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Veröffentlicht am 11.04.2003 | von Michael Boldhaus

Als der Löwe brüllte: Klingende Schätze aus dem MGM-Archiv, Teil 2

Als der Löwe brüllte: Klingende Schätze aus dem MGM-Archiv, Teil 2 Michael Boldhaus


Sampler

Veröffentlicht am 11.04.2003 | von Michael Boldhaus

That’s Entertainment: The Best of the M-G-M Musicals

That’s Entertainment: The Best of the M-G-M Musicals Michael Boldhaus
Bewertung

Als der Löwe brüllte: Klingende Schätze aus dem MGM-Archiv, Teil 2 (That’s Entertainment)

Unauslöschlicher Teil des Golden Age ist die Vielzahl der produzierten Film-Musicals. Oftmals – gerade durch ihre verschwenderische Ausstattung und üppigen Choreographien – Synonyme für die Traumfabrik. Die große Zeit dieser seit Ende der 60er Jahre weitgehend verschwundenen Filmgattung waren die 30er bis 50er Jahre (Basis-Infos hierzu auch bei The King and I).

MGM, das größte und opulenteste der Hollywood-Studios, produzierte nicht nur die meisten, sondern auch die aufwändigsten Film-Musicals: „More Stars Than in the Heavens“ war dabei eines der wichtigen Superlative in der Werbung um den Kinogänger. Neben den Namen berühmter Sänger und Tänzer stehen dafür aber auch Regisseure wie Vincente Minelli, Ernst Lubitsch, Rouben Mamoulian, Stanley Donen und Gene Kelly. Im Rahmen der im Oktober 2002 bei der (deutschen) Warner aufgelegten insgesamt 30 Mid-Price-CDs aus dem MGM-Turner-Katalog sind auch für den Musicalfreund eine Reihe von Leckerbissen dabei.

Die (auch international) sehr erfolgreiche Kino-Dokumentation That’s Entertainment (1974) rief noch zwei Fortsetzungen ins Leben: That’s Entertainment II (1976) und That’s Entertainment III (1994). Allein der erste der drei Filme präsentiert mehr als 70 Highlights der Gattung Filmmusical aus dem MGM-Archiv. Anders als in den oftmals bei derartigen Alben gebotenen Nachspielungen handelt es sich hier um die klangtechnisch sorgfältig aufbereiteten Originale. In manchen Fällen – der auf Lichtton realisierten Aufnahmen – lagen wohl die Einzelmaster der ursprünglich quasi-mehrkanalig angelegten Einspielungen noch in (hörbar) gutem Zustand vor, so dass auf echtes Stereo gemixt werden konnte – was ebenso für die anderen Alben (dieses Artikels) gilt.

Wie schon bei den im ersten Artikel vorgestellten CDs, so sind auch dieses Mal die liebevoll gemachten, informativen und vorzüglich ausgestatteten Begleithefte erwähnenswert. Neben den vielen Fotos (zum Teil in erstklassig reproduzierten typischen Technicolor-Farben) gibt’s zu jedem Track knappe aber solide Infos. Wer weiß schon, dass ursprünglich der Song „Over the Rainbow“ – als seinen Film zu sehr verlangsamend – entfernt werden sollte? Arthur Freed, Mitproduzent von The Wizard of Oz, gelang es, L. B. Mayer zu überzeugen: Ein (im Nachhinein) zu den größten Musical-Evergreens zählendes Lied und Markenzeichen für Judy Garland war gerettet.

Das CD-Album „That’s Entertainment: The Best of the M-G-M Musicals“ ist die abgespeckte Version der in den USA zusätzlich vorgelegten Deluxe-Box-Edition mit insgesamt 6 CDs. Die vorliegende Einzel-CD präsentiert ein gut fließendes Programm aus 16 musikalischen Highlights, vom titelgebenden Song aus The Band Wagon (1953) über das berühmte „Over the Rainbow“ aus Wizard of Oz (1939) bis zum vergleichbar bekannten Irving-Berlin-Song „There’s No Business Like Showbusiness“ – der nicht nur in Annie Get Your Gun (1950) gesungen wird. Natürlich fehlt auch so Berühmtes wie „The Trolley Song“ (Meet Me in St. Louis, 1944), „Ol’ Man River“ (Show Boat, 1951) und „Singin’ in the Rain“ nicht. Der Käufer erhält damit eine ordentliche, rund 66-minütige Best-of-Präsentation dieser Gattung.

Stellvertretend für die den Musical-Stars gewidmeten Alben seien hier zwei vorgestellt: das Doppel-CD-Album „Fred Astaire at M-G-M“ (mit 43-seitigem Booklet!) und „Lena Horne at Metro-Goldwyn-Mayer“.

Fred Astaire (1899-1987) – ursprünglich Frederick Austerlitz – war ein begnadeter und charmanter Tänzer mit besonderem Gefühl für Rhythmus, der seine Lieder in einer Art (markantem) Sprechgesang interpretierte. Insbesondere seine frühen, bei RKO im Team mit Ginger Rogers realisierten, Filme haben unverwechselbaren Zauber – z. B. Top Hat (1935). Eine unverwechselbare Ikone des Hollywood-Film-Musicals also, ein „King of the Movie Musical“, dessen erste Screen-Tests allerdings eher zurückhaltend beurteilt worden sind: „Kann nicht schauspielern, kann nicht singen, kann ein wenig tanzen.“ Die über 150 Minuten des Doppel-CD-Sets bieten ein repräsentatives Programm mit 39 Songs (und Musik) aus den „MGM-Years“, inklusive einer Kostprobe aus dem von David O. Selznick produzierten Dancing Lady (1933).

Lena Horne (∗ 1917) war die hellhäutigste Afroamerikanerin in Hollywood. Ursprünglich eine attraktive Nachtklubsängerin wurde sie die erste Schwarze, die einen mehrjährigen Vertrag im Hollywood-Business erhielt. Das rund 70-minütige Programm bietet Begegnungen mit zum Teil berühmten Songs ihrer Karriere, wie „Honeysuckle Rose“, „Jericho“ und „The Lady Is a Tramp“. Neben eingängigen Melodien tritt hier der Swing besonders deutlich hervor.

Jazz und Swing spielten in der Unterhaltungsmusik seit den Jahren der Welt-Wirtschaftskrise bis in die zweite Hälfte der 40er Jahre eine ganz besondere Rolle. Das neben dem Kino damals sogar noch mächtigere Medium Radio machte Big-Band-Formationen und deren Leader, wie Harry James, Tommy Dorsey, Benny Goodman und Artie Shaw, populär. Natürlich sah Hollywood nicht tatenlos zu, und bereits 1930 hatten Paul Whiteman und sein Orchester ihren Auftritt in Universals The King of Jazz, und Benny Goodman war in Warners Hollywood-Hotel (1937) dabei. Das CD-Album „Big Band Swingin’ at M-G-M“ bietet dazu mitreißend Klingendes aus den goldenen Jahren des Big-Band-Swings beim Rolls-Royce des Film-Musical-Business: Metro Goldwyn Mayer.

Lesen Sie auch: Als der Löwe brüllte: Klingende Schätze aus dem MGM-Archiv, Teil 1

Titel: That’s Entertainment: The Best of the M-G-M Musicals
Erschienen: 2002

Laufzeit: 64:45 Minuten

Medium: Sampler
Label: Warner (wea)
Kennung: 8122-72463-2

Komponist(en):

Schlagworte:


Sampler

Veröffentlicht am 11.04.2003 | von Michael Boldhaus

Lena Horne at Metro-Goldwyn-Mayer

Lena Horne at Metro-Goldwyn-Mayer Michael Boldhaus
Bewertung

Titel: Lena Horne at Metro-Goldwyn-Mayer
Erschienen: 2002

Laufzeit: 70:11 Minuten

Medium: Sampler
Label: Warner (wea )
Kennung: 8122-72246-2

Komponist(en):

Schlagworte:


Sampler

Veröffentlicht am 11.04.2003 | von Michael Boldhaus

Fred Astaire at M-G-M

Fred Astaire at M-G-M Michael Boldhaus
Bewertung

Titel: Fred Astaire at M-G-M
Erschienen: 2002

Laufzeit: CD-1: 76:31 Min., CD-2: 76:58 Minuten

Medium: Sampler
Label: Warner (wea) 2 CDs
Kennung: 8122-72828-2

Komponist(en):

Schlagworte:


Sampler

Veröffentlicht am 11.04.2003 | von Michael Boldhaus

Big Band Swingin’ at M-G-M

Big Band Swingin’ at M-G-M Michael Boldhaus
Bewertung

Titel: Big Band Swingin’ at M-G-M
Erschienen: 2002

Laufzeit: 75:57 Minuten

Medium: Sampler
Label: Warner (wea)
Kennung: 8122-72721-2

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 11.04.2003 | von Michael Boldhaus

Singin’ in the Rain

Singin’ in the Rain Michael Boldhaus
Bewertung

Die dokumentarische Film-Trilogie That’s Entertainment hat das Interesse an der Gattung Film-Musical nicht allein wach gehalten, sondern auch jüngere Zuschauer für manchen der sehr guten Vertreter dieses Genres begeistern können. Eines der besten Filmmusicals überhaupt ist das am 27. März 1952 uraufgeführte Singin’ in the Rain • Du sollst mein Glücksstern sein. Einer der ganz wenigen Fälle, in denen sehr gute Musik- und Tanznummern weitestgehend gelungen mit einer überzeugenden und dazu originellen Filmhandlung verbunden worden sind und darüber hinaus wohl „das“ Filmmusical von und mit Gene Kelly (1912-1996).

Den Rahmen bildet eine selbstironische (ebenfalls) in der Traumfabrik angesiedelte Story, in der es um den ehedem revolutionären Umbruch vom Stumm- zum Tonfilm geht. Manche der Stummfilmstars erwiesen sich mangels ausdrucksstarker Stimme als nicht tonfilmtauglich und mussten ihren Abschied nehmen. Augenzwinkernd wird hier einiges vom Illusionären der Traumfabrik Hollywood entlarvt: vom erlogenen Glanz mancher Karriere, von den Star-Allüren und ebenso vom beliebten Intrigenspiel untereinander. Aber auch die heutzutage dinosaurierhaft anmutende frühe (Film-)Tontechnik mit ihren eklatanten Problemen ist Gegenstand witzig inszenierter Szenen. Mancher Biss findet sich in den Songs und Tanznummern: So zeigt beispielsweise das Ballett „Broadway-Melodie“ eindeutig und zynisch, wie Sex und Erotik mit Macht und Geld verbunden sind.

Was ein wenig an Billy Wilders zwei Jahre zuvor entstandenen tragikomisch-bitteren Sunset Boulevard erinnert, wird hier zum schwungvollen und im wahren Wortsinn (Technicolor-)prallbunt inszenierten Kinospaß. Bis heute hat der Film seine Reize nicht verloren, wirkt abseits reiner Nostalgie zeitlos charmant und unterhaltsam. Bis auf zwei („Make ’Em Laugh“ und „Moses“) sind die Songs bereits in zwischen 1929 und 1931 entstandenen (frühesten) Filmmusicals zu hören – wobei „Make ’Em Laugh“ eine Variante von „Be a Clown“ aus The Pirate (1948) ist. Die zum 50sten Jubiläum in 2002 erschienene „50th-Anniversary-Edition“ als Doppel-CD-Set belegt dies, indem auf Disc-2 einige der – mittlerweile doch etwas angestaubt wirkenden – originalen Arrangements berühmter Songs wie „Singin’ in the Rain“, aus Hollywood Revue of 1929 (1929), zu hören sind. Selten ist ein derart breitflächiges musikalisches Recycling mit vergleichbar glücklicher Hand ausgeführt worden. Daneben gibt’s wohl sämtliches Musikmaterial, das auf den Tonmastern aufzutreiben war – „unused Versions“ und „Outtakes“ inklusive – und obendrauf ein 27-seitiges edles Begleitheft: Was will man mehr? (Wer die 1996 – ebenfalls von Rhino – als Nachruf auf Gene Kelly veröffentlichte rund 76-minütige Einzel-CD-Ausgabe mit ihrem ebenso hervorragenden Booklet bereits besitzt, dürfte im Regelfall damit jedoch ausreichend bedient sein.)

Wer den Film in optimaler Qualität genießen möchte, der besorge sich die ebenfalls im Herbst 2002 auch hierzulande (bei Warner) neu veröffentlichte Doppel-DVD – aber Vorsicht: die ältere Einzel-DVD-Ausgabe mit dem „nur guten“ jedoch nicht perfekten 1991er Transfer wird mit sehr ähnlichem Cover ebenfalls noch angeboten! Beim aktuellen 2er-DVD-Set bekommt man den Film in Form eines völlig neu erstellten Video-Transfers, bei dem die kleineren (Rest-)Mängel der 1991er Fassung komplett eliminiert sind. Noch nie ist Singin’ in the Rain auf Video derart perfekt zu sehen gewesen: Wer Technicolor in seiner ganzen Pracht erleben möchte, der liegt hier vollkommen richtig.

Ebenfalls sehr gut geraten ist auch die äußerst behutsam auf AC3-5.1 aufgepeppte englische Tonfassung, die alternativ zur klassischen Mono-Version wählbar ist. Die deutsche Tonfassung ist technisch okay, aber etwas gewöhnungsbedürftig: So sah man sich seinerzeit offenbar noch genötigt, ebenfalls die Songs ins Deutsche zu übertragen. Die zweite DVD bietet sehr solide Hintergrundinfos in Form zweier Dokumentationen sowie diverse Ausschnitte aus den Vorgängermusicals, bei denen diverse Songs entliehen worden sind.

Titel: Singin’ in the Rain
Erschienen: 2002

Laufzeit: CD-1: 73:27 Min., CD-2: 78:08 Minuten

Medium: CD
Label: Warner (wea) 2 CDs
Kennung: 8122-74497-2

Komponist(en):

Schlagworte:



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