Duell – Enemy at the Gates

Geschrieben von:
Michael Boldhaus
Veröffentlicht am:
15. Juli 2002
Abgelegt unter:
DVD

Film

(2/6)

Bild

(6/6)

Ton

(6/6)

Extras

(4/6)

Was den Film anbelangt, verweise ich auf die Ausführungen im Artikel von Hans Helf. Dort wird auch die essentielle Problematik herausgearbeitet. Das im Zentrum stehende Duell der beiden Scharfschützen ist (bis auf das weniger überzeugende Finale) sehr spannend und intelligent inszeniert. Auch die Menschen verachtende, blutige Eröffnung – wenn die jungen Rotarmisten im Inferno angreifender Stukas über die Wolga gesetzt, von den Kommissaren wahrhaft in Massen in den (Helden-)Tod getrieben werden – ist recht überzeugend geraten, wobei die digitalen Tricks auch auf dem kleinen TV-Bild deutlich als solche zu erkennen sind. An einigen Stellen der recht pathetischen Handlung und insbesondere im kitschigen Finale fühlt man sich doch ein wenig an einen der alten russischen Kriegspropagandastreifen erinnert.

Im Ausland hat man weniger Probleme mit (Kriegs-)Abenteuerfilmen. Hingegen, speziell für uns Deutsche bleibt der Haupteinwand gegen Duell, dass die ungemein blutige Stalingrader Kesselschlacht und damit der große Krieg, trotz einiger guter Momente, insgesamt nur Staffage für besagtes historisch außerdem nicht exakt belegtes Duell sind. Merkwürdiges ahnen lässt da schon der sehr altmodisch wirkende Trailer, in dem es heißt: „Eine Schlacht zwischen zwei Mächten wurde zu einem Kampf zwischen zwei Männern“ …

Wer also Gewichtiges zur Thematik Zweiter Weltkrieg erwartet, wird enttäuscht; wen dieser Mangel nicht stört, findet zumindest im Scharfschützenduell spannende Unterhaltung. Insgesamt bleibt aber Duell ein Film, der trotz guter und zum Teil sehr guter Besetzung (hier vor allem Bob Hoskins als Nikita Chruschtschow) nur in einzelnen Momenten als Kriegsdrama zu überzeugen vermag.

Die BMG-DVD präsentiert den Film in hervorragender Bildqualität im korrekten Scope-Bild-Seitenverhältnis (1:2,35): Schärfe, Kontrast, Farben und Durchzeichnung erreichen Top-Werte und ebenso kraftvoll kommt der Ton daher, nicht nur in AC-3-5.1 (Deutsch und Englisch) sondern außerdem in dts (Deutsch). Besser geht’s kaum.

Auch das Zusatzmaterial ist sehr ordentlich geraten: Neben einem rund 20-minütigen Making of gibt es einen deutschen Trailer in mittlerer Qualität (Bildseitenverhältnis 1:1,85), solide Hintergrundinfos auf Texttafeln zur Produktion sowie Biografisches zu Cast & Crew sowie eine rund 10-minütige Kollektion mit geschnittenen Szenen in VHS-Qualität. Ein kleiner Minuspunkt ist, dass im Zusatzmaterial allein die Textinfos deutschsprachig sind, die weiteren Zugaben leider nicht mit deutschen Untertiteln versehen worden sind.


Mehrteilige Rezension:

Folgende Beiträge gehören ebenfalls dazu:


Regisseur*in:
Annaud, Jean-Jacques

Erschienen:
2002
Vertrieb:
BMG
Zusatzinformationen:
USA 2001|USA 2001

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