S1M0NE

Geschrieben von:
Michael Boldhaus
Veröffentlicht am:
17. Januar 2003
Abgelegt unter:
CD

Score

(3/6)

In Andrew Niccols Komödie S1M0NE weiß sich ein wenig bekannter Regisseur (Al Pacino), dem die Hauptdarstellerin seines neuen Films abspringt, auf ungewöhnliche Weise zu helfen. Er greift kurzerhand zu virtuellem Ersatz: seine „S1M0NE“ entstammt dem Computer. Originellerweise wird der Film zum Renner, ohne dass jemand die (Computer-)Identität der Hauptdarstellerin bemerkt.

Carter Burwells Musikbeitrag zu S1M0NE ist der Komödienhandlung angemessen, nicht tiefgründig, sondern leicht und recht eingängig geraten. Klavier über Streicherteppich sowie gelegentliche Holzbläsersoli, Harfe und Celesta, und neben Elektrogitarre bestreiten Synthesizer-Klänge die oftmals rhythmisch rock-poppige Komposition. Wobei die synthetischen Elemente der Musik für die computergenerierte S1M0NE teilweise einen recht netten, sicherlich gewollten, „künstlich schwebenden Hauch“ verleihen – so im Track „Hollywood Love“.

In einzelnen Tracks – wie im stark atmosphärisch-elektronischen „Splendid Decay“ – gibt es ohne Film ein paar Durchhänger. Das S1M0NE-Thema ist einfach gestrickt und wird aber auch in dezenten Variationen nett eingesetzt. In „Virtually Forever“ erklingt es, mit wohl synthetischem Chor, geradezu mystisch-geheimnisvoll gesteigert. Weite Teile der CD sind auch durch die sauber eingearbeiteten Effekte, wie das recht vielfältige hölzerne Schlagwerk (z. B. Kastagnetten) oder die Piccicati in „Off the Record“, durchaus hübsch anzuhören. Damit ist S1M0NE insgesamt ein recht ansprechendes CD-Album, das vermutlich gerade als Filmsouvenir optimale Wirkung entfaltet.

Komponist*in:
Burwell, Carter

Erschienen:
2002
Gesamtspielzeit:
41:07 Minuten
Sampler:
Varèse
Kennung:
VSD-6387

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