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Veröffentlicht am 16.03.2006 | von Michael Boldhaus

Nanny McPhee

Nanny McPhee Michael Boldhaus
Bewertung

Nanny McPhee


Die Geschichte um die gute Fee Mary Poppins in neuem Gewand? Zumindest lässt der Plot um das mysteriöse Kindermädchen Nanny McPhee (Emma Thompson), das Ordnung in den von einer Bande vorlauter Kinder bevölkerten Haushalt des verwitweten Mr. Brown bringen soll, Erinnerungen an besagte Mary Poppins aufsteigen. Immerhin haben die Racker es geschafft, bereits 17 Vorgängerinnen an den Rande des Wahnsinns zu treiben. Allerdings, besagte Nanny besitzt nicht zuletzt wegen des markanten Gesichtserkers (zumindest) nicht unmittelbar den Charme der Mary Poppins (Julie Andrews) in der 1964er Verfilmung.

Patrick Doyles Untermalung zur hörbar turbulenten Komödie wirkt tänzerisch und setzt auf das Bild verdoppelnde Mickey-Mousing-Effekte, aber ebenso sorgen lyrisch-melancholisch gehaltene Teile für Abwechslung. Der häufige Einsatz der Celesta, sowie die charakteristischen Choreinschübe erzeugen dabei einen merklichen Hauch von Nussknacker-Ballett á la Danny Elfman, ohne dabei allerdings den typischen, oftmals zur Skurrilität tendierenden Elfman-Touch besonders zu betonen. Die einprägsamen Themen erinnern an James Horners Zeichentrickvertonungen, wobei das sangliche Hauptthema Ohrwurmqualitäten besitzt und erstmalig in „Secret Toast and Jam“ vorgestellt wird. Auch für Augenzwinkerndes ist gesorgt: lustig kommen z. B. das barocken Charme verleihende Cembalo und das drollige Zitat des Chopin’schen Trauermarsches in „They’ve eaten the baby“ daher. Das Ganze bietet über die gesamte Albumspielzeit einige Abwechslung und besitzt – auch Dank der farbigen Instrumentierung – beträchtlichen Hör-Charme.

Die Musikeinspielungen mit dem London Symphony Orchester entstanden in der Lyndhurst Hall und bieten superben Klang. Nanny McPhee • Eine zauberhafte Nanny läuft übrigens seit dem 9. Februar in den deutschen Kinos.

Titel: Nanny McPhee
Erschienen: 2006

Laufzeit: 53:33 Minuten

Medium: CD
Label: Varèse
Kennung: VSD-6690

Komponist(en):

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CD

Veröffentlicht am 16.03.2006 | von Michael Boldhaus

The Family Stone

The Family Stone

Im weihnachtlichen Neuengland kommen wie jedes Jahr die Generationen der Familie Stone zusammen, um die Festtage zu verbringen. Dieses Mal allerdings sorgt die zukünftige Gattin des Ältesten für Verwirrung und Irritation. Michael Giacchino setzt in seiner Musik zur noch rechtzeitig vor dem Fest, am 15.12.2005, gestarteten Familienbeziehungskömodie The Family Stone • Verloben verboten entsprechend auf komödiantische, zum Teil auch auf recht sentimentale Töne.

Giacchinos Komposition ist allerdings deutlich weniger turbulent geraten als Doyles Musik für das resolute Kindermädchen. Bereits mit seinem Spielfilmvertonungsdebüt The Incredibles • Die Unglaublichen vermochte sich der Komponist als versierter Handwerker zu profilieren. Dieses Mal hat er eine leichtfüßig schwebende Musik komponiert, die an Vergleichbares von John Williams erinnert. Klavier und Holzbläser über Streicherteppich bestimmen den Tonfall einer überwiegend melancholisch-innig, aber trotzdem humorig gehaltenen Komposition, die in Teilen ebenfalls ballettartig anmutet. Das sehr ohrgängige Hauptthema wird dabei in Form einer drolligen Walzerparodie eingeführt und im weiteren Verlauf sehr ansprechend und geschickt verarbeitet.

Zwischendurch setzen Celesta, Triangel und Glockenspiel immer wieder winterlich-weihnachtlich glitzernde Akzente, ohne dabei das eindeutig als Vorbild dienende Nußnacker-Ballett Tschaikowskys überzubetonen. Vielmehr setzt sich Giacchinos Musik, obwohl sie den gleichen Ausgangspunkt benutzt, charmant von einem der schönsten Weihnachstfilm-Scores ab, Bruce Broughttons Miracle on 34th Street • Das Wunder von Manhattan.

In diesem Zusammenhang entpuppt sich der adaptierte Musicalklassiker Judy Garlands, „Have yourself a merry little Christma“ — aus Meet me in St. Louis (1944) — als eine echte Perle. Wird er doch ausschließlich in Form einer reizenden, rein orchestralen Variante geboten, welche die berühmte Originalmelodie allein in geschickt veränderter Form eher gebrochen spiegelt — besagte Variante taucht übrigens, wie auch ein geschickt implantiertes Fragment aus „Stille Nacht, heilige Nacht“ in weiteren Teilen des Scores dezent auf. Und somit gilt: Das Weihnachtliche bleibt stärker unterschwellig, es ist insgesamt nicht derart prägnant, dass diese CD allein dem Einsatz zu besagtem Fest vorbehalten bleibt: Giacchinos charmante und sehr unterhaltsame Vertonung zu The Family Stone taugt daher fürs ganze Filmmusik-Jahr.

Titel: The Family Stone
Erschienen: 2005

Laufzeit: 44:11 Minuten

Medium: CD
Label: Varèse
Kennung: VSD-6712

Komponist(en):

Schlagworte:


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