The Alamo (2004)

The Alamo (2004)
Geschrieben von:
Michael Boldhaus
Veröffentlicht am:
5. Januar 2005
Abgelegt unter:
DVD

Film

(4.5/6)

Bild

(5/6)

Ton

(6/6)

Extras

(4/6)

Eine amerikanische Geschichtslegende

Eine Episode der amerikanischen Geschichte ist in besonderem Maße zur patriotischen Heldenlegende stilisiert worden: Verteidigung und Fall des „Alamo“ im Verlauf der texanischen Revolution von 1835/36. Texas gehörte damals (wie auch Kalifornien) noch nicht zu den USA, sondern war Teil des 1821 von Spanien unabhängig gewordenen Mexiko. Die mexikanische Regierung zeigte sich anfänglich liberal gegenüber den von Norden aus den Staaten der noch jungen amerikanischen Union in zunehmendem Maße nach Texas strömenden Siedlern. Was 1823 mit 300 Familien um Oberst Stephen F. Austin begonnen hatte, war bis Mitte der 30er Jahre zu einer „amerikanischen Kolonie“ von rund 45.000 Seelen angewachsen. Diese Klientel verwaltete sich nicht nur zum Großteil selbst, sie setzte sich mehr und mehr über die Anordnungen der mexikanischen Obrigkeit hinweg — unter anderem, indem manche Einwanderer verbotenerweise Sklaven hielten.

Im Zuge des eskalierenden Konfliktes, der zur Unabhängigkeit von Texas führen sollte, dürfte besagtes „Alamo“ zumindest moralisch eine bedeutende Rolle gespielt haben. Wie der ursprüngliche Name „Mission San Antonio de Valero“ verrät, war das Alamo eine (im ausgehenden 17. Jahrhundert gegründete) Missionsstation und kein militärischer Stützpunkt (Fort). Verschiedentlich hatten sich dorthin schon zuvor von Indianern bedrohte Siedler geflüchtet. Aber erst jetzt wurde das an einer strategisch bedeutenden Straße gelegene Alamo von der texanischen Miliz (eher provisorisch) befestigt und für die Zeit zur größten Konzentration schwerer Kanonen (unter anderem ein 18-Pfünder) westlich des Mississippi aufgerüstet.

General Antonio López de Santa Anna umzingelte daraufhin das in Sichtweite der Stadt San Antonio gelegene Alamo mit einer Armee von ca. 4000 Mann. Ihm gegenüber standen zwischen 180 und 250 Verteidiger, unter ihnen Davy Crockett, Jim Bowie und William (Buck) Travis. (Übrigens: Das abenteuerliche, von extremen Auf- und Abschwüngen durchzogene Leben des äußerst schillernden und zwiespältigen Generalissimus Santa Anna, der immerhin viermaliger mexikanischer Präsident war, taugt allein für mindestens einen Kinoabend.)

Die Belagerung des Alamo dauerte 13 Tage. Am zweiten Tag verfasste Travis seinen berühmten Appell, der von der patriotischen US-Geschichtsschreibung zur größten Freiheits-Deklaration der (US-)Geschichte verklärt wurde. Von Kampf bis zum letzten Mann und „Sieg oder Tod“ ist dabei die Rede. In den frühen Morgenstunden des 6. März 1836 stürmten die Mexikaner unter schweren Verlusten die Festung. Noch mehr als diese Niederlage waren es die im Anschluss daran praktizierten Gräuel, welche die Amerikaner in Wut versetzten. Santa Anna ließ die wenigen überlebenden Männer erschießen. Die Leichen der Verteidiger wurden außerdem nicht ehrenvoll bestattet, sondern in aufeinander geschichteten Haufen verbrannt. Hinzu kommt das Massaker wenige Tage später an über 300 bei Goliad gefangen genommenen Amerikanern. „Remember the Alamo“ wurde so zum Schlachtruf der sich unter Sam Houston sammelnden Freiwilligen, denen es am 21. April 1836 gelang, Santa Anna mit einem Teil seiner Armee bei San Jacinto zu überraschen und innerhalb von nur knapp 20 Minuten in die Flucht zu schlagen. Dass die Sieger dabei ebenfalls wenig gnädig mit den Besiegten verfuhren und unzählige abschlachteten, die sich bereits ergeben wollten, lässt die aktuelle filmische Umsetzung dieses „Shrine of Texas Liberty“ zumindest erahnen.

Sam Houston war klug genug, den erst am folgenden Tag gefangen genommenen Santa Anna nicht ebenfalls aus Rache töten zu lassen. Er wusste, dass mehrere ungeschlagene mexikanische Armeen bereit standen, das jetzt für die Texaner (noch nicht US-Amerikaner) Erreichte wieder zunichte zu machen. Mit zweifellos ausgezeichnetem politischen Geschick gelang es Houston, eine Waffenruhe zu vereinbaren und dem am 2. März 1836 für unabhängig erklärten Staat Texas eine längere Atempause zu verschaffen. (Dass sie schließlich für die Unabhängigkeit von Texas starben, war den Verteidigern des Alamo — zumindest zu Lebzeiten — nicht bewusst.) Houston wurde der erste Präsident des neuen Staates und erreichte im Jahr 1845 — nach manch schwieriger politischer Gratwanderung — den Beitritt von Texas zur amerikanischen Union.

Im wenige Jahre später folgenden mexikanisch-amerikanischen (Raub-)Krieg von 1848 verzeichneten die USA die größten territorialen Erweiterungen vor dem Bürgerkrieg. Für Mexiko ging dabei nicht allein Texas endgültig verloren. Mit seinen Nordwest-Provinzen Kalifornien und Neu-Mexiko musste es insgesamt etwa die Hälfte seines ehemaligen Staatsgebietes an die USA abtreten. Diese hingegen erreichten im Zusammenwirken mit dem von James Gadsden (US-Botschafter in Mexiko) initiierten „Gadsden Purchase“, bei dem weitere Landstriche im Süden des heutigen Arizona und Neu-Mexiko für 10 Mio. $ hinzugekauft wurden, eine Erweiterung ihres bisherigen Areals um gut zwei Drittel. Für die in Texas lebenden Apachen und Comanchen sollte diese Entwicklung besonders bittere Konsequenzen nach sich ziehen: Nie sind sie derart gnadenlos verfolgt, ja buchstäblich vernichtet (!) worden wie unter amerikanischer Hoheit …

Der Geschichtsmythos und seine Adaptionen für die Kinoleinwand

Der seit 1836 x-fach zum Tapferkeitsmythos stilisierte Alamo-Stoff ist seit 1911 mehrfach verfilmt worden. Neben dem hierzulande allein auf Video zu sehenden Alamo (2004), inszeniert von Regisseur John Lee Hancock, ist der von Duke John Wayne höchstpersönlich (als Produzent, Regisseur und Darsteller des Davy Crockett) realisierte Alamo aus dem Jahr 1960 (Musik: Dimitri Tiomkin) die wohl bekannteste und auch zum Vergleich wichtigste Filmversion. Zumindest erwähnenswert sind der von Republic-Pictures produzierte The Last Command • Die Barrikaden von San Antone (1955, Musik: Max Steiner) sowie die TV-Produktionen The Alamo: Thirteen Days Till Glory (1987) und die Mini-Serie Texas (1994) — wobei beide TV-Inszenierungen in den Kampfszenen Material aus The Last Command und Alamo (1960) verwenden.

John Waynes filmische Umsetzung des Alamo-Mythos hat in der landläufig bekannten Version — inklusive Ouvertüre, Pausen- und Schlussmusik — eine Lauflänge von 172 Minuten. Die originale Länge der 1960er Premierenfassung betrug sogar 202 Minuten. Allerdings wurden bereits zwei Wochen nach dem Start 30 Minuten geschnitten und galten bis Anfang der 90er Jahre als verloren. Bis durch Zufall eine ungeschnittene 70-mm-Kopie im kanadischen Toronto entdeckt wurde. Seit 1992 ist die komplette Fassung des Films in den USA auch auf Video und Laser Disc erhältlich. Hierzulande ist diese bislang allerdings weder gezeigt noch veröffentlicht worden.

Im Vergleich schneidet die neue Filmadaption deutlich besser ab. Regisseur John Lee Hancocks Alamo wirkt erfreulicherweise nicht derart penetrant aufgesetzt wie die nicht erst heutzutage in Teilen peinlich patriotismustriefend und pathetisch, darüber hinaus langatmig und geschwätzig wirkende John-Wayne-Version. Die Verteidiger des Alamo werden in Waynes Film zu edlen Märtyrern stilisiert, die Mexikaner hingegen bleiben dafür nahezu gesichtslos. Auch wenn sich diese Verfilmung in der Umsetzung der historischen Ereignisse (allzu) große Freiheiten gestattet, verfügt sie sicherlich über mancherlei Schau- und Unterhaltungswerte — wohl auch weil Waynes Ziehvater, Westernlegende John Ford, beratend unterstützte. Ford muss sogar eine Reihe von Szenen inszeniert haben, die allerdings nicht verwendet wurden. Ursprünglich wollte Wayne sein Alamo-Projekt mit Republic Pictures verwirklichen. Erst nachdem sich dies zerschlagen hatte (s. o.), wurde es von seiner hauseigenen Produktionsfirma Batjac mit finanzieller Unterstützung von United Artists ausgeführt.

In ihrem mitunter etwas schwerfälligen und weitschweifigen Erzählstil erreicht die 1960er Version mindestens einen grotesken Höhepunkt: So, wenn der Duke während einer Ausfahrt seiner mexikanischen Begleiterin ausführlichst die Vorzüge der Demokratie erläutert. In seinem rechtslastigen Habitus besitzt der Streifen vergleichbar zweifelhaften „Charme“ wie die sehr ähnlich gelagerten Fridericus-Filme der ausgehenden Weimarer Republik und der anschließenden NS-Zeit — aber auch so manches aus (nicht allein) Hollywoods-Weltkrieg-II-Propagandakiste.

Besonders delikat ist allerdings die Story um die einfach nur unmögliche Art und Weise, wie bei den Mitgliedern der Academy um Anerkennung für den Film „geworben“ wurde. Der sendungsbewusste Republikaner (not a democrat) John Wayne hatte mit dem Projekt einen langjährig gehegten Traum verwirklicht. Er war sich nicht zu fein, dazu mit dem (sinngemäßen) Slogan Druck zu machen, dass, wer diesen Film nicht möge, kein guter Amerikaner sei. Der anfängliche Erfolg ist bemerkenswert: In insgesamt sechs Kategorien wurde Alamo nominiert, darunter als „Bester Film“. Die so heiß ersehnte Trophäe erhielt das Opus dann aber nur — sogar zu Recht — für den besten (Stereo-)Ton. Genutzt hat es allerdings letztlich wenig. An den Kinokassen wurde Alamo ein Flop, der seinen Schöpfer zwang, Teile seiner Ölbeteiligungen und später auch die Filmrechte zu verkaufen. Im Laufe der Jahre ist es dem Opus dann anhand unzähliger Wiederaufführungen doch noch gelungen, zum kleinen Erfolg zu werden. John Wayne ist übrigens noch ein zweites Mal in „eigener Sache“ vergleichbar patriotisch auf der Leinwand tätig geworden: im Pro-Vietnamkriegs-Epos von 1967 The Green Berets • Die grünen Teufel.

Regisseur John Lee Hancock ist selbst Texaner. Sein Film präsentiert klassisches Abenteuerkino in sehr sorgfältiger Inszenierung, ist detailgetreu und historisch weitgehend korrekt ausgestattet. Garniert wird mit angemessenen Special Effects. Beispielsweise, wenn der Zuschauer den Weg einer Granate ins Ziel praktisch live (!) erleben kann. Man ist förmlich mit dabei, wenn, durch’s Kanonenrohr fotografiert, zuerst Pulverkartusche und Projektil geladen werden und letzteres anschließend von feurigem Schub durch das Rohr getrieben wird. Der anschließende Flug des Geschosses wird dann aus „Granatenperspektive“ (per Kranfahrt) bis zum Einschlag im Innenhof des Alamo mitverfolgt. Dass sämtliche, mitunter wahrlich ohrenbetäubend feuernden Geschütze den zugehörigen Rückstoß nicht vermissen lassen, sei ebenfalls angemerkt. Hierbei handelt es sich um ein Detail, das auch in so mancher zeitgenössischen Produktion (immer noch) vernachlässigt wird.

Mit der Legende und ihren Helden geht der Film eher nüchtern um. So erleben wir Davy Crockett (Billy Bob Thornton) — den legendären Trapper — zuerst in einer (sehr gelungenen) Szene im Theater, wo, dargestellt von einem Schauspieler, seine Legende inszeniert wird. In einem späteren Dialog im Alamo gesteht Crockett dazu lächelnd ein, dass er den typischen Hut nur trage, weil es besagter Schauspieler auch tue. Das Verhältnis zweier Negersklaven zum „heldenhaften“ Tun ihres jeweiligen weißen Herrn ist keineswegs vorbehaltlos zustimmend wie in der Wayne-Version. Und wenn zwei Mexikaner aus San Antonio zur Situation bemerken, dass Santa Anna (Emilio Echevarria) — der hier auch Profil zeigen darf —, immerhin nur Mexiko, das (amerikanische) Gesindel jedoch die ganze Welt beherrschen wolle, dann ist das sicher eine speziell für das heutige Publikum seherisch-moderne, aber zweifellos interessante Spitze, die übrigens schon im Vergleich mit den Ereignissen der folgenden nur rund 12 Jahre (s. o.) nicht einfach maßlos überzogen erscheint.

Auch wenn im knapp 20-minütigen soliden Making Of der DVD „Rückkehr einer Legende: Hinter den Kulissen von Alamo“ der John-Wayne-Vorläufer nicht mit einem Wort erwähnt wird, gibt es zwischendurch und auch in der finalen Schlacht immer wieder deutliche Ähnlichkeiten in den Einstellungen. Wenn die Verteidiger im Abendrot auf den Wällen stehen, gibt dies romantisierend prachtvolle Bilder ab, die den Geist des klassischen Abenteuerkinos nicht verleugnen. Dean Semlers geschickte Kameraarbeit zeigt überhaupt manchen gelungenen Einfall, der dem Film Stimmung und gelungene Atmosphäre verleiht, und das gilt keineswegs ausschließlich für die sehr effektreichen Kampfszenen. Die Erstürmung des Alamo wird hier auch historisch erheblich genauer gespiegelt. Während im John-Wayne-Film der Angriff morgens, nach großem, von Musik begleiteten Aufmarsch der mexikanischen Truppen (geradezu ritualisiert) stattfindet, gerät dies in Hancocks Film zur anschleichend startenden nächtlichen Aktion, bei der im anschließenden furiosen Kampfgeschehen die Dunkelheit vom Feuer der Brände und durch Raketen erhellt wird.

Interessanterweise zeigt die Wayne-Version General Santa Anna nach der Schlacht in erheblich günstigerem Licht als historisch überliefert (s.o.): nämlich als fairen Sieger, der die Überlebenden unter militärischen Ehrenbezeugungen abziehen lässt.

Unterm Strich bietet Regisseur John Lee Hancocks Alamo (2004) mit rund 136 Minuten Lauflänge wohl durchdachtes und aufwändig inszeniertes Abenteuerkino alter Prägung — die Produktionskosten beliefen sich auf rund 95 Mio $. Auch der neue Film um die Legende ist trotz eindeutig größerer Genauigkeit im Umgang mit den Fakten sicher keine Geschichtsdoku, sondern in erster Linie eine temporeiche Unterhaltung. Dank eines guten Drehbuches kommt dabei keinerlei Langeweile auf, was nicht mit actionlastig gleichzusetzen ist. Nein! Vielmehr wechseln ruhige und rasante Passagen gekonnt miteinander ab, so dass die Zeit wie im Fluge vergeht. Wobei der Film auch die, auf die Ereignisse bei San Antonio folgende, entscheidende Schlacht von San Jacinto aufgreift.

Dass der Film hierzulande nicht in die Kinos kam, ist bedauerlich, aber letztlich wohl nicht verwunderlich. In den USA erwies sich die im Gegensatz zu Hidalgo wenig disneytypische Produktion als totaler Flop. Dies mag sich zum Teil damit erklären, dass der Film nicht über im üblichen Sinne zugkräftige Stars verfügt — wobei ihm Dennis Quaid (Sam Houston), Jason Patric (Jim Bowie), Emilio Echevarria (Santa Anna) und besonders Billy Bob Thornton (Davy Crockett) zweifellos beachtliche schauspielerische Qualitäten verleihen. Ebenso dürften das komplette Fehlen einer Love-Story und in ganz besonderem Maße die eher zurückhaltende, wenig pathetische Herangehensweise nicht wirklich in das gegenwärtige Amerika der George-Bush-II.-Ära gepasst haben.

Filmmusik: Dimitri Tiomkin versus Carter Burwell

Musikalisch hingegen sind beide Filmversionen gut begleitet worden. Dimitri Tiomkin schuf für das Wayne-Epos zwar wohl nicht eine seiner ganz großen, aber eine durchaus stimmungsvolle Westernmusik. Während Tiomkin meist fett, also mit großem Orchester arbeitet und in den ruhigen Teilen besonders auf die Wirkung von Folklore-inspirierten (zum Teil a-capella-) Chorsätzen setzt, ist Carter Burwell die Angelegenheit insgesamt merklich zurückhaltender angegangen. Sein, bis auf einzelne breiter angelegte orchestrale Passagen, sehr dezenter Score ist von den Klängen der Fiedel getragen und besonders ausgeprägt folkloristisch orientiert. Für die Amerikaner kommt dabei stark irisches (gälisches) Flair zum Einsatz, das mit dem mexikanischen Klangidiom wirkungsvoll kontrastiert. Bemerkenswert gelöst ist eine Szene, in der eine mexikanische Militärkapelle (wiederholt) „Deguello“ spielt und Davy Crockett auf seiner Fiedel dazu einen virtuos-markanten Kontrapunkt setzt — der übrigens auch den Gegner sichtlich beeindruckt. Im aktuellen Alamo wird Deguello übrigens als von den Spaniern übernommener, auf maurische Traditionen zurückgehender Militärmarsch erklärt, der für durchschnittene Kehlen stehe. Dies dürfte historisch zumindest zutreffender sein als Dimitri Tiomkins zweifellos sehr schönes und prägnantes Thema für Mariachi-Trompete, das der Komponist auf Wunsch von Wayne aus dem John-Ford-Western Rio Bravo (1956) wieder verwendet hat.

Die Score-CD mit Carter Burwells Filmmusik ist nur als Import verfügbar.

Alamo (2004) auf DVD

Alle Freunde des klassischen Abenteuerkinos können das Entgangene mit Hilfe der sehr zufrieden stellenden DVD zumindest im Heimkino nachholen. Das bei Schärfe, Kontrast, Farbe, Durchzeichnung und Rauscharmut nahezu tadellose Scopebild darf auch in der nächtlichen Schlacht um das Alamo als sehr überzeugend bezeichnet werden. Es wird dabei in seiner Wirkung durch eine sehr effektvolle und zugleich subtile Tonmischung perfekt unterstützt. Eine, die sowohl Raumtiefe durch eher dezente Hintergrundgeräusche vermittelt als auch da, wo geboten, mit wohl platzierten krachenden Effekten zu versorgen weiß. Dies alles ist in Deutsch sowohl in Dolby-Digital als auch in dts (in Englisch allein in Dolby-Digital) zu genießen — entgegen den Angaben auf dem Cover sogar in Dolby-Digital-5.1-EX und in dts-ES-6.1, also mit diskretem hinteren Center-Kanal. Durch Vergleichen ausgewählter Tonsegmente konnte ich zwischen Dolby-Digital und dts keine greifbaren Qualitätsunterschiede ausmachen: die Dolby-Digital-Tonspur ist allerdings um etwa 6 db leiser als die dts-Tonspur.

Neben dem bereits erwähnten Making Of gibt es einen kleinen Rundgang durch das in der Nähe von Austin aufwändig erbaute Set. Es wird deutlich, mit wieviel Liebe zum Detail sowohl das Alamo als auch San Antonio für den Film rekonstruiert worden sind. Noch nie glichen Stadt und befestigte Mission den realen Schauplätzen von 1836 so sehr wie hier — beispielsweise kommt das Alamo ohne die geläufigen baulichen Verzierungen aus, die übrigens erst Jahre nach (!) der Schlacht im Zuge einer (eher freien) „Restauration“ angebracht worden sind.

Vier kurze geschnittene Szenen (insgesamt knapp fünf Minuten) verleihen dem frivolen Aspekt im Charakter Santa Annas noch etwas mehr Tiefe. Dazu kann man sich durch einen Audiokommentar von Regisseur Hancock mit eingehenderen Informationen versorgen lassen. Hier fehlt nur noch ein Trailer, dann hätte es bei der Ausstattung noch einen halben Stern dazu gegeben.

Lesen Sie auch unser Special „Schlachten der Weltgeschichte auf Kinoleinwand und Fernsehbildschirm“.

Originaltitel:
Alamo – Der Traum, das Schicksal, die Legende

Regisseur*in:
Hancock, John Lee

Erschienen:
2004
Vertrieb:
Buena Vista
Kennung:
DVD 102403

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