Sampler John Williams Greatest Hits 1969 - 1999

Veröffentlicht am 24.03.2000 | von Michael Boldhaus

John Williams: Greatest Hits 1969-1999

Regelmäßig veröffentlichen nahezu alle Platten-Firmen Filmmusik-CDs, die unter verschiedensten Gesichtspunkten eine Auswahl (in der Regel) aus dem Schaffen eines Komponisten bieten sollen. Für diese so genannten „Sampler“ werden meistens die eigenen Archive kräftig geplündert, um so bereits anderweitig Veröffentlichtes wiederzuverwerten. Allerdings gibt es auch Titel, für die Hauptthemen und speziell arrangierte Suiten ausschließlich neu eingespielt worden sind. Ein Klassiker dieser Art war in den Siebzigern auf dem RCA-Label die „Classic Film Score Series“ des Dirigenten Charles Gerhardt. RCA (BMG) knüpfte in den Neunzigern mit der CD-Serie „100 Jahre Filmmusik“ bewusst nochmals an dieses berühmte Projekt an.

Sonys Kompilation „John Williams: Greatest Hits 1969-99“ ist insgesamt nicht übel. Diese enthält auf zwei CDs ein Feuerwerk von Highlights aus 30 Jahren Filmmusikschaffen des Maestros: Vom Klassiker The Reivers • Der Gauner (1969) bis zum neuesten Star-Wars-Film The Phantom Menace (1999) sind im wahrsten Wortsinn die größten Williams-Hits vertreten. Eine nette und auch fulminante Zugabe sind Williams’ Fanfaren für die 1984er und 1996er Olympischen Spiele: Diese eignen sich auch gut als effektvolle Eröffnung des musikalischen Programms. Soweit die Filmmusiken zuvor bei Sony erschienen sind, handelt es sich um Auszüge aus den betreffenden CD-Alben; das zusätzlich eingespielte Material entstammt hauseigenen Samplern, die unter anderem mit dem Boston Pops Orchestra eingespielt worden sind. Bei sämtlichen Aufnahmen hat Williams selbst dirigiert, was einen hohen Standard der jeweiligen Interpretation garantiert. Da der Komponist nahezu ausschließlich etwas breiter angelegte Auszüge (mittlere Spieldauer um 5 Minuten) aus seinen Filmkompositionen einspielt, kann hier auch von einem Flickenteppich nicht die Rede sein. Die Nachspielungen liegen in der Regel dicht an den Originalen bis auf eine originelle Ausnahme: Das Hauptthema aus Far and Away gibt’s als ansprechende virtuose Violin-Orchesterfantasie. Mit einer Gesamtspielzeit von rund 140 Minuten ist das Set zudem sehr gut bestückt. Dazu gibt’s ein ordentliches Booklet, das sogar deutschen Text enthält und der mit „Film-Perforationslöchern“ versehene Kunststoffschuber ist eine originelle Zugabe.

John Williams: Greatest Hits 1969-1999 Michael Boldhaus
Bewertung

Titel: John Williams: Greatest Hits 1969-1999
Erschienen: 1999

Laufzeit: 66:46 + 73:11 Minuten

Medium: Sampler
Label: Sony
Kennung: SK 51333

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Sampler Berlinale 2000 Songs and Sounds

Veröffentlicht am 24.03.2000 | von Michael Boldhaus

Berlinale 2000: Songs and Sounds

Schwieriger liegen die Dinge bei den beiden „Berlinale 2000“-Titeln. Eine CD ist den „Songs and Sounds“, die andere den „Scores“ aus 50 Jahren Berliner Filmfestspiele gewidmet. 50 Jahre Filmfestspiele in Berlin und damit 50 Jahre Filmmusik auf nur 2 CDs! Das Resultat ist dem entsprechend zwiespältig: 25 Ausschnitte pro CD bieten keinen guten Querschnitt, sondern eher einen kunterbunten Flickenteppich, wobei jeweils Track 1 bei beiden CDs identisches Material bietet, nämlich die Berlinale-2000-Fanfare von Peer Raben.

Berlinale 2000: Songs and Sounds Michael Boldhaus
Bewertung

Titel: Berlinale 2000: Songs and Sounds
Erschienen: 2000

Laufzeit: 78:28 Minuten

Medium: Sampler
Label: BMG
Kennung: 7432170324

Komponist(en):

Schlagworte:


Sampler Berlinale 2000 Scores

Veröffentlicht am 24.03.2000 | von Michael Boldhaus

Berlinale 2000: Scores

Was bei der Song-Zusammenstellung vielleicht gerade noch angehen mag, führt bei den Score-Ausschnitten nur noch zu Musik-Schnipseln von zweifelhaftem Unterhaltungs- und geringem Informationswert: Ganze 3 Minuten (von etwa 110) aus Winfried Zilligs herrlicher Musik zum deutschen Dokumentarfilm-Erfolg der Fünfziger Panamericana • Traumstraße der Welt sprechen da, denke ich, für sich. Die Booklets sind zwar optisch ansprechend gemacht, aber – abgesehen vom unterschiedlichen Cover-Motiv bei Bildern und Texten – zu über 50 Prozent identisch und im Stoff zwangsläufig sehr oberflächlich: Dass das Panamericana-Bruchstückchen aus der genannten Serie „100 Jahre Filmmusik“ stammt, bleibt z. B. ein Geheimnis, und dass jede CD mit über 70 Minuten Spielzeit bestückt ist, vermag den Eindruck kaum zu verbessern.

Berlinale 2000: Scores Michael Boldhaus
Bewertung

Titel: Berlinale 2000: Scores
Erschienen: 2000

Laufzeit: 72:39 Minuten

Medium: Sampler
Label: BMG
Kennung: 7432170325

Komponist(en):

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Sampler Pino Donaggio

Veröffentlicht am 24.03.2000 | von Michael Boldhaus

Pino Donaggio

Der Pino-Donaggio-Sampler des Alhambra-Labels präsentiert sich da in günstigerem Licht. Zwar ist der Titel „Die Komponisten-Portrait-Serie für Film, Fernsehen und Operette“ kurios, doch das Resultat stellt hier durchaus zufrieden. Die rund 73 Minuten Spielzeit verteilen sich auf insgesamt 6 annähernd gleich lange Filmsuiten: Il Carniere, Un Eroe Borghese, Giovanni Falcone, La Monaca di Monza, Un Delitto Poco Comune, Squillo. Ich bin kein Anhänger von Pino Donaggios Filmmusik und konnte mich selbst für einen seiner nachgefragtesten Titel Don’t Look Now • Wenn die Gondeln Trauer tragen (1973) nie so recht begeistern. Für mich ist der Komponist über passables Morricone-Epigonentum (zu Morricone siehe auch Die Legende vom Ozeanpianisten, Spiel mir das Lied vom Tod) kaum hinausgekommen. Bevor die Fans jetzt aber laut aufschreien: Das soeben Gesagte soll nicht bedeuten, dass man sich seine Musik generell kaum anhören mag. Auf dem vorliegen Sampler ist sogar ein netter Mix aus dem Schaffen des Italieners vertreten, der sich überwiegend angenehm goutieren lässt: Jede der vertretenen Filmsuiten enthält mindestens 2 bis 3 ansprechende Stücke. Das (kleine) Highlight dürften die Auszüge aus La Monaca di Monza • Die Nonne von Monza (1968) sein; einige Einzeltracks fallen dagegen ab, da sie für meinen Geschmack zu stark mit elektronischen Popelementen durchsetzt sind. Das Album ist sehr ordentlich editiert, und die Tonqualität ebenfalls ohne Makel. Ein Kritikpunkt ist das Booklet: Im von John Mansell verfassten Komponisten-Portrait gibt es seltsamerweise keinerlei Informationen zu den auf der CD vertretenen Filmmusiken. Nun ja, von den vertretenen Filmen wurden wohl nur zwei in Deutschland gezeigt: Auch diese beiden muss man aber nicht unbedingt gesehen haben, um diesen im soliden Mittelfeld für Film-Unterhaltungsmusik liegenden Sampler zu mögen.

Pino Donaggio Michael Boldhaus
Bewertung

Titel: Pino Donaggio
Erschienen: 2000

Laufzeit: 73:18 Minuten

Medium: Sampler
Label: Alhambra
Kennung: A8953

Komponist(en):

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Sampler The Essential Maurice Jarre Film Music Collection

Veröffentlicht am 24.03.2000 | von Michael Boldhaus

The Essential Maurice Jarre Film Music Collection

Die Qualität der von Silva produzierten Sampler schwankt stark. Leider scheut man sich nicht, einmal veröffentlichtes Material wieder und wieder in immer abgewandelten Zusammenstellungen zu präsentieren. Derart überzogenes „Recycling“ führt dann zum oft ärgerlichen Resultat, dass der Käufer, um ein paar interessante Stücke zu erhalten, bis zu zwei Drittel Dubletten bezahlen muss. Teilweise merkt (hört) man den Produktionen auch an, dass unter großem Zeitdruck eingespielt werden musste. Dann, aber nur dann, sind die Resultate mit dem in der Regel eingesetzten Prager Sinfonie-Orchester nicht überzeugend. Generell kann man dies aber keinesfalls behaupten: Auch hier gilt das schon in der Superman-Rezension für das Royal Scottish National Orchestra Gesagte.

Kein Highlight, aber eine passable Zusammenstellung von Filmmusiken des inzwischen 76-jährigen Maurice Jarre präsentiert Silvas Doppel-CD-Set „The Essential Maurice Jarre Film Music Collection“. Silva hat dieses Mal einen bereits als Einzel-CD vorgelegten Jarre-Sampler zum Doppelpack aufgeblasen. Ergänzt wurde mit Material der schon etwas älteren Tony-Bremner-Neueinspielung der Musik zu Lawrence of Arabia. Merkwürdigerweise werden – wie auch Laras Thema und die Suite aus Dr. Schiwago – die Overtüre und die 13-minütige Suite auf separaten CDs präsentiert. Neben Orchestralem und teilweise elektronisch Angereichertem gibt es auch rein Synthiemäßiges: Witness, Mosquito Coast und The Year of Living Dangerously. Das ist nur etwas für Synthesizer-Fans, die anderen können solche Stücke nur wegprogrammieren. Witness gibt’s sogar noch einmal in einer Konzertfassung. Silva hat hier wohl nur die rein elektronischen Stücke „neu einspielen“ lassen, für die übrige Musik wurden neben dem schon genannten Jarre-Sampler verschiedene hauseigene Zusammenstellungen ausgeschlachtet. Die vorgelegten Einspielungen sind durchweg recht ordentlich, allerdings handelt es sich meistens um Konzertarrangements, die aus orchestertechnischen Gründen auf die besonders bei den frühen Kompositionen eingesetzten ungewöhnlichen Instrumente verzichten und damit „geglättet“ klingen. Die fehlenden Balalaikas in Dr. Schiwago kann man vielleicht noch am ehesten verschmerzen, aber besonders in der Suite aus Ryan’s Daughter fehlt doch zuviel wichtiges Jarre-typisches-Klangdesign, um noch überzeugen zu können. Nahe an den Originalen sind die Auszüge aus Lawrence of Arabia, Red Sun, The Professionals, The Man Who Would Be King und besonders der Topas-Main-Title; die übrigen Titel tendieren in dieser Hinsicht eher zum Mittelfeld. Die Klangqualität ist, wie Silva-üblich, auf hohem Niveau und das Booklet ordentlich gemacht. Das gute Preis-Leistungsverhältnis der Doppel-CD platziert das Album ebenfalls im soliden Mittelfeld.

Fazit: Filmmusik-Sampler wenden sich in der Regel weniger an die versierten Sammler, sondern entweder an Anfänger, die schnuppern möchten, oder an Käufer, die ansonsten mit Filmmusik wenig im Sinn haben, aber gelegentlich im Kino auch noch beim Nachspann sitzen geblieben sind, um den Namen des Komponisten zu lesen. Für diese und auch für Einsteiger ist besonders der Williams-Sampler ein (leider nicht ganz billiges) Sahneschnittchen und die Jarre-Kompilation mit gewissen Einschränkungen ebenfalls empfehlenswert. Für Freunde italienischer Filmmusik empfiehlt sich die nette Pino-Donaggio-Zusammenstellung des Alhambra-Labels. Das Schlußlicht bilden die beiden Berlinale-2000-CDs, welche in meinen Augen im Wesentlichen Souvenir-Charakter besitzen.

The Essential Maurice Jarre Film Music Collection Michael Boldhaus
Bewertung

Titel: The Essential Maurice Jarre Film Music Collection
Erschienen: 2000

Laufzeit: 71:04 + 71:57 Minuten

Medium: Sampler
Label: Silva Screen
Kennung: FILMXCD 324

Komponist(en):

Schlagworte:


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