CD

Veröffentlicht am 27.02.2002 | von Michael Boldhaus

From Hell

From Hell Michael Boldhaus
Bewertung

From Hell von Regisseur Albert Hughes ist eine Neuauflage der Story um den legendären Serienkiller „Jack the Ripper“ und die Whitechapel-Morde von 1888. Johnny Depp macht als Inspektor Frederick Abberline Jagd auf den Serienkiller. Die im viktorianischen London spielende Kriminalstory bietet Plüsch und gotischen Horror und deutet nicht allein durch Johnny Depp in Richtung Sleepy Hollow . In den deutschen Kino startet der Film am 28.2.2002.

Trevor Jones schuf für diesen düsteren Horror-Thriller eine passende dunkle, sehr atmosphärisch wirkende Musik. Die eingesetzten Mittel sind bemerkenswert: ein hervorragender Klangkörper, The Academy of St. Martin in the Fields, hinzu kommen ein Chor und diverse Solisten plus Synthesizer. Das liest sich vielversprechend und die CD beginnt (abgesehen vom vorangestellten eher nervigen „From-Hell-remix“) auch nicht übel, nämlich mit einem recht prägnanten Thema. Danach gibt es jedoch nur wenige Passagen, in denen die Musik über ein unheilsschwangeres, eher statisches Hintergrund-Scoring hinauswächst und damit auch abseits des Films einige Hörqualitäten beweist – etwas, das der bei den Filmmusiken von Trevor Jones häufiger zu beobachten ist.

In einigen Momenten zeigt die grundsätzlich keinesfalls schlechte Komposition, wenn auch nur entfernt, Verwandtschaft mit der Danny Elfmans zu Sleepy Hollow; den Abwechslungsreichtum und die Kraft dieser ausgefeilten Horror-Sinfonie vermag From Hell (auf seine Art) aber nicht annähernd zu erreichen. Beim Hör-Vergleich erweisen sich sowohl die thematische Arbeit als auch die Raffinesse der erzeugten Klangstrukturen als deutlich blasser und auch die Synthie-Sounds und -Effekte tendieren eher in Richtung konventionell, denn originell. So erfreulich grundsätzlich ein Score-Anteil von rund 67 Minuten ist, in diesem Fall sei das Programmieren einer Kurzfassung empfohlen, denn sonst wird es spätestens ab Mitte der CD doch recht monoton. Als Fazit verbleibt hier aber immerhin eine Bewertung von 3 Sternen und damit eine kleine Empfehlung.

Ishams Musik etwas mehr bieten als der Thriller-Score, aber gegenüber z. B. Fly Away Home ist Life As a House doch eindeutig schwächer.

Titel: From Hell
Erschienen: 2001

Laufzeit: 72:22 Minuten

Medium: CD
Label: Varèse
Kennung: VSD 6296

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 27.02.2002 | von Michael Boldhaus

Life As a House

Life As a House Michael Boldhaus
Bewertung

Life As a House/Don’t Say a Word

Zwei Filmmusiken von Mark Isham zu zwei völlig unterschiedlichen Sujets. Bei Life As a House handelt es sich um ein Melodram, Don’t Say a Word • Sag’ kein Wort! ist hingegen eine reißerische Kriminal-Story.

Es mag auf den ersten Blick aberwitzig erscheinen, zwei Musiken zu derart unterschiedlichen Filmen zusammen abzuhandeln, dies ist es aber nach eingehenderem Hören überhaupt nicht! Beide Kompositionen sind nämlich nach sehr ähnlichen äußerst einfachen Grundmustern aufgebaut: eher banale Minimalklänge, schlichteste Piano-Soli und dazu simpel gestrickte Orchestersounds nebst völlig konventionellen Synthie-Klängen sind im Angebot. Bei Life As a House natürlich stark romantisch angehaucht, im Falle von Don’t Say a Word mehr auf die üblichen Thriller-Standards hin konzipiert, dabei natürlich stärker rock-poppig, synthie-rhythmisch angehaucht als die zuerst genannte Musik. Beide Tonschöpfungen bieten routiniertes, kaum inspiriertes, eher zur Gattung „Langweiler“ tendierendes, sehr flaches Film-Scoring.

Zusammen mit dem jeweiligen Film mögen die Musiken durchaus ihren Zweck erfüllen, allein von der CD gehört offenbaren sie eindeutig ihre Schwächen. Sicherlich anhörbar und für manch einen wohl auch eine akzeptable Erinnerung an den betreffenden Kino-Abend, aber mehr nicht. In Sachen Hörqualität dürfte Life As a House den Freunden von Mark Ishams Musik etwas mehr bieten als der Thriller-Score, aber gegenüber z. B. Fly Away Home ist Life As a House doch eindeutig schwächer.

Titel: Life As a House
Erschienen: 2001

Laufzeit: 41:51 Minuten

Medium: CD
Label: Varèse
Kennung: VSD 6297

Komponist(en):

Schlagworte:



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