Special

Veröffentlicht am 15.06.2002 | von Michael Boldhaus

Western: „Made in Germany and DDR“

In der Geschichte des europäischen Westerns haben einige der westdeutschen Karl-May-Verfilmungen (siehe hierzu das Karl-May-Special) einen recht hohen Stellenwert. Nicht allein im deutschsprachigen Raum überaus erfolgreich, sondern dazu in den anderen europäischen Ländern mindestens vergleichbar gut gelaufen, erregten die Filme sogar in den USA einiges Aufsehen. Innerhalb Europas dürfte der Überraschungserfolg von Der Schatz im Silbersee und die sehr guten Einspielergebnisse von Winnetou I aber auch als Konjunktur-Motor nicht allein für den „Spaghetti-Western“ gewirkt haben. Dies rief nicht nur amerikanische Produzenten auf den Plan, sich in Italien finanziell zu engagieren, sondern ließ die Politprominenz auf der anderen Seite des „Eisernen Vorhangs“ ebenfalls nicht ruhen. So produzierte in Folge auch die DEFA ihre Indianerfilme — die Bezeichnung dieser Produktionen als „Western“ blieb lange verpönt. Als Pendant zum „bundesrepublikanischen“ Winnetou Pierre Brice kam der Jugoslawe Gojko Mitic (bereits ein Nebendarsteller in den Karl-May-Verfilmungen Horst Wendlandts) zum Einsatz. Der erste DEFA-Film dieses Genres, Die Söhne der großen Bärin (1965), kam zu einer Zeit in die Kinos, als die westdeutsche Karl-May-Welle mit Winnetou III ihren letzten Höhepunkt erreichte. (Karl-May-Stoffe mussten bei der DEFA allerdings bis Ende der 80er Jahre infolge politischer Restriktion ausgespart bleiben.)

Natürlich drehten die DDR-Streifen das gängige US-Western-Klischee des barbarischen Ureinwohners als Feind der Zivilisation herum und ließen den guten roten Mann zum Kampf gegen den (US-)Kolonialismus antreten. Voll im sozialistischen Trend einer mehr oder weniger subtilen Imperialismuskritik schneiden die DEFA-Western im Vergleich zu den Karl-May-Filmen aber keinesfalls grundsätzlich qualitativ besser ab. In Sachen Ausstattung und Inszenierung sind manche der Filme sogar noch ein gutes Stück dilettantischer als ihre BRD-Pendants geraten — standen bei ihrem Publikum aber in ähnlich hoher Gunst wie die westdeutschen Karl-May-Verfilmungen.


Sampler

Veröffentlicht am 15.06.2002 | von Michael Boldhaus

Ein Wigwam steht in Babelsberg (DEFA-Western Vol. 1)

Musik aus deutsch-deutschen Western

„all score media“ (www.allscore.de/label.htm) hat jetzt seine auf insgesamt drei CDs angelegte Edition mit Musik zu den Western „Made in DDR“ abgeschlossen: Nach dem 1999er Debüt mit „Ein Wigwam steht in Babelsberg“ folgte 2001 „Wigwam, Weste(r)n, Weiße Wölfe“ und im Februar 2002 schloss sich der Kreis mit „Wigwam, Cowboys, Roter Kreis“. Und „Bear Family Records“ hat zwei Musiken von Peter Thomas vorgelegt: bereits 1998 die zu Onkel Toms Hütte und noch pressfrisch die zu Der letzte Mohikaner (1965) nachgereicht.

Musikalisch zum Besten des Trios von „all score media“ gehören die Auszüge aus den Filmmusiken, für die Karl-Ernst Sasse verantwortlich zeichnet. Auf der CD „Wigwam, Weste(r)n, Weiße Wölfe“ sind geschickt Themen und Suiten aus insgesamt 8 Filmmusiken vereint: Spur des Falken (1968), Weiße Wölfe (1969), Tödlicher Irrtum (1970) — Musik Wilhelm Neef, Osceola (1971), Ulzana (1974), Kit & Co. (1974), Der Scout (1983) und Präriejäger in Mexiko (TV 1988). Die CD des Labels „Cobra Records“ bietet längere Fassungen der Musiken zu Der Scout (1983) und zur DDR-TV-Produktion Präriejäger in Mexiko (1988) — in der übrigens zum ersten Mal für einen DDR-Western Karl-May-Stoffe („Trapper Geierschnabel“ und „Juarez“) als Vorlage dienten.

Insbesondere die Arbeiten Sasses zeigen, dass hier ein versierter Handwerker am Werk gewesen ist. Man hört hier keinesfalls einfach lieblos Routiniertes, sondern Musik, die nicht nur ordentlich gearbeitet ist, sondern partiell auch Pfiff hat. Im Vergleich mit den netten zeitparallelen Arbeiten Martin Böttchers sind in Teilen die Musiken von Karl-Ernst Sasse und Wilhelm Neef verwandt, sind ähnlich leicht und eingängig, dabei jedoch eindeutig sinfonischer strukturiert und vor allem merklich vielseitiger angelegt — Letztgenanntes gilt insbesondere für die Beiträge von Sasse.

Bedenkt man, dass die Filmemacher darum bemüht waren, sich ideologisch möglichst klar von den Standards des „Klassenfeindes“ abzugrenzen, ist es schon lustig festzustellen, wie wenig dies offenbar musikalisch gefordert wurde: So reiten auf der Spur des Falken (1968) unüberhörbar Die Glorreichen Sieben von Elmer Bernstein mit und das Hauptthema aus Der Scout (1983) liegt verflixt nahe bei dem Alfred Newmans zu Nevada Smith (1967). In der straffen Rhythmik der Action-Passagen spiegelt sich ein wenig der Einfluss Hanns Eislers wider; hier und da schimmert auch ein wenig der Böttcher-Sound durch, aber das Folkige der DEFA-Westernmusiken wirkt hier insgesamt doch etwas überzeugender, „echter“ amerikanisch. Als Zugaben gibt es noch drei Songs, deren dezenter Jazz-/Blues-Einfluss ein wenig an Songs von Kurt Weill erinnert.

Auf dem Erstlings-Album „Ein Wigwam steht in Babelsberg“ sind die Musiken Wilhelm Neefs zu Die Söhne der großen Bärin (1966) und Chingachgook, die große Schlange (1967) auszugsweise vertreten. Beide Kompositionen sind noch weitgehend der klassischen sinfonischen Western-Tradition verpflichtet, wobei allerdings die 60er-Jahre-Beat-Einlagen in Teilen von Die Söhne der großen Bärin etwas grotesk wirken.

Andersartig Klingendes präsentiert das aktuelle Album „Wigwam, Weste(r)n, Weiße Wölfe“, auf dem kleinere Suiten vertreten sind — aus Tecumseh (1972), Apachen (1973), Blutsbrüder (1975), Severino (1978), Blauvogel (1979) und Atkins (1985). Besonders erwähnenswert sind hier die Musiken des im Jazz beheimateten Bandleaders Günther Fischer, dessen transparente, sanft von Jazz und Folklore inspirierte Musik zu Tecumseh zwar auch ein kleineres Streicher-Ensemble verwendet, aber die Hauptwirkung auf das Zusammenwirken von Soloinstrumenten wie Gitarre, Kontrabass, Flöte und Perkussion legt. In Teilen gibt es deutliche Anklänge an die etwa zeitgleiche Musik von Isaac Hayes zu Shaft (1971), und in Severino ist das Vorbild Ennio Morricone deutlich spürbar. Hörenswert ist auch die Klangschöpfung von Hans-Dieter Hosalla (ein Mitarbeiter von Paul Dessau), dessen ähnlich sparsame musikalische Untermalung für Apachen kaum sinfonisch genannt werden kann. Diese verwendet Gitarre, Kontrabass, Flöte, Perkussion und mexikanisch anmutende Bläser und rückt damit ein wenig in Richtung von The Missouri Breaks (1976) von John Williams. Und auch der bereits erwähnte Karl-Ernst Sasse schlägt in seiner Arbeit zu Blutsbrüder stärker rockig-folkige, Morricone-nahe und weniger klassisch-sinfonisch orientierte Töne an.

Daneben bringen beide CDs eine ganze Reihe von Songs, die auch, aber nicht allein, Bestandteil von Filmmusiken sind. Gerade bei diesen, seinerzeit auf dem DDR-Staatslabel „Amiga“ veröffentlichten Songs geht es ganz schön bieder, kindlich-naiv und/oder auch einfach nur schräg zu. So hat hier der aus Colorado stammende Dean Reed (1938-1986) seinen Auftritt — ein linker politischer Protestsänger der 60er, der sich in der DDR niedergelassen hatte. Und wenn im geradezu programmatischen Lied „Ein Wigwam steht in Babelsberg“ die Gruppe „Express“ das damalige Publikum mit „He Gojko, Gojko du bist ganz groß“ anstachelt, ist der real-sozialistische Western-Schmarrn „Made in DDR“ perfekt. Geradezu ironisch wird es, wenn der Ost-Winnetou Gojko Mitic — ähnlich wie sein West-Gegenpart Pierre Brice — das Mikrofon ergreift; es zeigt sich, wie nahe sich die Publikumsgeschmäcker in Ost und West trotz extremer politischer Gegensätze schon damals standen.

Die CDs präsentieren ihre Musik neben einigen stereophon produzierten Songs im durchweg sauberen, weitgehend klaren Mono-Sound — die Techniker haben sich recht erfolgreich bemüht, den im Original (zum Teil deutlich gealterten) eher flachbrüstig klingenden Filmmusikeinspielungen mehr Hör-Power zu verleihen. Die recht liebevoll gestalteten Booklets steuern dazu einige nette Fotos und solide Informationen bei.

Titel: Ein Wigwam steht in Babelsberg (DEFA-Western Vol. 1)
Erschienen: 1999

Laufzeit: 64:25 Minuten

Medium: Sampler
Label: all score media
Kennung: ASM 002

Komponist(en):

Schlagworte:



Sampler

Veröffentlicht am 15.06.2002 | von Michael Boldhaus

Wigwam, Cowboys, Roter Kreis (DEFA-Western Vol. 3)

Titel: Wigwam, Cowboys, Roter Kreis (DEFA-Western Vol. 3)
Erschienen: 2002

Laufzeit: 56:02 Minuten

Medium: Sampler
Label: all score media
Kennung: ASM 009

Komponist(en):

Schlagworte:



CD

Veröffentlicht am 15.06.2002 | von Michael Boldhaus

Der letzte Mohikaner

Der letzte Mohikaner / Onkel Toms Hütte

Im Jahr 1965 entstand als deutsch-spanisch-italienische Koproduktion Der letzte Mohikaner. Im Seitensprung des Regisseurs Harald Reinl agieren die aus Der Schatz im Silbersee bekannte Karin Dor und Joachim (Blacky) Fuchsberger — vertraut aus Edgar-Wallace-Filmen. Mit James Fenimore Coopers subtiler Romanvorlage hat die auf Action getrimmte Filmhandlung nur noch die Namen der Hauptfiguren gemein. Coopers Story wurde sowohl räumlich als auch zeitlich übertragen, gerät hier zu einem Karl-May-Western ohne Winnetou und Old Shatterhand.

1389Onkel Toms Hütte entstand (ebenfalls) 1965 als deutsch-italienisch-französische Koproduktion in 70-mm. Die Verfilmung des berühmten Romans von Harriet Beecher Stowe, der Bibel der Abolitionisten — der Antisklaverei-Bewegung in den USA bis 1863; Aufhebung der Sklaverei durch Lincoln — wurde von Regisseur Géza von Radványi mit bekannten Schauspielern wie O. W. Fischer und Thomas Fritsch in Szene gesetzt. Wobei auch Herbert Lom — in Der Schatz im Silbersee der wohl interessanteste Bösewicht eines Karl-May-Films — mit von der Partie ist. Abgesehen von den im Donaudelta recht stimmungsvoll eingefangenen „Mississippi-Szenen“ hat die europäische Großproduktion aber recht wenig Belangreiches zu bieten. Vielmehr tendiert der Film insgesamt eher zu den schwächeren Karl-May-Produktionen.

Fast schon originell-schräge Kuriosa sind die musikalischen Beiträge des Bandleaders Peter Thomas. Seine von Rock-, Beat-, Jazz-, Blues- und Big-Band-Elementen getragene, stark mit Popstilismen der 60er angereicherte Komposition zu Der letzte Mohikaner ist nahezu überhaupt nicht westernhaft geraten. Vielmehr klingt das Gebotene kräftig nach Tanzmusik und erinnert dabei merklich an seine musikalischen Schöpfungen zu den Edgar-Wallace-Filmen; aber auch die wenig später entstandene Kult-Fernsehserie Raumpatrouille Orion kann man hier deutlich vorausahnen. In der Filmmusik zu Onkel Toms Hütte dominieren Jazz-, Blues- und Big-Band-Elemente neben stärker auf dem Level sinfonischer Unterhaltung orientierten Teilen und nett eingearbeiteten traditionellen (adaptierten) Gospels.

Überraschenderweise sind die Tonmaster der auf diesen beiden CDs erstmalig vollständig veröffentlichten Musiken in hervorragendem Zustand und außerdem sogar stereophon. Das Klangbild ist zwar etwas künstlich, zeittypisch mit extrem ausgeprägtem Rechts-Links-Effekt, aber ansonsten sehr frisch und klar. Das mit rund 30 Seiten umfangreiche und recht aufwändige Booklet von Der letzte Mohikaner gibt die mit vielen farbigen Film-Fotos angereicherte Film-Story wider. In dem zu Onkel Toms Hütte gibt’s neben Infos zur Film-Story noch Eingehenderes zur Musik.

1390Nicht allein bei diesen beiden CD-Alben zeigt sich ein essentielles Problem: Wie wird man derartigen, besonders stark vom Aspekt der Nostalgie getragenen Veröffentlichungen beim Bewerten gerecht? Legt man an die Filmmusiken die Cinemusic-üblichen Bewertungsmaßstäbe an, so schneiden beispielsweise die Musiken Karl-Ernst Sasses auf der CD des Cobra-Labels und auf „Wigwam, Weste(r)n, Weiße Wölfe“ mit etwa 3½ Sternen eindeutig am besten ab. Die anderen DEFA-Western-Musiken rangieren überwiegend deutlich darunter, und insbesondere die meisten der Songs gehören sogar klar in den Bereich „Trash“. Die Beiträge von Peter Thomas sind zwar merkwürdig, aber nicht einfach nur „schlecht gemacht“ und verdienen sicherlich solide 3 Sterne. Dem gegenüber steht die klar erkennbare, liebe- und verdienstvolle Aufarbeitung eines Stücks deutsch-deutscher Western-Film-(Musik-)Geschichte und damit ist zweifellos einiger Liebhaber- und Repertoirewert verbunden. Übergroße Zuschläge über die rein musikalischen Werte hinaus erzeugen stark verzerrte und völlig schiefe Bilder, verbieten sich also. Daher lasse ich es hier mit diesen Anmerkungen bewenden: die übliche Stern-Bewertung entfällt. Entweder man (ver-) oder erträgt große Teile dieser Tonschöpfungen mit einem Augenzwinkern oder gar breitem Grinsen oder man mag sie überhaupt nicht: Gerade das Zeittypische, oftmals Naive der Musiken — und ebenso der zugehörigen Filme — macht einen wichtigen Teil ihres nostalgisch geprägten Schmunzel-Charmes aus. Die sehr ansprechend gemachten CDs (und auch die nachfolgend noch vorgestellten DVDs) dürften daher in jedem Fall ihre Fans finden.

Titel: Der letzte Mohikaner
Erschienen: 2002

Laufzeit: 53:23 Minuten

Medium: CD
Label: Bear Family
Kennung: BCD 16585

Komponist(en):

Schlagworte:



DVD

Veröffentlicht am 15.06.2002 | von Michael Boldhaus

Die Söhne der großen Bärin

Die Söhne der großen Bärin Michael Boldhaus
Bild
Ton
Extras

DEFA-Western auf DVD

Von der Berliner Firma „Icestorm Entertainment“ (www.icestorm.de) wird das DEFA-Spielfilm-Archiv videotechnisch aufgearbeitet und vermarktet. Neben dem (noch) überwiegenden Anteil an VHS-Produktionen sind inzwischen unter anderem auch eine Reihe der DEFA-Western auf DVD erhältlich.

Die Söhne der großen Bärin (1966), der Erstling der ostdeutschen Western-Welle thematisiert etwas langatmig und vor allem unbeholfen den Freiheitskampf der Dakota-Indianer in Anlehnung an eine Romanvorlage von Liselotte Welskopf-Heinrich.

1391Chingachgook, die große Schlange (1967) ist die ostdeutsche Adaption von Fenimore Coopers Lederstrumpf-Roman „Wildtöter“ und lehnt sich recht stark an die Vorlage an. Der sozialistische Einschlag tritt hier am Beispiel des arrogant-korrupten britischen Fort-Kommandeurs hervor, der seinem (noch) wenig verdorbenen idealistischen jungen Leutnant zeigt, wie die britische Kolonialmacht mit Rothäuten umgeht.

Apachen (1973) basiert auf historischen Ereignissen in der Auseinandersetzung zwischen Weiß und Rot im heutigen New Mexico um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Gewissenlose Yankees wollen die großen Edelmetallvorkommen ungestört ausbeuten und richten unter den Indianern ein Blutbad an. Abseits von rein nostalgischer Betrachtung sind die Apachen in den geschichtlichen Betrachtungen und Schlüssen deutlich stimmiger als in ihrer mitunter recht laienhaft und holprig wirkenden Inszenierung. Abgesehen von einigen stimmungsvollen Indianerszenen leidet der Film unter den beträchtlichen Mängeln an historischer Genauigkeit in seiner teilweise grotesk zusammengewürfelten Ausstattung.

Die Produktion der in vielem märchenhaften und unrealistischen Karl-May-Western kam bereits 1968 zum Erliegen, die Karl-May-Welle dauerte also gerade einmal sechs Jahre. Die DEFA-Indianer-Filme hingegen wurden bis Mitte der 80er Jahre produziert. Unter diesem Gesichtspunkt entlarven sich gerade die Apachen (und auch der Nachfolge-Film Ulzana aus dem Jahr 1974) als doch recht hausbackene, biedere Westernkost für Teenager. Etwas, das der Vergleich mit dem etwa zeitgleichen, recht realistischen US-Pendant Ulzana’s Raid • Keine Gnade für Ulzana (1972) unterstreicht.

Die DVD-Präsentation der Filme ist durchaus passabel. Die Produktionen basieren offenbar auf technisch verbesserten Videomastern des DDR-Fernsehens. Bildschärfe, Kontrast und Farben können überwiegend als gut eingestuft werden. Das Wermutströpfchen ist das an den Seiten deutlich beschnittene Scope-Bild (Seitenverhältnis etwa 1: 1,85). Der Ton kommt in sauberem Mono daher und als Zusatzmaterial gibt’s neben Bilder-Galerien jeweils Infos zu Gojko Mitic (Bio- und Filmografie) sowie recht amüsante Produktionsberichte aus DDR-Wochenschauen wie „Begegnung mit Gojko“.

Titel: Die Söhne der großen Bärin
Erschienen: 2001

Zusatzinformationen: DDR 1966

Medium: DVD
Verleih: Icestorm Entertainment
Kennung: DVD 19027

Regisseur(e):

Schlagworte:


DVD

Veröffentlicht am 15.06.2002 | von Michael Boldhaus

Chingachgook, die große Schlange

Titel: Chingachgook, die große Schlange
Erschienen: 2001


Medium: DVD
Verleih: Icestorm Entertainment
Kennung: DVD 19033

Schlagworte:



Lesen

Veröffentlicht am 15.06.2002 | von Michael Boldhaus

Der Weg zum Silbersee

Michael Petzel: „Der Weg zum Silbersee“

Von Michael Petzel, dem Autor des bereits im Rahmen des Karl-May-Specials vorgestellten „Karl-May-Filmbuches“, ist im Herbst 2001 im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf „Der Weg zum Silbersee — Drehorte und Dreharbeiten der Karl-May-Filme“ erschienen.

Die schönen Landschaftsaufnahmen in den Winnetou-Filmen beflügelten bereits in den frühen 60ern die aufkommende Sehnsucht der Deutschen nach Urlaub in fernen Ländern. Das vorliegende Buch ist das Ergebnis der Leidenschaft des Karl-May-Film-Kenners Michael Petzel, der bereits in den späten 70er Jahren zum ersten Mal auf Spurensuche gegangen ist. Es bietet eine Fülle aktualisierter Informationen primär über das Filmland Jugoslawien, das in den 60er Jahren „(West-)Deutschlands Wilder Westen“ war. In Randbemerkungen bietet es auch interessante Infos z. B. über die kroatische Produktionsfirma „Jadran Film“ und die serbische „Avala Film“ — bei letzterer wurde auch Dschingis Khan (1965) produziert. Gezeigt werden Bilder von den Drehorten im heutigen Zustand, der Leser findet aber auch Infos über die Situation der Orte, die in den ehemaligen Bürgerkriegsgebieten liegen. Obendrauf gibt’s einen (extra für dieses Buch verfassten) kleinen Beitrag von Marie Versini, die als Winnetous Schwester Nschotschi lange Zeit in Deutschland besonders beliebt gewesen ist.

In dem um Vollständigkeit bemühten Band sind ebenfalls Informationen zu den Karl-May-Filmen zu finden, die bereits Ende der 50er in Spanien realisiert worden sind und ebenso zu den Außenaufnahmen in Peru und Bulgarien zu Das Vermächtnis des Inka und Die Pyramide des Sonnengottes. Schließlich werden auch die beiden TV-Produktionen Präriejäger in Mexiko (DDR 1988) sowie Winnetous Rückkehr (1998) gewürdigt. Ein ausführlicher Anhang rundet das Buch ab. Anzumerken bleibt noch, dass der Autor die selbst attestierte Karl-May-Manie mehrfach angenehm mit selbstironischem Augenzwinkern paart und ein Bild eines die Zunge herausstreckenden Winnetou den Band entsprechend humorig beschließt.

Fazit also: Ein willkommenes Buch, nicht allein für Drehort-Touristen und eingefleischte Karl-May-Film-Nostalgiker, sondern ebenso für alle, die sich einfach nur eingehender mit diesem Kultphänomen des „Golden Age of (West) German Western Cinema“ beschäftigen möchten.

Titel: Der Weg zum Silbersee
Erschienen: 2001

Zusatzinformationen: € 39,90 (D)
Laufzeit: 388 Seiten

Medium: Buch
Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf
Kennung: 3-89602-358-6

Autor(en):

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DVD

Veröffentlicht am 15.06.2002 | von Michael Boldhaus

Old Shatterhand

Old Shatterhand Michael Boldhaus
Bild
Ton
Extras

DVD: Old Shatterhand

Der überwältigende Erfolg von Regisseur Horst Wendlandts Der Schatz im Silbersee ließ die Konkurrenz in Gestalt von CCC-Chef Artur (Atze) Brauner natürlich nicht ruhen. Und mit Old Shatterhand bescherte Brauner der Karl-May-Filmwelle immerhin den aufwändigsten Film der Reihe — in dem übrigens der damals noch unbekannte Gojko Mitic erstmals einen kleinen Auftritt hat.

Die Story hat mit Karl May über die Hauptfiguren hinaus kaum noch etwas zu tun. Die Apachen leben hier nicht im Pueblo, sondern hausen (sehr untypisch) in Zelten, und das Action-Highlight, der groß angelegte Kampf um das — immerhin raffiniert auf „riesig“ getrickste — Fort Grant, ist völlig Karl-May-untypisch. Sieht man davon einmal ab, hat man aber einen immer noch recht unterhaltsamen und auch schön fotografierten deutschen Western vor sich. Dazu eine der wenigen deutschen Produktionen, die auf hoch auflösendem 70-mm-Film aufgenommen worden ist. Nicht übel geraten ist auch die ansprechende Filmmusik von Riz Ortolani, dessen Old-Shatterhand-Komposition das einprägsame Hauptthema zwar etwas übermäßig, dabei aber teilweise immerhin recht originell einsetzt. Überhaupt hat Ortolanis Musik im Vergleich mit den ebenfalls nicht uncharmanten Beiträgen Martin Böttchers deutlich mehr (Hollywood-)Western-Touch.

Dem Produktionsteam des Anbieters „polyband“ (www.polyband.de) stand offenbar kein Filmmaterial, sondern nur ein Videomaster des Films zur Verfügung, das verschiedentlich für Fernsehausstrahlungen genutzt worden ist. Zwar sind die lobenswerten Bemühungen, das Bild elektronisch aufzupolieren, im Resultat positiv, die Brillanz der Kinowelt-DVD-Editionen wird jedoch eindeutig nicht erreicht. Das recht scharfe, farblich aber etwas blasse Bild ist relativ dunkel geraten, wobei manches Detail im Schwarz verloren geht. Unglücklicherweise wird nach dem Prolog und Rollentitel der Bildausschnitt von zuerst etwa 1 : 2,05 auf nur noch ca. 1 : 1,90 verkleinert. Den Ton gibt’s klassisch in sauberem Mono und außerdem in einer nett auf Dolby-Surround gemixten Variante.

Recht originell sind die beiden im Zusatzmaterial neben Bildmaterial enthaltenen, jeweils rund 4-minütigen Trailer, die sogar im Seitenverhältnis von (immerhin) etwa 1 : 2,05 präsentiert werden. Im auch qualitativ (in Schärfe und Farben) sehr beachtlichen englischen Trailer wird der Film als Apaches’ Last Battle angekündigt. Der farblich merklich defekte schweizerische Trailer (italienischsprachig mit Untertiteln in Deutsch und Französisch) fokussiert ganz besonders auf die Attacke gegen Fort Grant, das hier allerdings anders genannt wird. Der Film lief offenbar unter dem etwas kuriosen Titel La Battaglia di Forte Apache.

Titel: Old Shatterhand
Erschienen: 2002

Zusatzinformationen: BRD 1964

Medium: DVD
Verleih: polyband
Kennung: DVD 75020-6

Regisseur(e):

Schlagworte:


DVD

Veröffentlicht am 15.06.2002 | von Michael Boldhaus

Winnetou und Old Shatterhand im Tal der Toten

Winnetou und Old Shatterhand im Tal der Toten Michael Boldhaus
Bild
Ton
Extras

DVD: Winnetou und Old Shatterhand im Tal der Toten

Winnetou und Old Shatterhand im Tal der Toten (1968) war der letzte Versuch, die Karl-May-Filmwelle mit neuem Leben zu erfüllen. Obwohl der Film nicht von Horst Wendlandt, sondern von Artur Brauner produziert wurde, führte nochmals Harald Reinl Regie. Allerdings, die Helden sind älter und matter geworden und ebenso ist die Frische der frühen Produktionen unwiederbringlich dahin. Wie seinerzeit im ersten Film der Serie, Der Schatz im Silbersee, sind nochmals Karin Dor, Ralf Wolter und Eddi Arent mit von der Partie — womit dieser recht preisgünstig produzierte Schwanengesang der Serie zugleich den Kreis schließt.

Auch für diese polyband-Produktion stand offenbar kein Filmmaterial, sondern ebenfalls nur ein Videomaster des Films zur Verfügung. Auch hier ist das Bild recht gut elektronisch aufpoliert worden, ohne die Brillanz der Kinowelt-DVD-Editionen zu erreichen. Besonders ärgerlich ist hier jedoch der für die Video-Abtastung gewählte Bildausschnitt (etwa 1 : 1,60), wodurch das Scope-Format (1 : 2,35) geradezu hoffnungslos zerstört wird. Dagegen macht die Edition im Bereich des Tons einige Pluspunkte: hier ist das pseudo-stereophonische Klangbild besonders überzeugend und vermag sogar den Sound der drei Winnetou-Filme auf den Kinowelt-DVDs ein Stückchen hinter sich zu lassen.

Im netten Zusatz-Material gibt es einen US-Trailer, Blicke hinter die Kulissen in Form eines privaten Dreharbeitenfilms, Ausschnitte aus einer Arbeitskopie sowie Original-Plakatmotive und im DVD-ROM-Teil außerdem Video-Bilder zum Ausdrucken.

Titel: Winnetou und Old Shatterhand im Tal der Toten
Erschienen: 2001

Zusatzinformationen: BRD 1968

Medium: DVD
Verleih: polyband
Kennung: DVD 75019-0

Regisseur(e):

Schlagworte:


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