CD

Veröffentlicht am 29.06.2002 | von Michael Boldhaus

Gosford Park

Gosford Park Michael Boldhaus
Bewertung

Regisseur Robert Altmans Film Gosford Park ist eine recht komplex erzählte Story, die in der Upper Class im Großbritannien der 30er Jahre angesiedelt ist. In einer Vielzahl miteinander verflochtener Handlungsstränge sind Elemente von Gesellschaftskomödie und Krimi enthalten. Zugleich geht es aber auch um traditionell krasse Klassenunterschiede und die persönliche Tragik einzelner Figuren der Handlung.

Robert Altmans recht eigenwillige Filme lassen selten Raum für einen breit auskomponierten Score; in der Regel ist die Musik eher hintergründiger Part der Inszenierung, hat primär untermalenden Source-Charakter. Patrick Doyles (Sinn und Sinnlichkeit, Verlorene Liebesmüh’) musikalische Unterstützung entspricht stark der Unterhaltungsmusik der Ära der Filmhandlung, fokussiert auf Piano-Piècen, Stücke für Salonorchester und zwei eigene Songs (die übrigen stammen von Ivor Novello), die sich charmant in den Kontext der anderen Lieder einfügen. Neben den primär als Source-Stücke fungierenden Songs und instrumentalen, stilistisch der Unterhaltungsmusik verhafteten Teilen enthält die CD rund 20 Minuten „echten“ Score, die sich ebenfalls bruchlos im Salonorchester-Stil mit dem Übrigen zusammenfügen. Wobei das Akkordeon mit von der Partie ist, wenn die niedrigeren sozialen Schichten die Handlung bestimmen; für den Auftritt eines Kommissars greift der Komponist zu stärker jazz-orientierten Klängen.

Die eher intime Musikuntermalung dürfte vor allem zusammen mit dem Film sehr gut funktionieren. Solo von CD taugt diese besonders zum netten Film-Souvenir, ist aber wohl nur für wenige ein besonders mitreißendes Doyle-Album.

Titel: Gosford Park
Erschienen: 2002

Laufzeit: 51:07 Minuten

Medium: CD
Label: Decca
Kennung: 470387-2

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 29.06.2002 | von Michael Boldhaus

Hart’s War

Hart’s War Michael Boldhaus
Bewertung

Zum — vor dem Hintergrund der Ardennen-Offensive im Winter 1944/45 spielenden — Kriegs-Drama Hart’s War • Das Tribunal, in dem Bruce Willis erneut eine Rolle abseits seines früheren Action-Image spielt, komponierte Rachel Portman die Musik.

Dieser erste Ausflug der Komponistin in eine sehr dramatische Filmhandlung ist aber nicht besonders beeindruckend geraten. Das durchaus passable Hauptthema entspricht dem üblichen Pathos/Helden/Kriegstrauer-Klangklischee, mit einsamer Trompete auf Streicherteppich — wobei sich hier manch einer besonders an Saving Private Ryan erinnert fühlen mag. In den nachfolgenden immerhin noch rund 40 Minuten der CD passiert allerdings leider kaum Bemerkenswertes. Rachel Portmans dramatische Gestaltung erweist sich doch als eher blass denn mitreißend, der Hörer bekommt nur das hinlänglich Bekannte zu hören: Delerueeske Streicherteppiche — durchsetzt mit endlosen Ostinatofiguren und gelegentlich darüber gelegten Klavier- und Holzbläser-Soli — bestimmen das eher schlichte Programm. Minimalistische Anflüge erhöhen dabei noch die Monotonie des Gebotenen.

Unterm Strich zwar anhörbare, aber eher unbefriedigende fade musikalische Kost, deren gelegentliche Steigerungen eher hohl denn wirklich überzeugend dramatisch wirken. Schade, der Stoff hätte Besseres verdient. Man könnte hier zwar „noch“ drei Sterne geben, aber die damit verbundene „kleine Empfehlung“ ist mir an dieser Stelle denn doch etwas des Guten zu viel.

Titel: Hart’s War
Erschienen: 2002

Laufzeit: 45:10 Minuten

Medium: CD
Label: Decca
Kennung: 016886-2

Komponist(en):

Schlagworte:


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