CD

Veröffentlicht am 12.03.2002 | von CINEMUSIC.DE Team

The Proposition

The Proposition CINEMUSIC.DE Team
Bewertung

Der Komponist Stephen Endelman ist vielen Filmmusikfreunden wohl noch kein Begriff, obwohl er immerhin schon seit 1990 im Geschäft ist und zu gut zwei Dutzend Filmen die Musik geschrieben hat. Am bekanntesten davon dürfte hierzulande die britische Komödie Der Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunterkam sein (mit Hugh Grant in der Hauptrolle). Ein weiteres erwähnenswertes Werk aus seiner Feder ist eine neu komponierte kammermusikalische Untermalung für einen schwedischen Stummfilm von 1918, The Outlaw and His Wife. Endelman ist aber, wie viele andere seiner Zunft, kein reiner Filmkomponist. Er hat u. a. schon zwei Opern geschrieben; zwei weitere sind in Arbeit.

The Proposition • Wunsch und Wirklichkeit spielt in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts in Boston. Die Hauptpersonen sind ein britischer Priester (Kenneth Branagh), ein ungewollt kinderloses Ehepaar aus der Bostoner High Society (Madeleine Stowe und William Hurt) sowie ein Harvard-Student, der quasi als Ersatzvater fungieren soll. Daraus entwickelt sich ein Drama um Liebe, Schuld und sonstige Gefühlsverwirrungen.

Endelman hat für diesen Film einen sehr melodischen, voll orchestralen Score komponiert (das Hauptthema hat allerdings verblüffende ähnlichkeit mit demjenigen aus Marie Ward von Elmer Bernstein). Der melodramatischen Handlung gemäß überwiegt auch musikalisch das Gefühlsbetonte, wobei sich der Bogen von ruhig-romantisch über melancholisch bis hin zu aufgewühlt-dramatisch spannt. Für die Solopassagen setzt Endelman vor allem auf Violine, Flöte, Oboe, Englischhorn und Piano. Daneben hat er aber auch mehrerere eher beschwingte Stücke im Stile der damals vorherrschenden Unterhaltungsmusik (Salonmusik) geschrieben („Roger’s De-Flowering“, „Anxious Mr. Martin“). Auch als Orchestrator, Dirigent sowie als Produzent der CD fungierte Endelman selbst (die Aufnahmen entstanden übrigens in den traditionsreichen Abbey Road Studios in London).

Im Film sind neben Stephen Endelmans Score auch noch diverse Werke der zeitgenössischen und klassischen Musik zu hören, z. B. von George Gershwin oder Franz Schubert. Diese sind auf der vorliegenden CD allerdings nicht enthalten.

Von der Länge her liegt die Scheibe mit gut 40 Minuten im unteren Mittelfeld. An der Tonqualität gibt es nichts auszusetzen. Das Booklet ist recht mager ausgefallen und enthält neben dem track listing und einer Aufstellung der Personen, die an der Produktion des Albums mitgewirkt haben, nur noch ein einziges Szenenfoto.

Fazit:Stephen Endelman hat für The Proposition einen sehr gut anhörbaren Score geschrieben, der auch handwerklich einwandfrei gemacht ist. Dafür hat er sich 3 ½ von sechs Sternen verdient. Für eine noch höhere Bewertung reicht die Menge der wirklich originellen Einfälle allerdings nicht aus.

Titel: The Proposition
Erschienen: 1998

Laufzeit: 41:54 Minuten

Medium: CD
Label: Philips
Kennung: 462 504-2

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