CD

Veröffentlicht am 16.07.2005 | von Michael Boldhaus

The Interpreter

The Interpreter Michael Boldhaus
Bewertung

The Interpreter

Mit The Interpreter • Die Dolmetscherin inszenierte Regisseur Sydney Pollack einen Politthriller, angesiedelt im Milieu der Vereinten Nationen, der zumindest mit einer Novität aufwartet: Sean Penn und Nicole Kidman ermitteln gemeinsam in einem mysteriösen Mordfall. Musikalisch betreut von James Newton Howard, der hier über weite Strecken auf eher ruhiges rein atmosphärisches Klangdesign setzt. Der Komponist präsentiert eine Mixtur aus farblosen synthetischen Sounddesigns und wenig packenden orchestralen Klängen. Die Actionmomente werden eher abgedroschen mit schlichter poppiger Rhythmik garniert. Abseits der Filmbilder ist das Gebotene, auch infolge fehlender klarer thematischer Bezüge, ein besonders blasses Hörerlebnis, wirkt überhaupt sehr standardisiert und uninspiriert.

Von der insgesamt sehr ordentlichen bis beeindruckenden Wirkung anderer Newton-Howard-Scores, beispielsweise der Shyamalan’schen Mystery-Thriller-Musiken, wie zu The Village, ist die Musik zur Dolmetscherin beträchtlich entfernt. Besonders die eher einfallsarm gestalteten, stark synthetisch-orientierten Suspense-Cues sind eine glatte Enttäuschung. Daran vermögen auch die verhalten lyrisch-geheimnissvollen Passagen des Albums (rund 20 Minuten der Gesamtspielzeit) nur wenig zu ändern. Im Prinzip reicht es, sich hiervon die rund vier-minütigen End Credits anzuhören. Ob das allerdings mehr als eingefleischte Verehrer Newton Howards zu überzeugen vermag?

Titel: The Interpreter
Erschienen: 2005

Laufzeit: 45:06 Minuten

Medium: CD
Label: Varèse
Kennung: VSD-6651

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 16.07.2005 | von Michael Boldhaus

Sin City

Sin City Michael Boldhaus
Bewertung

Sin City

Die schrille Comic-Verfilmung Sin City basiert auf den Graphic Novels von Frank Miller. Die Musik stammt von Graeme Revell, John Debney und Robert Rodriguez, der zusammen mit dem Autor Frank Miller Regie führte. Über 50 Minuten lang bekommt der Käufer einen Mix aus orchestralen (The Hollywood Studio Symphony), synthetischen Klängen (inkl. Synthie-Chören) und Samples geboten. Hinzu kommen jazzige solistische Einsprengsel, und angereichert wird kräftig mit rockiger bis elektropoppiger Rhythmik. Prägnante thematische oder motivische Bezüge, die den Hörer auch unabhängig vom Film nachhaltig zu fesseln vermögen, fehlen allerdings; die von der Stimmung recht düstere Musik tendiert mitunter etwas zur Klangcollage. Unterm Strich klingt das Ganze schon recht Revell-typisch, wobei die orchestralen Teile allerdings dank John Debney einen Tick markanter geraten sein dürften als von Revell selber gefertigt. Der zum Einsatz kommende edle Klangkörper Hollywood Studio Symphony vermag hier nur bedingt aufzuwerten. Die mitunter monströs-funkigen, in den Trompetensoli gelegentlich ein wenig an ein besonders düsteres Chinatown erinnernden Klänge mögen zu den Bildern stimmig sein, davon isoliert dürften sie in erster Linie etwas für Fans metallisch rockiger Hardcore, von harten Beats und fetten Bässen, sein.

Entsprechend eher unauffällig fügt sich der Song „Absurd“ von Fluke in’s nicht gerade umwerfende Gesamtkonzept ein. Unverhoffte Abwechslung hingegen, ja geradezu klar konturierte sinfonische Sicht, anstelle mitunter eher neblig-fad anmutenden synthie-rockigen klanglichen Gebräus, schafft das vom mexikanischen Komponisten Silvestre Revueltas (1899-1940) stammende „Sensemaya“, das vom New Philharmonic Orchestra unter Eduardo Mata feurig interpretiert wird.

Gemeinsames Fazit: Die hier präsentierten Alben gehören sicherlich nicht unter einen thematischen Oberbegriff und damit nicht zwangsläufig zusammen. Allein, dass ihre Musiken in erster Linie als Souvenir zum betreffenden Film funktionieren, eint das Duo.

Titel: Sin City
Erschienen: 2005

Laufzeit: 58:14 Minuten

Medium: CD
Label: Varèse
Kennung: VSD-6644

Komponist(en):

Schlagworte:


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