CD

Veröffentlicht am 29.12.2005 | von Michael Boldhaus

L’avion

L’avion Michael Boldhaus
Bewertung

Magisches im Doppelpack!

L’avion

L’avion • Das Zauberflugzeug ist eine deutsch-französische Koproduktion märchenhaften Zuschnitts. Im Zentrum steht ein Spielzeug des kleinen Charly, das besagte Zauberflugzeug, welches magische Kräfte besitzt.

Der Score ist streicherbetont und über weite Strecken eher zurückhaltend von Instrumentalsoli bestimmt. Der Komponist Gabriel Yared (Cold Mountain, Der talentierte Mr. Ripley) bestreitet selbst die Klavierparts, und ebenso sind Flöte, Klarinette, Fagott, Oboe und Englischhorn mit von der Partie. Auch Synthetisches kommt zum Zuge, wird allerdings sehr unaufdringlich eingesetzt. Die Musik besteht aus recht geschickt gearbeiteten Variationen zweier schön angelegter und breit ausschwingender Melodien, die als Hauptthemen den Ablauf und die wechselnden Stimmungen der Handlung begleiten.

Da ist das zweiteilige, etwas geheimnisvoll und schwebend anmutende Thema für das Zauberflugzeug, das infolge seiner häufig impressionistischen Aura besonders ansprechende Klangmagie verströmt. Hinzu tritt noch eine lyrische Klaviermelodie („Le printemps“), die an ein Kinderlied erinnert und in „Le piano“ als Piano-Solo erklingt. Zur Gestaltung der mysteriösen und gefahrvollen Momente dienen mitunter von minimalistischen (an Vertigo erinnernde) Figuren der Harfe umrahmte Mysterioso-Passagen. In diese werden die beiden Hauptthemen in gekonnt variierter Form eingebettet, z. B. in „Charly“.

Yareds Musik zu L’avion ist eine sehr charmante Hörangelegenheit, die ohne orchestralen Bombast daherkommt. Besonders die Varianten des (Zauber-)Flugzeugthemas, das erstmals in der „Ouvertüre“ erklingt, wirken bezaubernd. Im schwelgerische Gestus erinnert es ein wenig an die für den finalen Garten der Feen in Ravels „Ma mère l’oye“ erklingende Musik. Alles in allem erhält der Käufer ein recht abwechslungsreiches Höralbum mit einer handwerklich mehr als „nur“ solide gestalteten Komposition, die wahrlich zauberhaften Charme entfaltet. Es handelt sich um eines der schönsten Höralben Gabriel Yareds, das zum stilistisch ähnlichen Finding Neverland (mindestens) ein würdiges Pendant darstellt. Dergleichen verdient satte dreieinhalb Sterne.

Titel: L’avion
Erschienen: 2005

Laufzeit: 47:31 Minuten

Medium: CD
Label: Colosseum
Kennung: CST 8101.2

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 29.12.2005 | von Michael Boldhaus

The Sisterhood of the Travelling Pants

The Sisterhood of the Travelling Pants Michael Boldhaus
Bewertung

The Sisterhood of the travelling Pants

In der Komödie von Regisseur Ken Kwapis geht es um eine Jeanshose, die zwei, über einen längeren Zeitraum durch größere räumliche Distanz getrennte, enge Freundinnen wöchentlich austauschen: Was auf den ersten Blick etwas merkwürdig scheint, macht bei näherer Betrachtung Sinn, da dem Kleidungsstück magische Kräfte nachgesagt werden, die dem Träger zu Glück und Liebe verhelfen sollen.

Cliff Eidelman hat dazu eine Komödienmusik beigesteuert, bei der er nebst dem Dirigat auch die recht häufigen Klavierparts übernommen hat. Viel Bemerkenswertes gibt’s zur Musik freilich nicht zu vermelden: Im Ergebnis ist die Komposition eine romantisch-lyrische und zugleich elegisch anmutende Filmmusik, die allerdings dazu neigt, ein wenig vor sich hin zu plätschern. Insgesamt ist die Komposition nun sicher nicht schlecht geraten, aber dennoch gehört sie in die Kategorie Fließbandproduktion; ist eine ordentlich ausgeführte, aber nur harmlos-nette Komödienvertonung. Daran vermögen ein paar recht ansprechende, auf die Ägäis verweisende Ethnoeinsprengsel nicht wirklich etwas zu ändern.

Nun, für die Einstufung als ansprechendes Filmsouvenir reicht es sicherlich, aber eine kleine Empfehlung ist mir denn doch des Guten etwas zuviel.

Dieser Artikel ist Teil unseres umfangreichen Programms zum Jahresausklang 2005.

Titel: The Sisterhood of the Travelling Pants
Erschienen: 2005

Laufzeit: 35:52 Minuten

Medium: CD
Label: Varèse
Kennung: VSD-6665

Komponist(en):

Schlagworte:


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