Special

Veröffentlicht am 21.04.2005 | von Magdi Aboul-Kheir

Italo-Western-Special 6: CDs zu Cipriani, Ferrio & Bacalov


CD

Veröffentlicht am 15.05.2005 | von Magdi Aboul-Kheir

The Bounty Killer

The Bounty Killer Magdi Aboul-Kheir
Bewertung

The Bounty Killer

Stelvio Cipriani (geboren 1937) kam rein zufällig zur Filmmusik. Er war Studiopianist für ein Plattenlabel und studierte 1966 mit dem Schauspieler Tomas Milian, der ein Album aufnehmen sollte, ein paar Songs ein. Sie wurden Freunde, Milian fragte Cipriani, ob er schon mal versucht hätte, Filmmusik zu schreiben und vermittelte ihm einen Probeauftrag. Cipriani sollte eine Deguello schreiben; er hört sich Tiomkins Rio Bravo mit ihrer berühmten Deguello an und komponierte etwas Ähnliches. Cipriani bekam den Job und machte schnell Karriere im italienischen B- und C-Film.

Seine allererste Musik, die zu The Bounty Killer • Ohne Dollar keinen Sarg (1966), findet sich auch auf dem CAM-Sampler mit drei Italo-Western-Scores Ciprianis. Im Mittelpunkt stehen ein eingängiges Titelthema für Gitarre über galoppierenden Rhythmen und die Todesmelodie „Deguello“, die natürlich wie vieles hier deutlich an Morricone erinnert, samt E-Bass und Chor. Die Musik ist insgesamt recht flott und so abwechslungsreich, um neun Tracks lang (22 Minuten) nett zu unterhalten. In den Up-Tempo-Variationen kommen Pop-Elemente zum Einsatz; Trompete, Harmonika und Gitarre steuern die üblichen Soli bei.

Ähnlich sind die Zutaten beim zweiten Score, Un uomo, un cavallo, una pistola • Western Jack (1967). Auch hier sind die Morricone-Versatzstücke deutlich herauszuhören: schicksalshafte Melodik, triolische Rhythmen und die typischen Streicherfiguren, Flötensoli, Glockeneinsatz und reichlich Schlagwerk. Die Spannungsmusiken hängen allerdings ein wenig durch, sodass der Unterhaltungswert dieser knapp 25 Minuten trotz einiger netter Tracks unter The Bounty Killer liegt; lustig ist allerdings eine Variation, die durch ihre Betonungen fast wie eine Reggae-Variante daherkommt.

Im dritten Score, Nevada (1971), nehmen die Streicher einen gewichtigeren Part ein; das Hauptthema klingt fast, als ob sich Martin Böttcher in den Italo-Sumpf verirrt hätte. Cirprianis Mittel in den Suspense- und Action-Tracks sind recht schlicht, einfache Ostinati herrschen vor, aber all das hat man auch noch dürftiger gehört. Zum Abschluss der Viertelstunde aus dieser Musik gibt’s den Song „They Call It Gold“ mit reichlich Pathos, Schmelz und einem netten Melodiebogen. Gold sind Ciprianis Western-Scores nicht, aber die CAM-CD dürfte Genre-Freunden durchaus Spaß machen; die Cinemusic.de-Bewertung liegt für die Komposition zwischen 2,5 und ordentlichen 3 Sternen, das Album bekommt 3 Sterne, also durchaus eine kleine Empfehlung.

Titel: The Bounty Killer
Erschienen: 1998

Laufzeit: 62:22 Minuten

Medium: CD
Label: CAM
Kennung: 493106-2

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 15.05.2005 | von Magdi Aboul-Kheir

Un Dollaro bucato

Un Dollaro bucato Magdi Aboul-Kheir
Bewertung

Un Dollaro bucato

Auch Gianni Ferrio (geboren 1924) hat CAM einen Sampler mit drei Italo-Western-Scores gewidmet, doch er klingt weniger einheitlich als bei Cipriani. Un Dollaro bucato • Ein Loch im Dollar (1965) hat ein eingängiges und nahezu omnipräsentes Titelthema, das zunächst vom unvergleichlichen Alessandro Alessandroni gepfiffen wird; dann gibt es allerlei Variationen für Gitarre, Trompete und auch eine Song-Fassung („A Man … a Story …“). Natürlich ist das Vorbild Morricone präsent, doch der Klang ist etwas orchestraler, weniger transparent als beim Großmeister. Die elf Tracks (18 Minuten) klingen stellenweise fast nach Hollywood-Western, nostalgisch, natürlich einfach gestrickt.

Sentenza di morte • Django – Unbarmherzig wie die Sonne (1967) bietet zunächst einen ungewöhnlich, da sparsam instrumentierten Titelsong („The Last Game“), danach warten die 15-minütigen Auszüge aus dem Score durch Gitarren und Marimbas mit mexikanischen Einflüssen auf. Zwei Cues integrieren Jazz-Elemente. Immerhin nicht der x-te reine Morricone-Aufguss.

Ganz anders wieder der dritte Score, Vivi o peferibilimente morti • Friss oder stirb (1969). Hier spielen Country-, Hillbilly-, Dixie- und Americana-Ideen herein, der Ton ist komödiantisch, ja farcenhaft. Da darf auch mal das Orchester wirbeln, und stellenweise fühlt man sich durch die zahlreichen Songs wie in einem schrägen halbstündigen Western-Musical.

Unterm Strich eine abwechslungsreiche Zusammenstellung mit Arbeiten eines Komponisten, der sonst nur selten durch akzeptable Arbeiten aufgefallen ist. Vielleicht nicht durchgehend nach dem Geschmacks des reinen Italo-Western-Fans, aber amüsant und zwischen 2,5 und satten 3 Sternen anzusiedeln. Album-Bewertung: 3 Sterne.

Titel: Un Dollaro bucato
Erschienen: 1999

Laufzeit: 60:13 Minuten

Medium: CD
Label: CAM
Kennung: 494580-2

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 15.05.2005 | von Magdi Aboul-Kheir

The Italian Western of Luis Bacalov

The Italian Western of Luis Bacalov Magdi Aboul-Kheir
Bewertung

The Italian Western of Luis Bacalov

Der Argentinier Luis Enríquez Bacalov (geboren 1933) gehört zu den Vielschreibern des europäischen Kinos, und auch im Western-Genre war er ziemlich aktiv. Wie so viele andere kopierte auch er häufig den stilbildenden Ennio Morricone, aber er hat etwas erreicht, was der Maestro selbst nicht geschafft hat: Bacalov gewann einen Oscar (1994 für Il postino).

Einen Überblick über sein Western-Schaffen mit Auszügen aus sechs Scores (jeweils zwischen 9 und 16 Minuten lang) bietet der Vivi-Musica-Sampler. Gleich vorneweg gesagt: Vom Hocker wirft einem das Gebotene nicht. Zum Auftakt gibt es Auszüge aus Bacalovs bekanntester Western-Musik, der zu Sergio Corbuccis Django (1966). Das Gitarrenthema für den nihilistischen Helden, der sein Maschinengewehr in einem Sarg mit durch durch die trostlose Gegend zieht, ist recht eingängig, doch mit Morricones großen Melodien kann es nicht mithalten. Ansonsten: Trompetenpathos, dünne Suspense, Spannungsgeflirre der Streicher und das Hauptthema als unvermeidlichen Song. Kein echter Klassiker. Quien sabe? • Töte Amigo (1967) bietet viel Gitarrenarbeit, Harfensoli und Mariachi-Musik. La piú grande rapina del west • Ein Halleluja für Django (1967) stellt Country- und Salonklänge in den Mittelpunkt, dazu gibt’s es dürftige Spannungsmusik. L’oro dei Bravados (1970) ist dann mal ein Score mit gefälligen Momenten, vor allem überzeugt die abwechslungsreiche Instrumentierung des Hauptthemas mit seinen ulkigen Trillern und deftigen Basseinwürfen. Zum Abschluss gibt es einen Stilmischmasch aus Si può fare … Amigo • Der Dicke in Mexiko (1972) und dann noch Sugar Colt • Rocco, der Mann mit den zwei Gesichtern (1966), in dem sich noch mal leicht Komödiantisches, schlichte Suspense-Musik, Barpiano-Einlagen und das beliebte Todesmelodie-Pathos abwechseln. Trotz einiger netter Tracks ist der Gesamteindruck der CD nicht wirklich überzeugend, zumal für eine Art Best-of-Sampler. Albumbewertung: 2 1/2.

Italo-Western-Special 7: Blindman und Django

Titel: The Italian Western of Luis Bacalov
Erschienen:

Laufzeit: 73:10 Minuten

Medium: CD
Label: Vivi Musica
Kennung: VCDS 7014

Komponist(en):

Schlagworte:


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