DVD

Veröffentlicht am 24.08.2001 | von Michael Boldhaus

Tora! Tora! Tora!

Tora! Tora! Tora! Michael Boldhaus
Film
Bild
Ton
Extras

Drei Kriegsfilm-Klassiker auf DVD von 20th Century Fox Home Entertainment:

Tora! Tora! Tora!

Tora! Tora! Tora! ist nicht nur der Titel für die 1970er Verfilmung des Angriffs auf Pearl Harbor, es ist auch der Text des Funkspruches (übersetzt: „Tiger! Tiger! Tiger!“), den die erste japanische Angriffswelle funkte, als sie erkannte, dass die Überraschung gelungen war. Für 20th Century Fox war dies ehrgeizige Projekt mit rund 25 Millionen Dollar Produktionskosten der teuerste Film nach Cleopatra.

Im Gegensatz zum aktuellen Pearl Harbor, der die tragischen Ereignisse des 7. Dezember 1941 primär als aufwändigen Abenteuer-Hintergrund sehr frei gestaltet, wirkt Tora! Tora! Tora! eher dokumentarisch und geht mit den historischen Fakten wesentlich sorgfältiger um. Durch Kombination der Arbeiten eines japanischen und eines amerikanischen Produktions-Teams erreicht der Film ein hohes Maß an Authentizität, vermeidet flach und stereotyp charakterisierte Figuren und ebenso eine unnötige Love-Story. Auch die Darsteller wurden gut gewählt. Unter der Regie von Richard Fleischer, Toshio Masuda und Kinji Fukasaku agieren auf amerikanischer Seite Martin Balsam, Joseph Cotton, E. G. Marshall, James Whitmore und Jason Robards; ihnen stehen auf japanischer Seite Soh Yamamura, Tatsuya Mihashi, Eijiro Tono und Koreya Senda gegenüber.

Tora! Tora! Tora! überzeugt besonders durch das ehrliche Bemühen, die vielfältigen Ereignisse im Vorfeld des Angriffs eingehend und vorurteilsfrei darzustellen. Bei meiner ersten Begegnung mit dem Film vor nunmehr rund 32 Jahren habe ich dieses breit angelegte Vorspiel zum Angriff zwar als informativ, aber auch als etwas arg lang empfunden. Offenbar erschien auch dem Studio der Film als zu langatmig und für Wiederaufführungen wurden die Kopien um etwa 40 Minuten gekürzt. Unglücklicherweise präsentierte das deutsche Fernsehen häufig die geschnippelte Fassung. Ein Verlust gegenüber der Langversion, wie wohl jeder kundige Zuschauer zustimmen dürfte.

Eine weitere Stärke von Tora! Tora! Tora! ist die brillante Musik-Untermalung von Jerry Goldsmith – vollständig zugänglich auf einer FSM-CD. Eine dramaturgisch äußerst wirkungsvolle, die Handlung vorantreibende Komposition: episch und avantgardistisch zugleich.

Der das Action-Finale bildende – im großen Wassertank brillant inszenierte – Überraschungsangriff auf Pearl Harbor ist auch heute noch tricktechnisch überzeugend. Die verwendeten Schiffsmodelle sind nicht zu klein, wirken daher stimmig und auch die pyrotechnischen Effekte sind meisterhaft eingefügt. Natürlich „sieht man“, dass getrickst wurde, aber das gilt für Pearl Harbor ebenso. Während Pearl Harbor (nur) in einigen der Schiffszenen Pluspunkte sammelt, ist m. E. die vergleichbare Attacke der Flugfelder in Tora! Tora! Tora! wesentlich furioser, packender und damit besser gelungen. Ein Schwachpunkt ist, dass sich in Tora! Tora! Tora! das menschliche Leid fast ausschließlich in sterilen Zahlen präsentiert: Hurrah-Patriotismus und überzogenes Pathos können dem Film jedoch nicht vorgeworfen werden.

Titel: Tora! Tora! Tora!
Erschienen: 2001

Zusatzinformationen: USA 1969

Medium: DVD
Verleih: 20th Century Fox
Kennung: DVD F2-SDE 0101708

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DVD

Veröffentlicht am 24.08.2001 | von Michael Boldhaus

Patton

Patton Michael Boldhaus
Film
Bild
Ton
Extras

Mit Patton • Patton – Rebell in Uniform entstand 1969 unter der Regie von Franklin J. Schaffner ein eindrucksvolles Porträt des legendären amerikanischen Panzer-Generals George S. Patton; brillant verkörpert von George C. Scott. Der intelligent gemachte Film entwirft ein vielschichtiges, sehenswertes Bild der äußerst zwiespältigen und skrupellosen Figur, wobei das opulent inszenierte Porträt verschiedene Interpretationen zulässt. Für mich wird die Person des Generals keineswegs vorbehaltlos glorifiziert. Der aufmerksame Betrachter wird vielmehr durch die Dialoge und scheinbar nebensächliche Randbemerkungen eines Besseren belehrt, und so wird auch die Zerrissenheit Pattons verdeutlicht. Ein schönes Beispiel hierfür ist die den Film eröffnende Rede, in der sich der widersprüchliche General – wie ein Pfau dekoriert – vor dem Sternenbanner (aufschlussreich) selbst inszeniert.

Auch hier wird durch eine internationale Besetzung ein gehobenes Maß an Realismus erreicht. Das Drehbuch stammt vom damals international noch relativ wenig bekannten Francis Ford Coppola. Jerry Goldsmith komponierte eine meisterhafte, wenn auch sehr kurze Filmmusik – rund 32 Minuten für 165 Minuten Film-Länge. Auch dieser Film ist für Wiederaufführungen beträchtlich gekürzt worden – es existieren verschiedene Kurz-Fassungen, denen bis zu maximal eine Stunde Material fehlt. Patton ist der einzige des hier besprochenen Film-Trios, der auf 70-mm-Filmmaterial (Dimension 150) aufgenommen worden ist. Ihm gelang es darüber hinaus – als einem der wenigen Vertreter der Gattung Kriegsfilm – (in den USA) zum besten Film des Jahres und zu einen Evergreen zu avancieren.

Titel: Patton
Erschienen: 1970

Zusatzinformationen: USA 1970

Medium: DVD
Verleih: 20th Century Fox
Kennung: DVD F2-SDE 0100508

Schlagworte:


DVD

Veröffentlicht am 24.08.2001 | von Michael Boldhaus

Der längste Tag

Der längste Tag Michael Boldhaus
Film
Bild
Ton
Extras

The Longest Day • Der längste Tag wurde 1962 uraufgeführt. Auf vergleichbar dokumentarischer Ebene wie Tora! Tora! Tora! werden hier die Ereignisse des „D-Day“, 6. Juni 1944 (alliierte Invasion in der Normandie), filmisch rekonstruiert. Das berühmte Buch von Cornelius Ryan diente als Vorlage für das Drehbuch. Aus den Blickwinkeln der beteiligten Parteien werden die Ereignisse geschildert und ein eindrucksvolles Panorama dieses historisch bedeutenden Tages und seiner wichtigen Ereignisse entworfen. Der Film ist um historische Authentizität sehr bemüht, was sich auch hier in der Zusammenarbeit mehrerer nationaler Produktionsteams spiegelt: So sind beispielsweise die deutschen Szenen von Regisseur Bernhard Wicki (siehe auch Die Brücke) unter Mitwirkung von Hans Christian Blech, Curd Jürgens und Wolfgang Preiss (neben anderen) realisiert worden. Die US-Szenen inszenierte Andrew Marton und die britischen Ken Annakin. Als Produzent und Mitregisseur fungierte Daryl F. Zanuck.

Für die nur äußerst sparsam eingesetzte Filmmusik zeichnet (hörbar) Maurice Jarre verantwortlich, wobei das berühmte Marsch-Thema (im Abspann als Song) Paul Anka zugeschrieben wird. Die Silva-Kompilation „The Longest Day – Music from the Classic War Movies“ enthält eine knapp fünfminütige Kurzsuite, die das wichtigste Material in sich vereinigt.

Titel: Der längste Tag
Erschienen: 2001

Zusatzinformationen: USA 1962

Medium: DVD
Verleih: 20th Century Fox
Kennung: DVD F2-SDE 0102108

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 24.08.2001 | von Michael Boldhaus

The Longest Day

The Longest Day Michael Boldhaus
Bewertung

Alle drei Filme sind übrigens in der jeweiligen Original-Fassung zwei- oder dreisprachig, d. h. die Dialoge der nicht englischsprachigen Figuren sind nicht synchronisiert, sondern untertitelt – daher auch die entsprechenden englischen Untertitel in der dem Video-Transfer zugrunde gelegten US-Filmkopie. Tora! Tora! Tora! und Patton werden erfreulicherweise – wie in den ursprünglichen Kino-Fassungen – mit einer dramaturgisch gesetzten „Pause“ (Intermission) inklusive Musik vor dem zweiten Film-Teil – präsentiert. The Longest Day hingegen ist immer ohne Pause gezeigt worden.

Die Filme werden auf den DVDs im korrekten Kino-Format widergegeben. Zum Vergleich konnte ich die US-Laser-Disc-Fassungen aus den 90ern heranziehen. Bei Tora! Tora! Tora! ist das Bild von DVD dem der guten Laser-Disc (LD) in Schärfentiefe und Farbgüte merklich überlegen. Das Bild der LD zeigt dazu einen geringfügigen Gelbstich und partiell leichte Kopie-Schäden in Form von Drop-Outs. Von DVD ist das Bild (wohl infolge eines neuen Video-Transfers) hingegen deutlich schärfer, fast vollständig frei von Drop-Outs und zeigt natürlichere Farben. Besonders beeindruckend ist der beträchtliche Gewinn an Schärfentiefe, der dem Bild überzeugende Plastizität verleiht.

Bei Patton legen in Sachen Bildqualität sowohl DVD als auch LD nochmals zu. Auch hier schneidet die DVD besser ab. Was hier an Schärfentiefe, Farb- und Bild-Brillanz geboten wird, ist herausragend und eindeutig Spitzenklasse. Der General vor der riesigen US-Flagge bringt es an den Tag: Wie sauber hier die Übergänge der roten und weißen Streifen abgebildet werden, wie ruhig die Farbflächen stehen und auch wie hervorragend das Bild selbst in Hintergrund-Details aufgelöst ist, rechtfertigt klar den Spitzenplatz: besser geht’s (zur Zeit) nicht!

Praktisch identisch ist das Bild von DVD und LD bei Der längste Tag: ein sehr sauberes Schwarz-Weiß-Bild mit gutem Kontrast, überwiegend guter Schärfe und sauber durchzeichnet – hier dürfte der „alte“ Video-Transfer benutzt worden sein.

Beim Ton ergibt sich folgendes Bild: Alle drei DVD-Editionen präsentieren den englischen Ton in AC-3-5.1, hingegen den deutschen Ton nur als AC-3-2.0 – was in der Regel weniger Dynamik und blassere Effekte bedeutet. (Hier ist anzumerken, dass es sich nicht um echten 5-, sondern nur um 4-Kanal-Ton handelt – die hinteren Kanäle sind mono.) Überraschenderweise fallen Tora! Tora! Tora! und Patton in der jeweiligen deutschen Ton-Fassung gegenüber dem englischen AC-3-5.1-Mix nur wenig ab. Dies gilt insbesondere für Musik und rückwärtige Effekte. Die zum Bild gehörenden Geräusche und Dialoge sind bei Tora! Tora! Tora! in der deutschen Fassung ein gutes Stück weniger räumlich als in der englischen. Bei Patton sind die Unterschiede beider Ton-Fassungen jedoch nur geringfügig, was in diesem Fall auch für die englische von DVD und LD gilt.

Allerdings sind bei Tora! Tora! Tora! und insbesondere bei Der längste Tag die englische Ton-Fassung von LD (4-Kanal-Stereo = Dolby-Surround) der von DVD eindeutig überlegen. Nur von LD kommen die Dialoge klar stereophon getrennt – d. h. die akustische Position ist stimmig mit der des Sprechenden im Bild – und auch der frontale Geräuschmix wirkt nochmals deutlich plastischer aufgelöst. Besonders blass und damit enttäuschend ist bei der DVD Der längste Tag die deutsche Fassung geraten, die nicht allein fast monophon, sondern dazu noch etwas gepresst klingt. Hier empfiehlt sich die (ja in Teilen ebenfalls deutschsprachige) zumindest etwas bessere englische Fassung zu wählen – gegebenenfalls mit deutschen Untertiteln.

In Sachen Zusatz-Material bieten alle drei DVD-Editionen die Kino-Trailer zu allen drei Filmen in ordentlicher Qualität – den zu Tora! Tora! Tora! kurioserweise nur in Vollbild. Die Editionen von Patton und Der längste Tag enthalten jeweils eine zweite DVD mit Zusatzmaterial. Bei Der längste Tag gibt’s die rund 50-minütige Dokumentation „Daryl F. Zanuck Returns to the Beaches of Normandy“. Diese zeigt die wichtigen Original-Schauplätze der Filmhandlung und die dazu gehörenden Film-Ausschnitte. Die zweite DVD von Patton enthält die 1997er TV-Dokumentation „The Making of Patton“, in der auch Jerry Goldsmith zu Wort kommt. Darüber hinaus kann die komplette isolierte Patton-Musik (als Gesamt-Block) separat angewählt werden – ein Gewinn für die, die das gegenüber den Nachspielungen in Teilen markantere Original nicht als FSM-CD besitzen.

Fazit: Die drei Kriegsfilm-Klassiker als pressfrische DVDs machen im wahren Wortsinn ein gutes Bild. Beim Ton gelingt es Tora! Tora! Tora! und Patton besonders zu überzeugen, wobei die Transparenz und Detailfreudigkeit moderner Ton-Mixe zwangsläufig nicht voll erreicht wird. Etwas bescheiden schneidet hierbei allerdings Der längste Tag ab, dessen deutscher Sound aber immerhin noch im soliden Mittelfeld liegt.

Titel: The Longest Day (Music from The Classic War Films)
Erschienen: 1994


Medium: CD
Label: SILVA
Kennung: FILMCD 151

Komponist(en):

Schlagworte:


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