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Veröffentlicht am 28.03.2017 | von Michael Boldhaus

Winnetou – Der Mythos lebt

Winnetou – Der Mythos lebt Michael Boldhaus
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Winnetou – Der Mythos lebt: RTLs Weihnachtsgabe 2016 oder die Eisenbahnbrücke, die nur ein Bahndamm war

Dass RTLs Versuch an den Mythos der Karl-May-Filmwelle der 1960er anzuknüpfen die in Frage kommende Zuschauerklientel spalten würde, war zu erwarten. Bereits im Vorfeld meldeten sich ablehnende Stimmen zu Winnetou – Der Mythos lebt zu Wort, die gar eine Katastrophe prophezeiten. Doch die Schwarzseher haben dieses Mal wohl nicht Recht behalten. Dafür sind die beiden Auszeichnungen beim Deutschen Fernsehpreis 2017 zumindest ein Indiz: Heiko Maile „Beste Musik“ und Matthias Müsse „Beste Ausstattung“. Neben verhaltenen bis herben Gegenstimmen finden sich aber auch mindestens ebenso viele erheblich positivere Einschätzungen. Letzteren möchte ich mich hinzugesellen.

Wer nicht zu denen zählt, für die Winnetou und Old Shatterhand ausschließlich Synonyme für Pierre Brice und Lex Barker sind, der aufgeschlossene Karl-May-Filmfreund jeden Alters also, der kann am RTL-Weihnachtsdreiteiler durchaus seinen Spaß haben. Der neue Old Shatterhand erscheint unmittelbar angenehm und natürlich und stellt sich direkt zu Beginn – vollkommen stimmig! – als Karl May vor. Gespielt wird dieser von Wotan Wilke Möhring, der dafür jüngst mit der Goldenen Kamera als „Bester Schauspieler“ ausgezeichnet worden ist. Auch sein späterer Blutsbruder Winnetou, dargestellt vom ansehnlichen albanischen Schauspieler Nik Xhelila, macht eine ordentliche Figur. DEFA-Chefindianer Gojko Mitić gibt sich ebenfalls die Ehre. Er ist wiederum sowohl glaubwürdig als auch gut besetzt als Winnetous Vater, Häuptling Intschu-tschuna. Und auch der Bösewicht aus Winnetou I (1963) ist mit von der Partie: Der 86-jährige Mario Adorf erhält zu Beginn des dritten Filmteils einen kleinen Auftritt als Santer Senior, dessen Sohn (Michael Maertens) späterhin für Winnetous Ableben verantwortlich sein wird. Zusammen mit dem keineswegs billig anmutenden Produktionsdesign von Matthias Müsse (s. o.) ist ein Anfang gemacht, und auch die weiteren Referenzen an die Karl-May-Filme der 1960er sorgen unmittelbar für ein wohlig nostalgisches Flair.

Besagtes Flair entsteht bereits mit der grundsätzlich so vertraut erscheinenden Landschaft durch die der Zug rollt, welcher Karl May in den Westen bringt. Die mittlerweile zwangsläufig in die Jahre gekommene Marie Versini, ehedem Winnetous Schwester Nscho-tschi, sitzt ihm dabei gegenüber und die beiden führen eine recht witzige kleine Konversation. Einige der prächtigen Naturkulissen der filmischen 60er-Jahre Pendants dienten auch für den RTL-Weihnachtsdreiteiler als Hintergrund, die meisten allerdings sind nach rund 50 Jahre derart verändert, dass sie als Erinnerungsmotive nicht mehr hätten verwendet werden können. Wie dazu im recht informativen „Making of“ (s. u.) herausgestellt wird, wollte man anhand derartiger, für den Karl-May-Filmfreund vertrauter Elemente natürlich eine nostalgische Verbindung, aber eben keine Kopie schaffen. Nett abgerundet wird das Thema Nostalgie dann noch durch die in der Filmmusik (s.u.) immer wieder aufscheinenden Spiegelungen der Themen Martin Böttchers für Winnetou und Old Shatterhand.

Was das neue Winnetou-Spektakel nun freilich darüber hinaus ansehnlich macht, ist, dass man in den drei Filmstories auch eigene, deutlich modernere Pfade eingeschlagen hat. Wenn dagegen dann vorgebracht wird, dass von den zugrunde liegenden Romanen Karl-Mays kaum etwas übrig geblieben sei, dann ist das zwar schon richtig, aber in diesem Punkt schneiden doch selbst die Besten der Karl-May-Filme der 1960er auch nicht gerade gut ab. Bereits deren actionlastige Drehbücher nehmen sich sämtlich sehr große Freiheiten und sind im Ergebnis wenig Karl-May-typisch. Konflikte und Gefahren werden in den Romanen in aller Regel mit List und Geschick anstelle von Gewalt gelöst. Größere Konfrontationen werden so fast immer vermieden und ganz großer Knall-Bum kommt bei May überhaupt nicht vor. Damit gemeint sind die spätestens seit Winnetou 2 und Old Shatterhand (beide 1964) von großen, das breite Scopeformat ausfüllenden Feuerbällen begleiteten Explosionen. In den späten Filmen der Reihe sind diese besonders häufig zu sehen, wohl um die Leere in den immer blasseren Geschichten zu kompensieren. Ob ihres naiven Charmes im Sinne eines harmlosen, reinen Unterhaltungskinos verfügen freilich die besseren Filme der Reihe (besonders die Harald-Reinl-Tetralogie) über einigen Unterhaltungswert. Wie Mario Adorf, der sich im erwähnten Making of angenehm kritisch zur Qualität der alten Karl-May-Filme äußert, kann man nur davor warnen, diese Filme zum nationalen Heiligtum zu stilisieren. Letztlich sind die Kinoadaptionen der 60er Jahre vor Stereotypen strotzende Volksmärchenverfilmungen und stilistisch sehr rückwärtsgewandt. In diesen nimmt, inspiriert von den Klischees aus Buffalo Bills Wildwestshow, ein eher fantasiehaftes, bonbonfarbiges Bild vom Leben und den Verhältnissen im amerikanischen Westen um etwa 1870 Gestalt an, das zudem betont holzfällerhemdsärmlig daher kommt. Diese typisch deutsche Sicht spiegelt sich auch im Hillbilly-Western-Sound der in Teilen durchaus ansprechenden, prägenden Vertonungen von Martin Böttcher.

Zwar ist auch Winnetou – Der Mythos lebt nun sicher weder großartig noch meisterwerkverdächtig, aber dank des von Regisseur Philipp Stölzl (Der Medicus) und seinem Team gewählten neuen, entschlackten Ansatzes besitzt der Dreiteiler eine deutlich verschobene, dem historischen Rahmen in erheblichem Maße gerechter werdende Perspektive. Produziert wurde übrigens originellerweise von Rat Pack, einer Tochter der Constantin Film AG, welche viele der alten Streifen im Verleih hatte.

Karl May alias Old Shatterhand wird hier als Auswanderer und nicht, wie in den Büchern, als regelmäßig die Kontinente besuchender Weltreisender eingeführt. Er ist anfänglich vom stark naiven und idealisierten Amerika-Bild geprägt, welches unter der Masse der Europa im 19. Jahrhundert den Rücken kehrenden Emigranten vorherrschte. May, der gekommen ist, um an einer besseren, gerechteren Zukunft mitzubauen, um Teil von etwas Großem zu sein, wird rasch desillusioniert. Die Berührung und Verständigung mit der völlig fremden, ihm aber im Miteinander erheblich ehrlicher erscheinenden indianischen Kultur tut ein Übriges, ihn in zunehmendem Maße zu indianisieren. Äußerlich zeigt sich dies daran, dass Möhring bald im vergleichbaren Lederbekleidungslook wie sein 60er-Jahre-Pendant Lex Barker zu sehen ist. Ebenfalls recht überzeugend erscheint der von Milan Peschel verkörperte Sam Hawkins. Dieser wird zwar schon deutlich anders vorgestellt als bei Karl May zu lesen ist. Die Figur ist dafür aber erfreulicherweise erheblich abseits des schon damals aufdringlichen Comedy-Blödelstils von Ralf Wolter angesiedelt – vom „Krauthumor“ eines Chris Howland oder Eddie Arent ganz zu schweigen. Im Gespräch mit Old Shatterhand offenbart der Mann ohne Skalp, der auch hier seine Reden meist mit den Worten „wenn ich mich nicht irre“ abschließt, eine zurückliegende dunkle Seite: „Man nannte mich früher Mad Dog McCarthy. Ich war der fieseste und habgierigste Wilderer von Kentucky! Wegen mir und meinen Jungs gibt’s in der Gegend keine Büffel mehr! Die Apatschen waren stinksauer, aber ich habe überlebt: als Einziger! Sie ließen mich blutüberströmt im Wald zurück. Heute bin ich ein anderer, besser Mensch, wenn ich mich nicht irre“, wobei das so vertraute Anhängsel hier einen völlig anderen, keinesfalls verschrobenen Ausdruck erhält.

Dabei muss man aber nun gewiss keine Angst bekommen, dass das Ganze etwa bierernst geraten sein könnte. Nein, alles auf den Kopf zu stellen und dabei gar die lieb gewonnen Kino- und auch Westernklischees gleich komplett mit über Bord zu werfen, das waren die Intentionen der Macher gewiss nicht, die das heutige Publikum ebenso unterhalten wollen, wie die Macher der 60er-Jahre-Pendants. Neben einer kräftigen Prise an Realismus ist ebenso ein gerütteltes Maß an meist ansprechend verpacktem Western-Kintopp mit von der Partie. Auch darin mag man letztlich wieder eine der nostalgischen Verbindungen zum Mainstream-Unterhaltungskino der Sixties erkennen.

Dass auch im Dreiteiler Schwächen stecken, mitunter Gelungenes und Schwaches dicht beieinander stehen, soll freilich nicht verschwiegen werden. Geradezu merkwürdig ungeschickt wirkt der Angriff der Apachen auf das Kaff Roswell, bei der diese einer als Schutztruppe der Eisenbahn fungierenden Gruppe zwielichtiger Gestalten allzu blind in die Falle laufen und sogar unter Einsatz einer Gatling-Gun (Vorläufer des Maschinengewehrs) blutig abgeschlagen werden. Nicht nur dabei gibt der in seiner wuscheligen Haar- und Bartpracht maskenbildnerisch geradezu nagetierhaft hergerichtete Jürgen Vogel als rücksichtsloses, ehemalig konföderiertes Überbleibsel aus dem Bürgerkrieg Rattler einen herzhaft gemeinen Bösewicht alter Schule – bei dem man die Gesinnung noch unmittelbar am Aussehen erkennen kann. Interessant erscheint auch das zu Beginn der Handlung am derzeitigen Endpunkt der im Bau befindlichen großen Eisenbahnverbindung befindliche Western-Nest Roswell, das hier in allen drei Teilen mit von der Partie ist. Es macht dabei nämlich eine unübersehbare Wandlung durch, indem es von einer anfänglichen Ansammlung primitiver Hütten und Zelte nach und nach immer urbaner wird. Geradezu grotesk erscheint dafür allerdings der Umgang mit dem Dynamit, das paradoxerweise anscheinend erst vor Ort hergestellt wird. Die das Actionfinale des ersten Filmteils auslösende kleine Nitroglycerinexplosion in unmittelbarer Nachbarschaft des Sprengstofflagers ist ebenfalls völlig unrealistisch. Damit verbunden ist allerdings ein sowohl spannend inszenierter als auch sehr beachtlich mit CGI getrickster finaler Kampf um eine western-typische große Eisenbahnbrücke – welche, wie im Bonusmaterial eingehender erläutert, in Wirklichkeit nur ein Bahndamm war. Wiederum fragwürdig ist allerdings, dass die Apachen hier die Sioux-Sprache Lakota sprechen und auch in ihrer Kleidung und den Gebräuchen eher wie auf Apachen umgestrickte Angehörige verschiedener Sioux-Stämme erscheinen.

In besonderem Maß blass kommt der zweite Teil um den Schatz im Silbersee daher. Fahri Yardim verkörpert darin den offenbar zum Wahnsinn tendierenden mexikanischen Banditen El Mas Loco zwar gar nicht mal übel. Die zentrale Story wirkt jedoch schon arg an den Haaren herbeigezogen. Allerdings besitzt auch der Tiefpunkt der Trilogie ein paar durchaus nette Momente: etwa wenn recht pfiffig erläutert wird, wie Old Shatterhand zu seinem Henry-Stutzen und Winnetou zu seiner Silberbüchse gekommen ist. Erfreulicherweise legt dann der dritte Teil wieder deutlich zu und bringt RTLs frischen Blick auf die deutschen Kinomärchen der 1960er recht stimmungsvoll und in besonderem Maße fast kinoreif zum Abschluss. Dass Old Shatterhand schließlich der neue Winnetou wird, entspricht immerhin dem Hochstapler im legendären Romanautor, der ja nicht nur damit angab als Winnetou-Nachfahre 35.000 Apachen befehligt zu haben, sondern auch vorgab 1200 Sprachen zu beherrschen …

Dies lässt die RTL-Karl-May-Trilogie trotz einiger Vorbehalte alles in allem zur überraschend angenehmen Neuinterpretation werden. Zu etwas, was man sich – nicht ausschließlich an langen Winterabenden – durchaus auch mal wieder anschauen mag.

Das Score-Album von Heiko Maile

Heiko Maile, Mitbegründer der Synthie-Pop-Band Camouflage, hat offenbar auch im klassischen Bereich eine hörbar solide Musikausbildung genossen. Dies jedenfalls wird schnell deutlich, wenn man etwas tiefer in das von der Polydor zum RTL-Dreiteiler produzierte und mit knapp 81 Minuten Spieldauer sehr großzügig bestückte CD-Album hineinhört. Ein wenig nostalgisch angehaucht, den charakteristischen Karl-May-Melodien-Sound Martin Böttchers im Blick haltend, ist der Komponist zu Werke gegangen. Dabei wird jener allerdings keinesfalls simpel kopiert, sondern vielmehr recht gelungen modernisiert. So bleibt Böttchers typischer, an Mantovani orientierter, üppiger Streicherklang außen vor. Böttchers Old-Shatterhand- und ebenso die Winnetou-Melodie bilden in Varianten den thematischen Teil von Mailes Vertonung. Im Übrigen erinnert sein collagehaftes Kombinieren von orchestralen Klängen mit Klangsynthetik und indianischen Gesängen stark an Ry Cooders Geronimo – Das Blut der Apachen (1994). Alles in allem funktioniert das gerade im Film meist gut. Erwähnenswert ist auch, dass es zwar durchaus moderne Actionrhythmik gibt (z. B. in „Kampf um die Brücke“), die heutzutage allerorten anzutreffenden Media-Ventures-Standards dabei aber weitgehend gemieden bleiben.

Ein gewisser Schwachpunkt der Komposition liegt allerdings in ihrer relativen Kurzatmigkeit, welche der Musik einfach (zu) wenig Raum gibt, sich zu entfalten. Kaum scheint ein netter Einfall auf, dann ist’s damit fast schon wieder vorbei. Über die gesamte Albumlänge dürfte das abseits der Filmbilder für viele Hörer eher weniger tragfähig sein. Individuell zusammengestellte Suiten-Kompilationen von etwa 20 bis 30 Minuten Dauer hingegen taugen da als ein klingendes, charmantes Souvenir wohl erheblich besser.

Das Taschenbuch als Reiseführer zu den Drehorten

Zwar kann man zu den in Kroatien gelegenen Drehorten des RTL-Dreiteilers einiges im Internet finden. Wer dazu aber lieber ein Buch in die Hand nehmen mag, der erhält hier eine vom Preis-Leistungsverhältnis sehr solide Publikation. Zwar gehört einer der beiden Autoren, Dirk Brüderle, geboren 1973, zu denen, welche die Karl-May-Filmwelle knapp verpassten. Doch er hat dies nachgeholt und sich längst zu einem anerkannten Spezialisten für deren Drehorte entwickelt, welche ja nicht zuletzt die sich in den 1960er Jahren entwickelnde Reiselust der Deutschen beflügelten und Jugoslawien und Kroatien zu besonders beliebten Urlaubszielen werden ließen. Dass Kroatien aber eben nicht ausschließlich als deutsches Indianerland genutzt worden ist, sondern ebenso Hintergründe für moderne Blockbuster wie Star Wars – Episode VIII oder die besonders erfolgreiche HBO-TV-Serie Game of Thrones lieferte, wird dabei ebenso vermittelt. Neben informativen Beschreibungen der Wege, die zu den Drehorten führen, und natürlich auch der Plätze selbst, lockern eingestreute, zum Teil witzige Anekdoten schwerpunktmäßig natürlich zu den Dreharbeiten der alten und neuen Karl-May-Filme die ohnehin flüssig geschriebenen Texte zusätzlich auf. Die vielen Abbildungen, zum Großteil in Farbe, lassen die Beschreibungen zudem besonders lebendig werden. Den Leser erwartet somit eine sowohl informative als auch humorvolle und damit sehr unterhaltsame Bildungslektüre. Ihre äußerst handlichen Abmessungen prädestinieren diese kurzweilige Veröffentlichung nicht nur zum vergnüglichen Studium zu Karl-May & Co. für daheim. Das schlanke Büchlein ist aber auch als Reisebegleiter, etwa untergebracht im Rucksack, bestens geeignet.

Die RTL-Winnetou-Trilogie in HD von Blu-ray

Im Amaray-Case befinden sich die drei Filme der Winnetou-Reihe verteilt auf drei Blu-rays.

Bild und Ton

Das Bild ist überwiegend sehr detailfreudig und wartet abgesehen von kürzeren weicheren Einschüben mit guter Schärfe und ebenso meist guten Werten für Kontrast und Farben auf. Der Schwarzwert ist meist in Ordnung. Er schwächelt allerdings in einigen Szenen, wo er deutlich zu grau und damit eindeutig zu hell ist.

Dass man den Dreiteiler wohl mit Blick für einzelne mögliche Kinopräsentationen auf das breite Scope-Format konzipiert hat, kann ich zwar nachvollziehen. Dass man dieses für TV-Ausstrahlungen allerdings ebenfalls einsetzt und so schwarze Balken am oberen und unteren Bildrand in Kauf nimmt, ist hingegen schon etwas bedauerlich. Dafür hätte man allerdings die betreffenden abgedeckten Bildteile à la Titanic oder Avatar tricktechnisch entsprechend nachbearbeiten müssen, was natürlich Mehrkosten verursacht hätte, die vielleicht nicht mehr im Budget unterzubringen waren.

Der zugehörige Tonmix im Format DTS-HD Master Audio 5.1 ist zwar etwas zu frontlastig ausgefallen, befindet sich ansonsten aber in tadelloser, recht knackiger Verfassung.

Die Extras:

Die Boni-Sektion ist sehr ansprechend geraten: Sie hat nämlich unter anderem die rund zweistündige, zweiteilige Making-of-Dokumentation „Winnetou – Eine Legende wird zum Leben erweckt“ im Gepäck: eine solide und sehr unterhaltsame Mischung aus einer maßvollen Portion Werbung und vielen Hintergrundinformationen zum Dreh. Ergänzend hinzu kommen noch zwei ebenfalls recht kurzweilige Audiokommentare zum ersten und dritten Filmteil. Einige nette Ergänzungen zu den drei Filmen finden sich auch in den knapp 15-minütigen „Deleted & Extended Scenes“. Das rund dreieinhalb Minuten umfassende „VFX/Effekt-Making of“ belegt zudem besonders eindrucksvoll wie raffiniert und zugleich an wie vielen Stellen mit CGI getrickst worden ist: indem etwa Landschaften aufgepeppt, Jahreszeiten angepasst und auch der Zug, der unseren Helden durch eindrucksvolle Landschaft rollend gen Westen befördert, ebenso überzeugend (fast) vollständig digital eingefügt worden ist.

Fazit: Auch wenn in Winnetou – Der Mythos lebt von den Romanvorlagen Karl Mays nur wenig zu finden ist, ist RTLs Weihnachtsgabe 2016 durchaus ansehnlich geraten. Überwiegend werden nostalgische Bezüge recht geschickt mit einer deutlichen Portion Realismus kombiniert, freilich ohne dass es mit Letzterem übertrieben wird. Was dabei herausgekommen ist, erscheint zwar merklich weniger märchenhaft als die Filmplots der 1960er. Da aber ebenso ein gerütteltes Maß an zeitgemäß aufgepepptem Kintopp im Konzept verblieben ist, resultiert, trotz einiger Schwächen, eine eindrucksvoll bebilderte grundsolide Unterhaltung. Und wenn man dann noch darauf schaut, woher die weihnachtliche Bescherung denn kam, dann kann man erst  Recht nur feststellen, dass der überwiegend doch ansehnlich und unterhaltsam geratene Dreiteiler aus der Masse des nur belanglosen, zum Teil geradezu erstaunlich unterirdischen Zeugs, mit dem RTL seine Klientel regelmäßig füttert, eindeutig herausragt.

Zur Erläuterung der Wertungen lesen Sie bitte unseren Hinweis zum Thema Blu-ray-Disc versus DVD.

Titel: Winnetou – Der Mythos lebt
Erschienen: 2016

Zusatzinformationen: D 2016

Medium: Blu-ray
Verleih: Universum Film GmbH
Kennung: 3-BD-Set

Regisseur(e):


CD

Veröffentlicht am 28.03.2017 | von Michael Boldhaus

Winnetou – Der Mythos lebt (CD)

Winnetou – Der Mythos lebt (CD) Michael Boldhaus
Musik

Titel: Winnetou – Der Mythos lebt (CD)
Erschienen: 2016

Laufzeit: 80:58 Minuten

Medium: CD
Label: Polydor (Universal Music)

Komponist(en):


Lesen

Veröffentlicht am 28.03.2017 | von Michael Boldhaus

Kroatien: Auf den Spuren von Winnetou und Game of Thrones

Titel: Kroatien: Auf den Spuren von Winnetou und Game of Thrones
Erschienen: 2016

Laufzeit: 160 Seiten

Medium: Buch
Verlag: Schüren Verlag

Autor(en):


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