Step Up 4: Miami Heat 3D (3D-Blu-ray)

Geschrieben von:
Michael Boldhaus
Veröffentlicht am:
30. März 2013
Abgelegt unter:
3D

Heiße Moves und coole Möpse: StreetDance 2 3D versus Step Up 4 — Miami Heat 3D, Teil 2

Wurden im September 2011 bereits die beiden in der dritten Dimension agierenden Tanzfilme StreetDance und Step Up 3D vorgestellt, sollen nun auch die beiden Fortsetzungen gegeneinander antreten.

Zu StreetDance 2 3D geht’s hier.

Step Up 4 — Miami Heat 3D: Mit Flashmobs gegen Spekulanten

Sean (Ryan Guzman) kellnert im Hauptberuf und ist zugleich Chef einer Tanztruppe, die als „The Mob“ durch ihre unerwarteten Auftritte (Flashmobs) in der Öffentlichkeit für einiges Aufsehen sorgt. Der Bauunternehmer Anderson (Peter Gallagher) will das Viertel, aus dem Sean und seine Truppe kommen, abreißen. Dagegen versuchen sich die sich zuerst unauffällig unters Volk mischenden und dann urplötzlich eine Performance startenden Tänzer zu wehren. Dass Andersons Tochter Emily (Kathryn McCormick) ebenfalls ein Faible für das Tanzen hat und sich in Sean verliebt, schafft zwar Probleme, aber zugleich auch die Voraussetzungen für das Happy End.

5749Und wie schlägt sich nun das Konkurrenzprodukt im Vergleich zu StreetDance 2 3D? Insgesamt noch etwas besser. Bereits der 3D-Trailer wirkt peppiger. Sicher muss man aber auch hierzu das Attribut „anspruchslose Unterhaltung“ bemühen. (Ursprünglich trug der Film übrigens den Arbeitstitel Step Up 4Ever, woraus dann Step Up Revolution • Step Up 4 — Miami Heat geworden ist.)

Wir tanzen, um etwas zu verändern, hieß es bereits im dritten Film der Reihe. Diese Aussage wird im Sequel nun zum Motto, worauf bereits der US-Titel Step Up Revolution anspielt. Was dabei herauskommt, ist allerdings arg märchenhaft und sozialromantisch angehaucht. Die nicht Häuser besetzend, sondern tanzend angelegten Protestaktionen gegen das Großkapital bilden dabei die zwar wenig glaubwürdige, allerdings visuell überwiegend mitreißende Fassade eines dafür äußerst blassen Plots.

Miami Beach und insbesondere seine Flaniermeile, der Ocean Drive, geben dazu die optisch sehr reizvolle Kulisse ab. Da wird direkt zu Beginn an einer Kreuzung der Ocean’s Avenue von „The Mob“ ein spektakulärer Auftritt hingelegt, bei dem die Tänzer nicht nur auf den Autos sondern auch über diese hinweg springend tanzen. Einige Fahrzeuge geraten dabei ebenfalls außer Rand und Band, gebärden sich wie Wildpferde, die mit Lassos gebändigt werden müssen. Und damit sind wir beim wiederum einzig wirklich Interessanten auch dieses Films angelangt: den aufwändig wie fantasievoll und dabei zum Teil auch besonders kreativ angelegten Tanzeinlagen. Das absolute Highlight bildet dabei die im Rahmen einer Ausstellung moderner Kunst platzierte Flahsmobsequenz. Wenn die Tänzer, mit ihren durch Bodypainting getarnten Körpern direkt vor den Exponaten platziert, sich von diesen kaum abheben oder auch selbst scheinbar starre Exponate bilden, welche dann plötzlich zum Leben erwachen, dann ist das in ganz besonderem Maße faszinierend in Szene gesetzt. Zwar wird diese Szene im weiteren Verlauf nicht getoppt, aber auch die übrigen Flashmobs bleiben sehenswert, etwa der dynamische Auftritt der Tänzer passend zum Bürohaus im Bankeroutfit und ebenso das breit angelegte Tanz-Finale im Containerhafen. Dieses beginnt mit einer mitreißenden Massenchoreographie, in der u.a. Tänzer an Gummibändern auf Schrägen hinab federn und es weitere ähnlich temperamentvolle, akrobatisch wie artistisch glanzvolle Aktionen zu sehen gibt. Der sehr ruhige, romantische Paartanz von Sean und Emily, platziert vor purpurnem Abendrot, bildet dann einen dazu gelungen kontrastierenden Abschluss. Und nicht erst da läuft der attraktive Ryan Guzman seinem etwas schläfrig wirkenden Pendant in StreetDance 2 3D, Falk Hentschel, eindeutig den Rang ab.

Auch wenn kaum jemand im Plotkonstrukt eine „Botschaft“ erwarten und diese somit auch nicht vermissen wird, so gilt doch trotzdem das zu StreetDance 2 3D Angemerkte: Es ist schlichtweg schade, dass den Drehbuchschreibern offenbar in zunehmendem Maße die Einfälle ausgehen. Hatte etwa der lockenköpfige, bereits aus Step Up 2 bekannte Adam Sevani in Step Up 3D noch eine im Handlungsablauf geschickt verankerte Funktion, erhält er hier leider einzig im Tanzfinale im Rahmen eines kurzen Cameo-Auftritts Gelegenheit, sein tänzerisches Können unter Beweis zu stellen.

5750Die geschickt choreographierten Flashmobeinlagen kommen bereits in 2D überaus ansehnlich herüber. Die 3D-Fassung spielt hier erneut eindeutig ihre Trümpfe aus. Allerdings wird dabei nach meinem Empfinden der Reiz des Vorgängers, Step Up 3, nicht mehr ganz erreicht. Dort ist die Kamera nämlich noch dichter ans Geschehen herangegangen, hat so die in den Moves der Tänzer liegende dynamische Körpersprache für den Zuschauer betonter „zum Greifen nah“ erfasst und so noch spektakulärer eingefangen.

Step Up 4 — Miami Heat auf 3D-Blu-ray

An der Filmpräsentation gibt es kaum etwas zu beanstanden. Das Bild ist sowohl in 2D als auch in 3D von vergleichbar hoher Qualität. Es zeichnet sich durch Detailreichtum, satte Farben und gute Schärfe aus. Das gilt ebenso für den Kontrast sowie den sehr soliden Schwarzwert. Auch die 3D-Version überzeugt auf vergleichbarem Level. Die Anfälligkeit für die 3D-typischen Ghosting-Artefakte ist nur gering ausgeprägt. Besagte treten also nur in einzelnen kurzen Momenten in Erscheinung.

Dafür ist die Boni-Kollektion zwar dank HD technisch ebenfalls sehr solide, kommt aber ansonsten etwas enttäuschend, nämlich betont promomäßig daher. Insbesondere die mit meist gerade mal 60 Sekunden oder sogar weniger (!) schon zum Schnipsel neigenden Interview-Clips sind kaum noch informativ, sondern meist eher belanglos. Besonders informativ gebärdet sich auch der eher dahinplätschernde Audiokommentar nicht, welcher von den beiden Hauptdarstellern zusammen mit Regisseur Scott Speer in Form einer Talkrunde bestritten wird. Leider fehlen hierzu die zu den übrigen Features wählbaren deutschen Untertitel.

Offenbar sind sich die Produzenten der eklatanten Schwächen des Drehbuches bewusst. Nur so lässt sich eigentlich erklären, dass man sich die gesamten Flashmob-Tanzeinlagen (rund 21 Minuten) in den Boni vom Rest gelöst als Block ansehen kann. Wie auch bei einer Handvoll verlängerter Szenen (rund 4 Minuten) ist dies allerdings nur in 2D möglich. Dafür bildet die Unterteilung in insgesamt 20 Kapitel für den Suchenden eine gute Hilfe.

Resümee: Als anspruchslose, dafür in den Tanzszenen visuell durchaus ansprechende Unterhaltung funktionieren auch die aktuellen Aufgüsse von StreetDance und Step Up. Das gilt insbesondere in der jeweiligen 3D-Version. Damit unterstreichen auch die beiden Sequels trotz ihrer eindeutigen Schwächen das bereits zu Pina von Wim Wenders Festgestellte: Dass nämlich gerade das Genre des Tanzfilms für den 3D-Effekt besonders wirkungsvolle Sujets abzugeben vermag.

5751Untereinander ergibt sich ein ähnliches Bild wie 2011: Dabei gelingt es Step Up 4 — Miami Heat erneut, an seinem britischen Konkurrenten StreetDance 2 3D vorbeizuziehen. In Sachen kaum vorhandener Handlung tun sich beide Filme jedoch nicht allzuviel: Es handelt sich jeweils um moderne, freilich eher märchenhaft angehauchte Teenieschmonzetten mit Happy End. In diesem Punkt ist es daher wohl eher Geschmackssache, welcher man den Vorzug geben mag. Die Tanzeinlagen sind in beiden Fällen gelungen und bilden das mit Abstand Interessanteste. Hier vermag Step Up 4 allerdings dank seines größeren Produktionsbudgets von rund 35 Mio $ gegenüber umgerechnet nur etwa 10,4 Mio $ bei StreetDance 2 3D mit nicht nur deutlich aufwändigeren, sondern insgesamt auch kreativeren und peppigeren Tanzarrangements eindeutig zu punkten (s. o.). Das besondere Quäntchen Charme ihrer ebenfalls dreidimensionalen Vorgänger besitzen jedoch beide Fortsetzungen nur noch bedingt, was in erster Linie auf das Konto der dieses Mal allein noch äußerst schwachen Plots geht.

Stellt man innerhalb der zurzeit vier Filme umfassenden Step-Up-Reihe allein die US-Einspielergebnisse einander gegenüber, so ist bereits vom Erstling Step Up (2006) zu Step Up 2 The Streets (2008) mit rund 65 zu 58 Mio $ ein leichter Abwärtstrend erkennbar. Beim dritten Film, dem erstmalig mit der dritten Dimension ausgestatteten Step Up 3D (2010) ist besagter mit nur noch rund 42 Mio $ erheblich deutlicher zu sehen. Und auch der wiederum mit 3D aufwartende Step Up 4 vermochte mit rund 35 Mio $ den negativen Trend nicht umzukehren. (3D scheint hier allerdings den deutlichen Rückgang des Zuschauerinteresses etwas abgebremst zu haben.)

Wirft man hingegen einen Blick auf die internationalen Einspielergebnisse (ohne USA), dann liegt Step Up 4 mit rund 105 Mio $ gegenüber gerade mal etwa 21 Mio $ bei StreetDance 2 3D kräftig vorn. Mit seinen in den USA noch hinzukommenden rund 35 Mio $ (s. o.) ergibt sich ein respektables Gesamtergebnis von sogar rund 140 Mio $. Damit ist der Film für seine Produzenten bereits ohne die zusätzlichen Einnahmen aus der TV- und Home-Video-Vermarktung ein beachtlicher Gold-Dukaten-Esel. Auch StreetDance 2 3D steht da unterm Strich nicht völlig schlecht da. Hat der Streifen doch bereits allein an der Kinokasse mehr als das Doppelte seiner Herstellungskosten wieder reingeholt. Eine weitere Fortsetzung dürfte damit in beiden Fällen durchaus im Rahmen des Wahrscheinlichen liegen.

Zur Erläuterung der Wertungen lesen Sie bitte unseren Hinweis zum Thema „Blu-ray-Disc versus DVD“.

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Regisseur*in:
Speer, Scott

Erschienen:
2013
Vertrieb:
Highlight Communications
Kennung:
(3D-Blu-ray-Disc)
Zusatzinformationen:
USA 2012

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