CD

Veröffentlicht am 10.12.2003 | von Michael Boldhaus

Miracle on 34th Street/Come to the Stable

Miracle on 34th Street/Come to the Stable Michael Boldhaus
Bewertung

Miracle on 34th Street • Das Wunder von Manhattan ist in den Filmlexika zweimal gelistet: 1947 und 1994. Das 1947er Original dürfte in der Umsetzung der menschlich warmen, märchenhaften Komödie um den Weihnachtsmann eines Kaufhauses, der letztlich sogar der „echte“ zu sein scheint, dem 1994er Remake klar den Rang ablaufen. Die Erstverfilmung von 1947 enthält neben vielen Arrangements traditionellen Materials nur etwa 12 Minuten Eigenkomposition. Cyril Mockridge hat hier — neben einem eigenen Thema — das bekannte amerikanische Weihnachtslied „Jingle Bells“ in einen ausgefeilten Variationszyklus eingebettet. Zusammen mit Elementen aus Peter Tschaikowskys Ballett „Der Nussknacker“ hat er so ein besonders schönes Beispiel für einen traditionellen Weihnachtsscore geliefert. Cyril Mockridge zählte zu den talentierten Komponisten im Fox Music Department, die nicht den Bekanntheitsgrad eines Alfred Newman, Bernard Herrmann oder Hugo Friedhofer erreichten. Allerdings genoss er das besondere Vertrauen seines Chefs Alfred Newman. Das Album von Percepto Records (www.percepto.com) bietet neben der vollständigen Originaleinspielung zu Miracle on 34th Street auch die Musik zu Come to the Stable • … und der Himmel lacht dazu (1949). Letztgenannter Film ist eine hierzulande wenig bekannt gewordene Komödie, die musikalisch ebenfalls dezenten Weihnachtstouch besitzt.

Das Percepto-Album gibt (Hör-)Einblicke in die Komponistenwerkstatt bei 20th Century Fox und belegt zugleich die mitunter ausgesprochene Teamarbeit (siehe dazu auch How to Marry a Millionaire). Der Mono-Sound ist fast durchweg sauber und klar. Big Boss Alfred Newman hat nicht nur einige Stücke und liebevolle Arrangements beigesteuert, sondern dirigiert das ihm engagiert folgende Fox-Orchester höchstpersönlich. Ein sehr ansprechendes, aufwändig bebildertes Booklet rundet den guten Eindruck einer charmanten Produktion ab.

Titel: Miracle on 34th Street/Come to the Stable
Erschienen: 2002

Laufzeit: 63:02 Minuten

Medium: CD
Label: Percepto
Kennung: 011

Komponist(en):

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Veröffentlicht am 10.12.2003 | von Michael Boldhaus

Miracle on 34th Street (1994)

Miracle on 34th Street (1994) Michael Boldhaus
Bewertung

Bruce Broughtons Vertonung des 1994er Remakes ist erstmals seit der Intrada-Wiederveröffentlichung im Jahr 2002 von Tonträger angemessen zu genießen und einzuschätzen. Wie der Komponist hier in der Lage ist, die landläufige, fast schon etwas abgenutzt erscheinende Gattung Weihnachtsscore zu bereichern, ohne mit bewährten Traditionen brechen zu müssen, ist bemerkens- und natürlich ganz besonders hörenswert.

Bruce Broughton greift das auf, was nicht nur Cyril Mockridge und auch John Williams — in den Vertonungen zu den Home-Alone-Filmen — vorexerziert haben. Er erzeugt mit Hilfe von Glockenspiel, Chor und besonders durch die ausgiebig eingesetzte Celesta eine märchenhaft schwebende Feen-Atmosphäre und damit Weihnachtsstimmung, die klar von Peter Tschaikowskys Ballett „Der Nussknacker“ inspiriert ist. Das Originelle und zugleich Raffinierte in Broughtons Musik ist das ausgefeilte Spielen mit charakteristischen klanglichen Effekten, die klar auf bestimmte Stellen in Tschaikowskys Weihnachtsballett verweisen, ohne dass hier jedoch von Abschreiben die Rede sein kann. Im Gegenteil: der Komponist geht mit den dem Hörer so vertrauten Klangschemata so liebevoll um, dass man hier von augenzwinkernder Hommage sprechen kann. Und noch etwas hat bemerkenswerten Pfiff: Traditionelle Weihnachtslieder kommen hier praktisch nicht vor. Allein in der Schlusspassage des Finales klingt kurz „Santa Claus is comin’ to town“ an. Damit wird das mittlerweile allzu Gewohnte nicht überstrapaziert.

Hinzu kommen reizvolle Stücke mit barockem Einschlag, die im Concerto-Grosso-Stil gehalten sind und zusätzlich ein archaisierend festliches Flair beisteuern. Ebenso wirksam ist das schöne, prächtige Hauptthema, das in ausgefeilten Variationen verarbeitet wird und feierlichen Charakter besitzt. Und einigen Charme besitzt das Love Theme, das mit seinem dezent bluesigen Saxophonpart auf das moderne New York verweist.

Alles in allem ist Broughtons Miracle on 34th Street in der Intrada-Version nicht allein ein über die knapp 70 Minuten Laufzeit gekonnt weihnachtlich stimmendes Höralbum ohne Durchhänger. Die auch vom Komponisten sehr geschätzte Musik zählt zu den schönsten Weihnachtsscores überhaupt. Eine durchgängig sehr anmutige Filmkomposition, die, als stimmungsvolle und dabei eben nicht abgedroschen erscheinende Untermalung zur Weihnachtszeit eingesetzt, manchen, der ansonsten Filmmusik-Muffel ist, überraschen dürfte.

Titel: Miracle on 34th Street (1994)
Erschienen: 2002

Laufzeit: 67:50 Minuten

Medium: CD
Label: Intrada Special Collection
Kennung: Volume 8

Komponist(en):

Schlagworte:


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Veröffentlicht am 10.12.2003 | von Michael Boldhaus

Elf

Elf Michael Boldhaus
Bewertung

Zum am 10.12.2003 in den deutschen Kinos startenden Film Elf • Buddy — Der Weihnachtself hat John Debney die Musik geschrieben. Alles in allem handelt es sich um einen solide gemachten Weihnachtsscore, der zwar keinerlei Überraschungen, aber doch ein recht abwechslungsreiches, nicht uncharmantes Hörerlebnis bietet.

Debney ist mit dem Gebrauch traditioneller Weihnachtslieder zurückhaltend, lässt nur vereinzelt knappe Zitate von „Jingle Bells“ anklingen und präsentiert noch ein gelungen swingendes Medley mit Big-Band-Arrangements diverser Weihnachtssongs. Ansonsten zieht er alle Register eines traditionellen Weihnachtsscores. Natürlich gibt’s einen kräftigen Schuss von Tschaikowskys „Nussknacker“-Ballett und da es sich um eine Komödie handelt, kommt noch eine gehörige Portion Mickey Mousing obendrauf. Debneys Score enthält ein ansprechendes Hauptthema, das in recht vielseitig variierter Form den Score zusammenhält. Stilistisch kann man von einer Mixtur aus Williams’ Home Alone und Silvestris Mouse Hunt, abgeschmeckt mit einer Prise von Elfmans Batman, sprechen. Einige leicht bluesige Einwürfe und natürlich die o. g. swingenden Weihnachtslieder stehen für das moderne New York.

Das Resultat ist (wie meist bei Debney) handwerklich tadellos und auch entsprechend unterhaltsam geraten. Es wirkt dieses Mal weniger unmittelbar und stark an Temp Tracks orientiert und wird durch das hier ungewöhnliche Akkordeon um eine klangfarbliche Nuance bereichert.

Nicht sprechen kann man bei Debneys Elf allerdings von besonders ausgeprägtem Pfiff oder gar markant eigenständigem Stil — wie beim obigen Broughton-Score. Es handelt sich aber durchaus um ein sehr solides Filmsouvenir. Der Käufer erhält ein sehr gefälliges und recht abwechslungsreiches Höralbum. Und das entspricht ja oft genau dem Gewünschten.

Titel: Elf
Erschienen: 2003

Laufzeit: 30:08 Minuten

Medium: CD
Label: Varèse Sarabande
Kennung: VSD-6525

Komponist(en):

Schlagworte:


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