CD

Veröffentlicht am 24.08.2005 | von Michael Boldhaus

The Skeleton Key

Vom Mystery-Thriller über ein weiteres Remake eines klassischen Horrorfilmstoffes bis zum bluttriefenden Zombie-Horror geht’s in diesem Varèse-Tripel:

The Skeleton Key

The Sekeleton Key • Der verbotene Schlüssel ist ein Mystery-Thriller von Regisseur Iain Softley. Kate Hudson verkörpert die junge Krankenschwester Caroline, die den Auftrag erhält, den kränkelnden Ehemann (John Hurt) eines alten Ehepaares zu pflegen, das auf einem ehemaligen Herrensitz in den geheimnisvoll-düsteren Wäldern Louisianas lebt. Caroline erlebt dort eine — wie der Verleih behauptet — ungewöhnliche, jedoch typisch amerikanische Gespenstergeschichte. Rituelle Beschwörungen und für die Region charakteristische geisterhafte Phänomene wie Hoodoo (nicht zu verwechseln mit Voodoo) spielen dabei eine wichtige Rolle. Der Film läuft bei uns am 18. August 2005 an.

Das Varèse-CD-Album nennt Edward Shearmur als Komponisten (K-PaxCount of Monte Christo, Sky Captain and the World of Tomorrow). Neben gerade mal rund 25 Minuten Score wartet der Tonträger mit vielen Original-Songs auf. Die zum Teil hörbar von alten Schellack-Schätzchen abgenommenen, neben Rock am Blues- und am New Orleans-Jazz orientierten Stücke reflektieren dabei auf den Old South und ebenso auf die rituelle Musik der ehemaligen Negersklaven. Neben acht sortenreinen Originalen hat Shearmur zusammen mit Chris Fogel und Regisseur Ian Softley aus einem derartigen Source-Cue das collageartige „Conjure of Sacrifice“ montiert, das im Film einige Bedeutung besitzt.

Beim Shearmur-Anteil bieten die „Opening Titles“ partiell ein ordentliches, recht geheimnisvoll anmutendes Hauptthema. Sie werden aber zugleich von an Thomas Newman erinnernde Minimalismen sowie rein klangbezogene, collageartige Teile geprägt. Auch die weiteren Stücke bestehen neben einigen Klangausbrüchen praktisch durchweg aus stark synthetisch durchsetzten, ebenfalls Newman nahe stehenden Suspense-Cues, die fast rein atmosphärisch orientiert bleiben. Ob man abseits des Films mit einem derartigen, überwiegend aus Klangflächen und -räumen, Minimalismen und Klangcollagen bestehenden Klangteppich viel anfangen kann, daran scheiden sich zweifellos die Geister: Das muss (kann) jeder (nur) für sich entscheiden. Wertungsmäßig ist dem Gebotenen kaum sinnvoll beizukommen, da die Musik weder thematische Entwicklung noch außergewöhnlich mitreißende, ungewöhnliche klangliche Konstruktionen aufweist, die es vermöchten, den Hörer in den Bann zu ziehen. Das zu Hörende wirkt dafür denn doch zu wenig originell und gerade in den Actionpassagen als etwas langatmiges Déjà-vu.

Titel: The Skeleton Key
Erschienen: 2005

Laufzeit: 52:56 Minuten

Medium: CD
Label: Varèse
Kennung: VSD-6670

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 24.08.2005 | von Michael Boldhaus

Land of the Dead

Land of the Dead Michael Boldhaus
Bewertung

Land of the Dead

Über immerhin respektable rund 74 Minuten entbieten Johnny Klimek und Reinhold Heil nebst einigen auf dem Albumcover ausgewiesenen Helfern ein wohl durchweg am Computer erdachtes synthetisches Klanggewitter. Damit untermalen sie Regisseur George A. Romeros Rückkehr in das von ihm mit Night of the Living Dead (1968) begründete Zombie-Genre. Den Hörer erwartet ein insgesamt völlig konventioneller, zum Teil brachialer Mix aus Ambientsounds, poppigen und rockigen Rhythmen sowie collageartigen Klangeffekten. Das ist alles in allem schon x-fach gehörte Horror-Dutzendware, aber kaum mehr. Damit dürfte das Album in erster Linie etwas für diejenigen sein, die ihre Zombie-Horrormusikkollektion komplettieren möchten. Den Film dazu kann man sich seit dem 04.08.2005 in den deutschen Kinos anschauen.

Titel: Land of the Dead
Erschienen: 2005

Laufzeit: 74:10 Minuten

Medium: CD
Label: Varèse
Kennung: VSD-6666

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 24.08.2005 | von Michael Boldhaus

House of Wax

House of Wax Michael Boldhaus
Bewertung

House of Wax

Mancher dürfte sich beim Lesen dieses Titels an den 1953er 3-D-Film mit Vincent Price, Das Kabinett des Professor Bondi, erinnern, der verschiedentlich (allerdings nur in 2-D) im deutschen Fernsehen zu sehen war. Der neue House of Wax ist dabei bereits die dritte Verfilmung eines Stoffes, in dem der Inhaber eines Wachsfigurenkabinetts seine Opfer zu täuschend lebensecht anmutenden Kreationen verarbeitet.

Ohne 3-D muss auch die derzeit neueste Filmfassung von House of Wax, produziert von Joel Silver und Robert Zemeckis, auskommen. Der am 2. Juni 2005 in Deutschland gestartete, nunmehr also dritte Film zum Thema ist allerdings nicht besonders eingeschlagen, sondern vielmehr rasch wieder aus den Abspielstätten verschwunden. Nun, John Ottmann hat zum Streifen eine ordentliche, wenn auch sehr routinierte musikalische Untermalung komponiert, deren Effekte wie eine Mischung aus schon häufig von Goldsmith und Williams Gehörtem wirken. Neben einem Orchester kommt ein Chor zum Einsatz, in dem der Komponist höchstpersönlich mitwirkt. Und neben recht dezenten synthetischen Klangeffekten kommt auch eine Orgel, vermutlich die des Ortes der Aufnahmesitzungen, der Bastyr University Church in Seattle, zum Zuge.

Unterm Strich erhält der Käufer ein CD-Album mit einer Horrorfilmmusik, die sicher nicht einfach schludrig gemacht ist. Als Höralbum erscheint sie mir allerdings über die (für CD-Verhältnisse) nicht übermäßig langen ca. 40 Minuten als nur mäßig unterhaltsam. Das Hauptthema ist wenig einprägsam und außerdem im Score kaum markant verankert. Dazu findet eine spürbare musikalische Entwicklung nicht wirklich statt. Die Tonschöpfung bewegt sich somit eher gleichförmig dahin, pendelt zwischen standardisierten unheilsschwangeren Suspense- und ebenso gewohnten Actionmomenten. Es handelt sich in weiten Teilen um eine stark bildbezogene Musik, die zumindest ohne die Bilder, die sie unterstützen soll, etwas langweilig wirkt.

Titel: House of Wax
Erschienen: 2005

Laufzeit: 41:51 Minuten

Medium: CD
Label: Varèse
Kennung: VSD-6652

Komponist(en):

Schlagworte:


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