihm einen Probeauftrag. Cipriani sollte eine Deguello schreiben; er hört sich Tiomkins Rio Bravo mit ihrer berühmten Deguello an und komponierte etwas Ähnliches. Cipriani bekam den Job und machte schnell Karriere im italienischen B- und C-Film.

Seine allererste Musik, die zu The Bounty Killer • Ohne Dollar keinen Sarg (1966), findet sich auch auf dem CAM-Sampler mit drei Italo-Western-Scores Ciprianis. Im Mittelpunkt stehen ein eingängiges Titelthema für Gitarre über galoppierenden Rhythmen und die Todesmelodie „Deguello“, die natürlich wie vieles hier deutlich an Morricone erinnert, samt E-Bass und Chor. Die Musik ist insgesamt recht flott und so abwechslungsreich, um neun Tracks lang (22 Minuten) nett zu unterhalten. In den Up-Tempo-Variationen kommen Pop-Elemente zum Einsatz; Trompete, Harmonika und Gitarre steuern die üblichen Soli bei.

Ähnlich sind die Zutaten beim zweiten Score, Un uomo, un cavallo, una pistola • Western Jack (1967). Auch hier sind die Morricone-Versatzstücke deutlich herauszuhören: schicksalshafte Melodik, triolische Rhythmen und die typischen Streicherfiguren, Flötensoli, Glockeneinsatz und reichlich Schlagwerk. Die Spannungsmusiken hängen allerdings ein wenig durch, sodass der Unterhaltungswert dieser knapp 25 Minuten trotz einiger netter Tracks unter The Bounty Killer liegt; lustig ist allerdings eine Variation, die durch ihre Betonungen fast wie eine Reggae-Variante daherkommt.

Im dritten Score, Nevada (1971), nehmen die Streicher einen gewichtigeren Part ein; das Hauptthema klingt fast, als ob sich Martin Böttcher in den Italo-Sumpf verirrt hätte. Cirprianis Mittel in den Suspense- und Action-Tracks sind recht schlicht, einfache Ostinati herrschen vor, aber all das hat man auch noch dürftiger gehört. Zum Abschluss der Viertelstunde aus dieser Musik gibt’s den Song „They Call It Gold“ mit reichlich Pathos, Schmelz und einem netten Melodiebogen. Gold sind Ciprianis Western-Scores nicht, aber die CAM-CD dürfte Genre-Freunden durchaus Spaß machen; die Cinemusic.de-Bewertung liegt für die Komposition zwischen 2,5 und ordentlichen 3 Sternen, das Album bekommt 3 Sterne, also durchaus eine kleine Empfehlung.

Komponist*in:
Cipriani, Stelvio

Erschienen:
1998
Gesamtspielzeit:
62:22 Minuten
Sampler:
CAM
Kennung:
493106-2

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