3D

Veröffentlicht am 23.12.2014 | von Michael Boldhaus

Der Hobbit: Smaugs Einöde (3D)

Der Hobbit x 3: Peter Jacksons nachträglicher Prolog zu seiner Filmtrilogie Der Herr der Ringe

Der Hobbit: Smaugs Einöde in 3D in der Extended Edition

Zum Weihnachtsgeschäft 2014 und rechtzeitig zum Kinostart des dritten Teils, Die Schlacht der Fünf Heere, geht das Prequel zu Tolkiens Herr-der-Ringe-Trilogie im Heimkinobereich mit Smaugs Einöde in die zweite Runde. Damit erhalten zwangsläufig auch die Diskussionen um das Für und Wider neuen Auftrieb. Die härteste Kritik schlägt den Machern wohl zwangsläufig von der Seite der versierten Tolkien-Freunde entgegen, die ja bereits gegen die Herr-der-Ringe-Trilogie diverse Kritikpunkte ins Feld führten. Als Nicht-Tolkienianer und ebenso wenig ausgeprägter Fantasy-Fan bin ich von den Vorlagen wie auch von den vielen in die Drehbücher eingeflossenen Änderungen und Ergänzungen praktisch unbelastet. Und so näherte ich mich auch dem neuen Hobbit-Abenteuer eher naiv, unter dem Aspekt eines visuell aufwändigen, reinen Unterhaltungskinos. Insofern möchte ich etwa überhaupt nicht bewerten, ob es nun gut oder auch nicht gut war, das nicht nur schmale und relativ schlichte Kinderbuch vom kleinen Hobbit zum geradezu gigantischen Prolog der eigentlichen Ring-Saga zu erweitern, aus- und umzubauen. In wieweit sich darin noch genug echter Tolkienscher Ring-Magie findet, daran scheiden sich zweifellos die Geister.

In Smaugs Einöde erreichen Hobbit Bilbo Beutlin und seine Gefährten nun nach weiteren Abenteuern im Düsterwald schließlich den Einsamen Berg selbst, wo sie sich einem außergewöhnlichen Monster gegenüber sehen. Smaug, dem letzten seiner Art: einem aus der Dürren Heide stammenden, geflügelten Feuerdrachen. Am Schluss des ersten Teils, Die unerwartete Reise, trat er erstmalig in Gänze, allerdings nur kurz und schemenhaft in Erscheinung. Hier ist er dafür nun der Star einer überhaupt bestechenden CGI-Technik, die neben weiteren bemerkenswerten Kreaturen auch für liebevoll ausgeführte Architekturen und Kostüme sowie traumhaft fantastische Landschaften und damit für eine so unverwechselbare Mittelerde-Stimmung sorgt. Gerade das so ungemein sorgfältige Produktionsdesign ist m.E. ein für die letztlich beeindruckende visuelle Wirkung dieses Augen-Kinos besonders entscheidender Faktor, welcher derzeit vielleicht noch etwas zu sehr unterschätzt wird.

Zwischendrin allerdings erscheint im mit diversen Actioneinlagen versehenen Handlungsablauf mitunter alles denn doch etwas sehr in die Länge gezogen. Dabei kann man über den einen oder anderen vielleicht etwas kindischen Einfall sicher ebenso geteilter Meinung sein, etwa die etwas comichaft und kaum echt wirkende Wildwasserfahrt der Zwerge in offenen Fässern, wie auch über das eine oder andere kleinere Logikloch in der Handlung. In meinen Augen dominiert aber letztlich doch die ausgeprägte visuelle Brillanz des Gezeigten. Diese vermag gerade das Auge fast durchweg ausreichend zu fesseln und den geeigneten Zuschauer so recht gut bei der Stange zu halten, ohne dass man den sicher nicht perfekten Film etwa in Bezug auf Treue zu Tolkien mit überzogenen Attributen versehen müsste.

Bereits bei der Herr-der-Ringe-Trilogie hat es sich gelohnt auf die verlängerten Versionen, also die Extended-Editions zu warten, und das gilt letztlich auch im Fall des Filmtripels zu Der Hobbit. Zwar erwiesen sich die zusätzlichen rund 13 Minuten bei Eine unerwartete Reise eher als nett und ansehnlich, aber nicht als wirklich essentiell. Die 25 Minuten mehr an Material bei Smaugs Einöde schneiden dagegen allerdings erheblich besser ab. Die erweiterten und die zusätzlichen Szenen sorgen im Handlungsablauf für mehr Stimmigkeit, etwa wenn der Charakter Thorin Eichenschilds mehr Tiefe erhält, und sind damit insgesamt ein echter Gewinn. Hierzu sei noch angemerkt, dass die infolge des jeweils um rund 10 Minuten aufgeblähten Abspanns in den Extended-Fassungen der Herr-der-Ringe-Trilogie versteckte Mogelei bei den entsprechenden Ausgaben des Der-Hobbit-Tripels erfreulicherweise entfällt.

Bild und Ton:

Beim Bild kann man (sowohl in 2D wie auch in 3D) getrost von einem exzellenten Gesamteindruck sprechen. Dafür stehen fast durchgehend Spitzenwerte bei Kontrast, Schärfe, Detailzeichnung, Schwarzwert und Farbwiedergabe. Beim 3D-Bild kommt noch eine herausragende Raumwirkung hinzu, welche das Tüpfelchen auf dem i bildet. Dabei wird der sehr natürlich erscheinende Raumeffekt nur vereinzelt für Pop-Outs genutzt. Viel bedeutender für die so überzeugende Gesamtwirkung sind die meist eher subtilen, bereits in 2D oftmals erahnbaren, in 3D dafür so spielerisch wie unaufdringlich hervortretenden, pfiffigen Effekte in den unübersehbar sorgfältig ausgefeilten Bildkompositionen, welche den beträchtlichen Reiz ausmachen. Nur ganz vereinzelt schleichen sich mal für einen Moment erkennbare kleinere Fehler (Artefakte) ein, welche allerdings den praktisch referenzwürdigen Gesamteindruck nicht wirklich zu beeinträchtigen vermögen.

Entsprechend hochwertig ist auch der selbst in Deutsch als hochwertige DTS-HD Master Audio 7.1 vorhandene Ton. Da dürften erst recht im dynamischen Effekt-Gewitter, aber auch in der ansonsten tadellosen Verräumlichung des häufiger überaus fein detaillierten Klanggeschehens selbst bei Sound-Enthusiasten kaum mehr Kritikpunkte offen bleiben.

Die Extras:

Die in Umfang und Ausführlichkeit beispielhafte Kollektion an Extras (sämtlich in HD) bildet den krönenden Abschluss dieser insgesamt schlicht und einfach vorbildlichen BD-Edition. Auch wenn es zwar leider keine 3D-Extras gibt, kann man sich (nach der 3D-Version auf den Discs eins & zwei) mit den auf den Discs vier und fünf befindlichen, so genannten „Anhängen“ (Teil 9 und 10) allein über rund 10 Stunden (!) beschäftigen. Zur Erinnerung: Bei den Anhängen handelt es sich um eine Weiterführung der bereits den Extended-Editions der Herr-der-Ringe-Trilogie mitgegebenen, seinerzeit geradezu einzigartigen Mega-Making-of-Dokumentation, welche den gesamten Entstehungsprozess des jeweiligen Films in kaum mehr zu übertreffender Detailfülle be- und ausleuchtet.

Hinzu kommt noch, dass die auf Disc drei untergebrachte 2D-Version des Films mit einem interessanten Audio-Kommentar von Peter Jackson und Co-Drehbuchautorin Philippa Boyens aufwartet. Das hier ebenfalls anzutreffende, rund sieben-minütige Bonus-Segment „Neuseeland: Heimat von Mittelerde – Teil 2“ ist übrigens ein netter Gag: eine als Making-Of-Featurette getarnte Tourismus-Werbung.

Fazit: Die Extended-Edition zu Smaugs Einöde ist derzeit nicht allein das zweifellos hochwertigste Heimkino-Produkt zum Prequel zu Tolkiens Herr-der-Ringe-Trilogie. Neben der praktisch durchweg Referenzqualität bietenden Bild- und Tonpräsentation des überzeugend erweiterten Films ist auch die äußerst umfangreiche Bonikollektion von geradezu außergewöhnlicher Qualität. Dass dazu auch die insgesamt gelungene Aufmachung im schick gestylten, aber trotz der fünf enthaltenen Discs eher schlanken Pappschuber passt, sei der Vollständigkeit halber angemerkt.

Zur Erläuterung der Wertungen lesen Sie bitte unseren Hinweis zum Thema Blu-ray-Disc versus DVD.

Titel: Der Hobbit: Smaugs Einöde (3D)
Erschienen: 2014

Zusatzinformationen: NZ, USA, GB 2013

Medium: Blu-ray, 3D
Verleih: Warner Home Entertainment

Regisseur(e):


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