Lexikon der Film- und Fernseh-Synchronisationen

Geschrieben von:
Michael Boldhaus
Veröffentlicht am:
6. September 2001
Abgelegt unter:
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Ein ungewohntes Filmbuch ist Thomas Bräutigams „Lexikon der Film- und Fernsehsynchronisation“. Erstmals liegt damit eine Publikation vor zum Thema: Wer leiht welchem fremdsprachigen Schauspieler seine Stimme in welchem Film.

In den das Buch einleitenden, mit rund 30 Seiten zwar knappen, aber recht informativen Allgemeininfos gibt es neben einem historischen Abriss, Bemerkungen zum Für und Wider sowie zu Technik und Kunst des Synchronisierens. Im eigentlichen Lexikonteil finden sich stichwortartige Informationen zu etwa 2000 Filmen und Fernsehserien und im Anhang Kurzbiografien zu besonders wichtigen Vertretern des Genres.

Dass hiermit nur ein Schwerpunkte setzender Einblick vermittelt werden kann, also keinesfalls (auch nicht ansatzweise) Vollständigkeit erreicht werden kann, ist zwangsläufig und damit verzeihlich. Darunter fällt auch, dass in den als besonders wertvoll hervorzuhebenden Kurzbiografien (überwiegend sogar mit Bild) fast ausschließlich auf die stimmtechnisch besonders markante „alte Garde“ fokussiert wird. Weniger verständlich sind hingegen eine Vielzahl von Fehlern in den biografischen Daten der Synchronsprecher und insbesondere merkwürdige Lücken und Fehler selbst in den gelisteten berühmten Film-Klassikern. Hierzu einige Beispiele: Doktor Schiwago, Julie Christie (Lara) wird von Eva Pflug und nicht von Renate Küster gesprochen; dafür fehlt im 1959er Ben-Hur der Name Jürgen Goslar, der Stephen Boyd (Messalah) seine Stimme geliehen hat. Kurioserweise sind zu Hitchcocks Vertigo keinerlei Infos zur deutschen Erstaufführung enthalten, sondern ausschließlich zur Fernseh-Neufassung von 1984. Dass dazu die Besetzungslisten nur sehr unvollständig aufgeführt werden, ist ebenfalls nicht gerade eine Stärke der Publikation.

Thomas Bräutigams „Lexikon der Film- und Fernsehsynchronisation“ macht also im Augenblick einen etwas zwiespältigen Eindruck. Grundsätzlich ist das Buch aber sehr willkommen, ein Schritt in die richtige Richtung, der bei einer Neuauflage ergänzt und eingehend überarbeitet werden sollte. Trotz der Einschränkungen wartet der Titel mit einem passablen Preis-Leistungsverhältnis auf.


Mehrteilige Rezension:

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Erschienen
2001
Seiten:
500
Verlag:
Schwarzkopf & Schwarzkopf
Kennung:
ISBN 3-89602-289-X
Zusatzinfomationen:
18,90 € (D)

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